Nach Büskens-Debüt: Was sich (nicht) ändert

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Das erste Pflichtspiel unter Neo-Trainer Mike Büskens sollte Erkenntnisse bringen - im Hinblick auf System, im Hinblick auf Spielstil, im Hinblick auf personelle Rochaden.

Doch das 3:1 in der 1. ÖFB-Cup-Runde gegen Stadtligist FC Karabakh zeigte nicht nur, dass dem SK Rapid noch viel Arbeit bevorsteht.

Es offenbarte auch, dass das Spiel der Wiener sehr wohl an jenes unter Vorgänger Zoran Barisic erinnerte. Selbst Kapitän Steffen Hofmann musste zugeben: "Es hat sich nicht so viel verändert.“

Ein Klassisches 4-2-3-1 ohne Überraschungen, auch wenn man in dieser Hinsicht flexibler werden will. „Es ist immer noch Fußball. Wir spielen unser System und sind weiter auf Ballbesitz aus", so Hofmann weiter.

„Startelf ist noch nicht in Stein gemeißelt“

Auch das Gerüst der Mannschaft blieb bis auf wenige Ausnahmen gleich. Im Tor bekam weiter Richard Strebinger den Vortritt, da Jan Novota erst letzte Woche von der EURO mit der Slowakei zurückkehrte.


Lockerer Cup-Auftakt ohne Glanz:


In der Innenverteidigung debütierte Christoph Schößwendter an der Seite von Christopher Dibon, während Mario Sonnleitner nicht einmal im Kader stand.

Und an vorderster Front stürmte Hoffenheim-Leihgabe Joelinton, während Matej Jelic lediglich als Joker in die Partie kam. Ansonsten versuchte Philipp Schobesberger auf der linken Flanke den Abgang von Florian Kainz zu kompensieren.

Kam bereits jene Elf zum Einsatz, mit der Büskens in die Saison starten will? „Es ist noch nicht in Stein gemeißelt, dass diese Mannschaft in zwei Wochen in die Bundesliga startet“, verrät der Chefcoach im Gespräch mit LAOLA1.

Angriff aus der zweiten Reihe erwartet

Für den 48-jährigen Deutschen gibt es einige Spieler hintendran, die sich durchaus noch ins Team spielen könnten.

Max Hofmann („Er hat gute Qualität und kann jederzeit spielen“), Stephan Auer („Auch er hat seine Sache gut gemacht“) und Thomas Murg („Er hat eine gute Vorbereitung gespielt und sein großes Potenzial gezeigt“) nennt er namentlich.

Von einer „Einser-Mannschaft“ will er ohnehin nichts wissen. So richtig Werbung in eigener Sache konnte bei den schwierigen Bedingungen am Wiener-Sportclub-Platz ohnehin kaum einer machen.


Die LAOLA1-Dreierkette über Frankreichs Finaleinzug:


Am ehesten noch Joelinton. Der 19-jährige Brasilianer setzte ein großes Ausrufezeichen und war trotz einer fast einjährigen Pflichtspielpause bei Hoffenheim der große Lichtblick.

Joelinton als einzig wahrer Lichtblick

Der Samba-Kicker in ihm kam vor allem beim 1:0 durch, als er eine Hereingabe von der Seite mit der Ferse sehenswert im Tor versenkte. 1. Pflichtspiel, 1. Tor – so kann es weitergehen. Auch sonst überraschte er mit feiner Ballbehandlung, Übersicht und Torhunger.

„Er ist robust, kann Bälle behaupten und sucht spätestens nach ein, zwei Kontakten den Abschluss. Das hat beim Tor schon ganz gut ausgeschaut. Aber er ist noch jung, man muss ihm Zeit geben“, beschrieb Büskens die Qualitäten Joelintons.

Auch Hofmann lobte: „Er ist ein guter Spieler, der uns hilft, sich viel bewegt, gutes Pressing spielt, den Ball halten und verteilen kann. Genau das, was wir brauchen.“

Der Stürmer selbst ist weiterhin nur auf Portugiesisch auskunftsfreudig, doch der bei Rapid verpflichtende Deutsch-Kurs ist bereits angelaufen, um die Integration zu erleichtern.

„Das hat mir nicht gefallen“

Während Joelinton glänzte, taten sich die Hütteldorfer generell schwer, leisteten sich viele Fehler und hatten trotzdem alles unter Kontrolle.

Trotzdem erwischte man Sportdirektor Andreas Müller nicht nur einmal beim Kopfschütteln. Und was gefiel Büskens bereits gut und was weniger?


Rapid-Trainer Mike Büskens klärt im LAOLA1-Interview auf:


„Gut fand ich, dass wir dem Gegner bis auf die 89. Minute keine Gelegenheit auf ein Tor gegeben haben, das seriös gelöst haben. Wir haben die gesamte Spielzeit kontrolliert, haben uns vernünftig bewegt“, nannte Büskens die positiven Aspekte.

„Was mich aber geärgert hat, war, dass wir uns von einem „Tunnel“ provozieren lassen und uns darauf mit einer Pirouette (Anm. Stefan Schwab) auf Spielchen eingelassen haben. Das darf nicht passieren, das Tor war ein Geschenk. Es ärgert mich, dass wir nicht zu Null gespielt haben. Das war nicht so prickelnd, auch bei einer 3:0-Führung, das hat mir nicht gefallen.“

Härterer Rhythmus und etabliertes System

Generell war die Art und Weise, wie Büskens spielen lassen will, schon zu erkennen. Auch wenn sich diese von jener Barisic' nicht groß unterscheidet.

Eine tiefstehende Spitze, ein Spieler dahinter und zwei offensive Außenspieler seien schließlich keine neue Erfindung gewesen. Diese ließ er auch schon bei früheren Vereinen spielen.

Alles in allem war er mit dem Ergebnis und dem Aufstieg zufrieden. Das größte Verbesserungspotenzial ortet der Deutsche aber weiterhin im Torabschluss.

„Wir müssen frühzeitiger, konsequenter Tore erzielen und geradliniger sein, vor allem im letzten Drittel.“

Ein härterer Trainingsrhythmus in der kommenden Woche soll Wirkung zeigen – da wird auf das Schaulaufen gegen Chelsea keine Rücksicht genommen. Es steht noch viel Arbeit bevor, auch wenn der Aufbauprozess laut Büskens nicht mit dem Bundesliga-Start zu Ende sein wird.


Alexander Karper

 


So strebt FC Karabakh dank Millionen aus Aserbaidschan nach der Bundesliga:


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