Özcan schenkt der Türkei den Sieg

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Eine an vier Positionen veränderte österreichische Nationalmannschaft muss gegen die Türkei eine unglückliche 1:2-Heimniederlage hinnehmen.

Junuzovic bringt Österreich zwar nach schöner Arnautovic-Vorlage mit 1:0 in Führung (22.), Calhanoglu gelingt aber noch vor der Pause mit einem direkten Freistoß der Ausgleich. Torhüter Özcan serviert der Türkei in Minute 56 durch einen Fehlpass in die Beine von Arda Turan die Führung.

Trotz engagierter Leistung gelingt dem Team der Ausgleich nicht mehr.


Vier Veränderungen

Teamchef Marcel Koller brachte in der Startformation im Vergleich zum 2:1 gegen Albanien am Samstag Stefan Ilsanker für den erkrankten Julian Baumgartlinger, Guido Burgstaller für den Vaterfreuden entgegenblickenden Martin HarnikRubin Okotie für Marc Janko und den türkischstämmigen Ramazan Özcan für Robert Almer.

Trotz der veränderten Startelf erwischten die Österreicher einen guten Start. In der 3. Minute bediente Marko Arnautovic in seinem 50. Länderspiel David Alaba, dessen Schuss aus wenigen Metern von Mehmet Topal über die Latte bugsiert wurde.

Führung für Österreich

Zwei Minuten später flog ein Distanzschuss von Florian Klein deutlich über das Tor, wieder drei Minuten danach setzte sich Okotie auf der rechten Seite durch, fand mit seiner Flanke aber keinen Abnehmer. In der 22. Minute jedoch war der türkische Goalie Volkan Babacan geschlagen - eine Hereingabe von Arnautovic beförderte Junuzovic per Direktabnahme via Innenstange ins lange Eck.

Die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, denn von den Türken kam zunächst in der Offensive relativ wenig. Wenn es gefährlich wurde, dann durch Calhanoglu: In der 10. Minute zog eine Freistoßflanke des Leverkusen-Profis nur knapp am ÖFB-Gehäuse vorbei, in der 12. Minute hatte Özcan bei einem Schuss des Mittelfeldspielers aus spitzem Winkel Mühe.

Die besten Bilder vom freundschaftlichen Länderspiel Österreich gegen Türkei:

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Schmeichelhafter Ausgleich

Folgerichtig war es auch Calhanoglu, der für den Ausgleich sorgte. Nachdem er von Christian Fuchs zu Fall gebracht worden war, verwertete der 22-Jährige den etwas schmeichelhaften Freistoß in der 43. Minute zum 1:1. Kurz vor der Pause sorgte Calhanoglu wieder für Gefahr. Bei seinem Weitschuss musste sich Özcan gehörig strecken.

So wie die Anfangsphase der ersten Hälfte stand auch jene der zweiten im Zeichen der Gastgeber. Nach einem von Alaba schnell ausgeführten Freistoß tauchte Arnautovic in der 47. Minute alleine vor Volkan auf, schupfte den Ball aber weit am Tor vorbei. In der 54. Minute war der türkische Goalie bei einem Distanzschuss von Alaba zur Stelle.

Aussetzer von Özcan

Ausgerechnet in dieser starken Phase der ÖFB-Elf leistete sich Özcan seinen folgenschweren Patzer. Der Ingolstadt-Legionär servierte Turan mit einem missglückten Pass den Ball - der davor eher unauffällige Barcelona-Mittelfeldspieler hatte keine Mühe, das Spielgerät aus knapp 30 Metern ins Tor zu schupfen.

In der Folge wurde die Partie auch durch viele Wechsel zerfahrener. Die Österreicher schafften es nicht mehr, entscheidend Druck aufzubauen und blieben bis zum Schlusspfiff ohne zwingende Chance auf den Ausgleich.

Die Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich für das ÖFB-Team im nächsten Testspiel am 31. Mai in Klagenfurt gegen Malta. Die Generalprobe vor dem Abflug zur EM-Endrunde nach Frankreich steigt am 4. Juni wieder im Happel-Stadion gegen die Niederlande.


Stimmen zum Spiel

Marcel Koller: "Ich glaube, dass wir defensiv disziplinierter waren (als gegen Albanien, Anm.). Auch dass wir nach der Pause gut rausgekommen sind, hat mir gefallen. Wir haben gewusst, dass sie bei Standards sehr gefährlich sind, da haben wir zu viele Fouls gemacht. Niederlagen ärgern mich immer, aber besser jetzt, als dann, wenn es Richtung EM geht."

Zlatko Junuzovic: "Es war ähnlich wie das Albanien-Spiel. Es war sehr intensiv. Die Türkei hat zwei, drei Tage länger Regeneration gehabt, ich denke, das hat man gesehen. Sie waren sehr spritzig, trotzdem sind wir in Führung gegangen. Es war auf jeden Fall viel, viel mehr drinnen. Wir dürfen so ein Spiel nicht verlieren. Das war ein Test, das soll uns auch wachrütteln. Besser jetzt als später."

Ramazan Özcan: Zum ersten Gegentor: "Das war individuelle Klasse, das war ein Weltklasse-Freistoß." Zum zweiten Gegentor: "Das war ein Fehlpass, ich habe die Niederlage verursacht, das nehme ich auf meine Kappe, ich habe mich bei der Mannschaft entschuldigt. Ich glaube, ich bin stark genug, um da wieder aufzustehen."

David Alaba: "Das war ein sehr bitteres Spiel für uns. Wir haben uns aber gute Chancen herausgearbeitet, über Strecken auch mehr fürs Spiel gemacht. Wir haben uns selbst geschlagen. Wir haben gewusst, dass er (Calhanoglu, Anm.) ein sehr guter Freistoßschütze ist, wir wollten dort Fouls vermeiden. Das 1:2 ist bitter. Aber er (Özcan, Anm.) ist ein überragender Torhüter, das zeigt er Woche für Woche in der deutschen Bundesliga."


Österreich - Türkei 1:2 (1:1)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 26.700 Zuschauer, Schiedsrichter Gil (POL)

Tore:

1:0 (22.) Junuzovic
1:1 (43.) Calhanoglu (Freistoß)
1:2 (56.) Arda Turan

Österreich:

Özcan - Klein (78. Garics), Dragovic (59. Prödl), Hinteregger, Fuchs - Ilsanker, Alaba (78. Schöpf) - Burgstaller (67. Jantscher), Junuzovic (73. Hinterseer), Arnautovic - Okotie (67. Janko)

Türkei:

Babacan - Gönül (46. Özbayrakli), Calik, Topal, Erkin (69. Köybasi) - Selcuk Inan - Arda Turan, Özyakup (46. Volkan Sen/80. Öztekin), Tufan, Calhanoglu (73. Malli) - Cenk Tosun (86. Nuri Sahin)

Gelbe Karten: Dragovic, Ilsanker bzw. Calhanoglu, Malli


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