"So etwas war zu meinen Lebzeiten noch nie da!"

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Ein Schritt nach dem anderen.

Auch die EM-Begeisterung im Fußball-Land lässt das ÖFB-Team nicht von seiner bewährten Philosophie abrücken.

Besonders spürbar war besagte Europhorie am Montag und Dienstag bei den Trainings des Nationalteams in Stegersbach, zu denen sich rund 1500 bis 2000 Fans eingefunden haben. Dies hat auch bei den ÖFB-Protagonisten mächtig Eindruck hinterlassen.

„Als wir ins Stadion gefahren sind, war alles voll. Es war fantastisch, das anzusehen und ein Training zu absolvieren“, staunt Teamchef Marcel Koller.

Aus dem Pflänzchen wurde ein richtiger Baum

Für Marc Janko ist dieses Spektakel im wahrsten Sinne des Wortes einmalig: „Ich denke, so etwas war noch nie da, zumindest zu meinen Lebzeiten.“

„Wir haben mit einem kleinen Pflänzchen begonnen, mittlerweile ist es ein richtiger Baum, der von Fan-Seite dasteht. Das sieht man an Bildern wie beim Training. Bei diesen Temperaturen und zu dieser Uhrzeit den Weg mit seinen Kindern rauszumachen und uns mehr oder weniger beim Auslaufen zuzuschauen, ist schon etwas ganz Besonderes für uns. Wir versuchen auch, uns dementsprechend Zeit für alle zu nehmen. Es funktioniert leider nicht immer, dass man alle Wünsche erfüllen kann, man verpasst auch einmal ein Selfie, aber ich denke, dafür haben die Fans Verständnis.“


Ab Mittwoch ist Schluss mit regenerativen Einheiten, weshalb das Publikum keinen Zugang mehr zu den Übungseinheiten in Stegersbach haben wird und die Medienvertreter traditionell nur das Aufwärm-Programm in den ersten 15 Minuten verfolgen dürfen.

Der Fokus ist dann voll auf die Duelle mit Albanien und der Türkei gerichtet. Und nicht auf die EURO. Ein Schritt nach dem anderen eben.

„Ich denke nur an die EM, wenn ihr uns darauf ansprecht. Es ist noch nicht so weit, wir haben noch ein paar Wochen vor uns“, meint Janko und verdeutlicht, dass alle Kadermitglieder bis zum Vorbereitungs-Start für die EURO noch wichtige Vereins-Aufgaben zu erledigen hätten.

Noch kein Video-Studium der EM-Gegner

Dass die öffentliche Aufmerksamkeit schon zu einem gewissen Grad auf die Gruppen-Gegner Ungarn, Portugal und Island gerichtet ist, kann auch Koller nicht vermeiden. Intern ist der Teamchef jedoch tunlichst darum bemüht, dass die komplette Konzentration den kommenden Aufgaben gilt.

Sein Videostudium der EM-Kontrahenten habe daher noch nicht begonnen und werde auch erst nach diesen beiden Testspielen starten, behauptet der Schweizer: „Ich bin noch nicht dazu gekommen, weil wir ja zuerst gegen Albanien und die Türkei spielen, dann noch gegen Malta und Holland.“

Außerdem sei es noch zu früh, die Spieler mit den notwendigen Informationen über die EM-Gegner zu versorgen: „Wenn die Spieler bei ihren Klubs sind, wäre das meiste wahrscheinlich schon wieder vergessen. Es wird wichtig sein, das sehr fokussiert vor Ort mitzugeben.“


Dinge, die der 55-Jährige seinen Schützlingen vor Ort mitgibt, beschränken sich derzeit auf Albanien und die Türkei. Für ihn sei es die „schönste Phase“ seinen Jobs, wenn er unmittelbar auf dem Platz mit seinem Aufgebot arbeiten könne:

„Das macht mir am meisten Spaß, weil du die Spieler und auch das Team entwickeln kannst. Wenn du nur am Telefon darüber sprichst oder vor dem Laptop sitzt und Spiele anschaust, ist das zwar für die Analyse gut, aber das Wichtigste ist auf dem Platz. Dort kannst du im taktischen Bereich feilen und mit den Spielern am nächsten Gegner arbeiten, wie die spielen und was wir machen können, damit wir das Spiel gewinnen. Das ist das A und O und das, was mir am besten gefällt.“

Auffrischungskurs und Burgstallers Rückehr

Nach rund vier Monaten Nationalteam-Pause steht im Burgenland zunächst ohnehin einmal eine Art Auffrischungskurs auf dem Programm. Laut Koller gehe es darum, „wieder das Altbewährte“ zu vermitteln:

„Wir haben in der Quali gezeigt, dass wir einen guten Style entwickelt haben. Den gilt es wieder abzurufen. Da ist es sicherlich ein Vorteil, dass wir uns so lange kennen und diese kompakte Gruppe mehr oder weniger immer beisammen haben. Dann dauert das Ganze nicht so lange, bis es wieder im Kopf drinnen ist.“

Einen Intensivkurs muss so gesehen „Team-Baby“ Alessandro Schöpf absolvieren, der Schalke-Profi ist erstmals mit dabei. Nach längerer Zeit ist auch Guido Burgstaller wieder mit von der Partie. Der Nürnberg-Legionär rückte als Ersatz für Marcel Sabitzer nach.

Riesiger Fan-Ansturm auf das ÖFB-Training.

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„Guido war fast zwei Jahre nicht mehr bei uns dabei. Er hatte in England eine schwierige Zeit, hat jedoch in Deutschland stetig auf sich aufmerksam gemacht, daher sind wir natürlich auch aufmerksam geworden. Er hat sich jetzt als Erster aufgedrängt. Er ist einer, der verschiedene Positionen ausfüllen kann – auf den Außenbahnen oder, wie jetzt in Nürnberg, als zweiter Stürmer in einem 4-4-2. Das macht er sehr gut“, begründet Koller die Nachnominierung der Offensivkraft.

Burgstaller wird sich etwaige Einsatzzeiten hart erarbeiten müssen. Es ist anzunehmen, dass Koller in den kommenden beiden Probeläufen vor allem seinen Stamm sich weiter einspielen lässt. Wobei Testspiele für Kadermitglieder aus der zweiten Reihe am ehesten die Chance auf Bewährungsproben bieten.

Koller begründet Heimspiel-Serie

Nicht nur wegen der Niederlage gegen die Schweiz zum Jahresausklang 2015 lässt sich jedoch eine gewisse Diskrepanz zwischen Ergebnissen in Pflicht- und Freundschaftsspielen erkennen. Ein Umstand, der Koller wenig erfreut:

„Mich ärgert grundsätzlich jede Niederlage. Aber es ist so, dass man in Testspielen schon einmal das eine oder andere versucht und auch Spielern, die nicht jedes Mal in der Startformation stehen, eine Möglichkeit bietet, sich in dieses System einzufühlen.“

Die Entscheidung, im Rahmen der Vorbereitung auf die EM ausschließlich Heimspiele zu bestreiten, verteidigt der Teamchef:

„Vor drei Jahren haben wir gesagt, wir sind sehr auswärtsschwach. Mittlerweile haben wir das mit dieser Qualifikation widerlegt. Für das Trainerteam und mich war wichtig, dass wir wenig reisen müssen und dafür ein bisschen Erholung haben. Denn wenn du ständig unterwegs bist, ist das zusätzlicher Stress. Außerdem war uns wichtig, die Mannschaft in der Vorbereitung auch noch einmal den österreichischen Fans zu präsentieren.“

Eine Maßnahme, die zumindest im Camp im Burgenland definitiv auf fruchtbaren Boden gestoßen ist.

Peter Altmann


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