Inaki Wiliams: Alle jagen "Baskotelli"

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Pure Fußballkunst.

Dieser Begriff beschreibt Inaki Williams Tor in der 11. Runde gegen Espanyol wohl am besten.

Mit einer einzigen Berührung hebelt er die gesamte Abwehr aus. Der anschließende Volley sitzt perfekt. Ein Genuss für die Augen jedes Fußball-Fans. Am besten ihr seht euch das Video des Treffers einfach selbst an:

Historisches Tor

Williams ist kein typischer Name für einen Spieler von Athletic Bilbao – den Klub, der nur Basken unter Vertrag nimmt. Trotzdem hat er schon jetzt seinen Platz in Athletics Geschichtsbüchern sicher.

Denn „La Pantera Negra“ („Der Schwarze Panther“) ist der erste schwarze Baske, dem ein Tor für den 118 Jahre alten Traditionsverein gelungen ist. Es geschah am 19. Februar 2015 beim 2:2 in der Europa League gegen den FC Turin. Das Trikot von damals hat sich der versatile Offensiv-Akteur eingerahmt und zuhause aufgehängt.

Er ist sich der Bedeutung seines Tores bewusst. „Manche Leute sagen: ‚Ein Schwarzer, der für Athletic spielt? So etwas haben wir noch nie gesehen‘. Darüber kann ich nur lachen. Mein Name ist Inaki und ich bin Baske“, erklärt der 21-Jährige.

>>>Copa-Viertelfinale: Athletic Bilbao vs. FC Barcelona, LIVE-Video ab 21:00 Uhr bei LAOLA1.tv<<<

Athletic in die Wiege gelegt bekommen

Sein Vater stammt aus Ghana, seine Mutter aus Liberia. Gemeinsam flüchteten sie vor dem liberischen Bürgerkrieg nach Spanien. Sie ließen sich in Bilbao nieder. Dort kam ihr Sohn zur Welt, dem sie den typisch baskischen Namen Inaki gaben.

Dem kleinen Mann wurde die Leidenschaft für seinen aktuellen Klub schon in die Wiege gelegt. „Die erste Erinnerung meines Lebens ist, als mir meine Eltern ein Athletic-Trikot schenkten. Ich war damals drei oder vier Jahre alt und habe es jetzt noch immer zuhause.“

Als Flüchtlingskind wuchs Williams in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Mutter arbeitete im Supermarkt, den Vater zwang die Wirtschaftskrise 2008 zur Auswanderung nach London. Zwei Jahre später konnte er zurückkehren. Der Grund dafür: Sein Sohn hatte gerade seinen ersten Profivertrag für Athletic unterschrieben. 

Der „Baskotelli“

Von Beginn weg brachte Williams die perfekten Voraussetzungen für einen gefährlichen Stürmer mit. Der 1,86 m große Rechtsfuß ist schnell, verfügt über eine hervorragende Technik und kann Gegenspielern auch im Eins-gegen-Eins gefährlich werden.

Nicht umsonst wurde der „Baskotelli“ schon einige Male mit Mario Balotelli verglichen – rein fußballerisch versteht sich. Denn abseits des Platzes gilt Williams im Gegensatz zu seinem italienischen Pendant als besonnener Typ.

Bereits in der U16 stellte er einen neuen Vereins-Torrekord auf. 31 Tore in 31 Spielen. Eine Treffsicherheit, die er auch in der zweiten Mannschaft unter Beweis stellte. Deswegen erhielt der bodenständige Baske bald eine Chance in der Kampfmannschaft.

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Ausstiegsklausel

Seine überragenden Leistungen (10 Tore und 3 Assists in 23 Pflichtspielen) in dieser Saison haben viel Aufmerksamkeit erregt. Ein torgefährlicher Flügelstürmer, der auch zentral eingesetzt werden kann und obendrein auch defensiv fleißig mitarbeitet, ist genau das, was viele Klubs suchen.

Zumal Williams eine Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro in seinem Vertrag festgeschrieben hat. Für englische Klubs, wie Manchester City, Arsenal und Liverpool sind solche Summen Peanuts. Dementsprechend interessiert zeigt man sich an einer Verpflichtung.

Zuletzt wurde sogar City-Chefscout Gary Worthington im „San Mames“ gesichtet, als er dem Athletic-Juwel auf die Beine schaute. 

„Verlängern oder sterben“

Auch Innenverteidiger-Talent Aymeric Laporte soll bei vielen Top-Vereinen am Zettel stehen. Angesichts dessen fürchten die baskischen Fans den nächsten Ausverkauf, nachdem ihr Klub bereits so viele Talente (Javi Martinez, Ander Herrera) ziehen lassen musste. „Verlängern oder sterben“, titelte die baskische Zeitung „El Correo“ im Bezug auf Williams‘ Ausstiegsklausel als Aufforderung an den Verein.

Schon lange verhandeln Spieler und Klub um eine Verlängerung des bis 2017 laufenden Kontrakts. Zu einer Einigung konnten sich die beiden Parteien bisher nicht durchringen. Zu verlockend erscheinen die Angebote der englischen Vereine.

Bilbaos Duell im Viertelfinale der Copa del Rey gegen den FC Barcelona könnte eines seiner letzten Spiele im Dress der Basken sein. Grund genug, die restlichen Auftritte des Offensiv-Künstlers umso mehr zu genießen.

 

Jakob Faber

 

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Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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