Top oder Flop: Wo reiht sich Zidane ein?

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Zinedine Zidane steht auf der Probe.

Der Franzose gehört zu jener Sorte Fußballer, die in ihrer Laufbahn so gut wie alles erreicht haben.

Eigentlich hätte er sich nach seinem Karriereende zurücklehnen können, um das gemütliche Leben eines Superstars zu führen. Seinen Platz in der Geschichte des Spiels hat er sowieso sicher.

Der dreifache Weltfußballer entschied sich jedoch gegen den einfachen Weg.

Das Matthäus-Schicksal?

Zidane will es nun auch als Trainer wissen. Mit dem 5:0 gegen Deportivo La Coruna und dem 5:1 gegen Sporting Gijon lieferte er einen perfekten Start auf der Real-Trainerbank ab. Die folgenden Monate werden über sein Schicksal entscheiden.

Denn herausragende Fußballer stehen als Trainer immer besonders im Fokus. Bestes Beispiel dafür ist Lothar Matthäus. Die deutsche Öffentlichkeit verfolgte seine Karriere auf der Betreuerbank mit Argusaugen. Groß war die Schadenfreude, als der Weltmeister mit Rapid gleich bei seiner ersten Trainerstation eiskalt scheiterte.

Ähnlich erging es auch anderen Legenden. Hier das LAOLA1-Ranking der größten Trainer-Flops unter ehemaligen Weltklasse-Kickern:

Die größten Spieler sind nicht automatisch die größten Trainer. Die Top 10 der größten Trainer-Flops unter ehemaligen Weltklasse-Kickern: Bild 1 von 11 | © GEPA
Platz 10: Toni Polster
Bei der Admira ließ er gerne einmal ein Training sausen. Deswegen war die Bundesliga-Karriere des ÖFB-Rekordtorschützens schnell wieder vorbei. Nun trainiert er wieder die Wiener Viktoria.
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Platz 9: Ruud Gullit
Seinen einzigen Titel als Betreuer holte der zweifache Ballon-d’Or-Sieger als Spielertrainer bei Chelsea (FA Cup 1997). Danach blieb er trotz hochkarätiger Vereinsstationen (Newcastle, Feyenoord) erfolglos. Heute fungiert er wie so viele gescheiterte Coaches als TV-Experte.

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Platz 8: Hugo Sanchez
Als mexikanischer Teamchef  (2006-2008) schaffte er kurzzeitig die traditionellen Nationaltrikots ab. Grund: Das Grün würde zu sehr der Farbe des Rasens ähneln. Später blieb der ehemalige Real- und FC-Linz-Stürmer auch bei Almeria erfolglos.

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Platz 7: Michel Platini
Unter seiner Ägide verpasste Frankreich die WM 1990. Zwei Jahre später schied sein Team sang- und klanglos bei der EM aus. Erkannte danach, dass es sich als Funktionär besser verdienen lässt.

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Platz 6: Zbigniew Boniek
In Polen eine Legende. Als Trainer blieb er jedoch völlig blass. Bei Lecce, Bari und Avellino in den 1990er-Jahren tätig, kommt er als Vereinscoach auf einen Punkteschnitt unter 1,0. Mittlerweile Boss des polnischen Verbandes.

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Platz 5: Hans Krankl
Mit seinen Trainer-Tätigkeiten tat sich der "Goleador" selbst keinen Gefallen. Über seine „irrereguläre“ Zeit als Teamchef hüllt der ÖFB heute lieber den Mantel des Schweigens.
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Platz 4: Gennaro Gattuso
Der Kämpfer wollte unbedingt Trainer werden – mit mäßigem Erfolg. Bei Sion, Palermo und Kreta musste er jeweils nach wenigen Spielen die Segel streichen. Immerhin hält er es jetzt schon längere Zeit bei Drittligist Pisa aus.
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Platz 3: Mario Basler
Bei seiner ersten Trainerstation in Regensburg lief es für sein Team so schlecht, dass Basler es selbst als Spielertrainer richten wollte. Das wurde ihm jedoch nicht erlaubt. Seitdem treibt er sich erfolglos in den Untiefen des deutschen Fußballs herum. Derzeit sportlicher Leiter bei Lok Leipzig.
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Platz 2: Lothar Matthäus
Rapid-Fans, jetzt nicht weiterlesen! In Hütteldorf wird seine Amtszeit noch immer verdrängt. Er sorgte für Rapids schlechteste Liga-Platzierung (8.) aller Zeiten. Pikant: Er kann auf fünf Mal so viele Ehefrauen wie Titel als Cheftrainer zurückblicken. 

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Platz 1: Diego Maradona
Vermutlich der genialste Fußballer aller Zeiten, aber eine sportliche Enttäuschung als Trainer. Als Argentinien-Teamchef (2008-2010) nominierte er verletzte Spieler. Bei Pressekonferenzen beschimpfte er Kritiker. Nicht auszudenken, was Messi und Co. bei der WM 2010 mit einem richtigen Coach erreicht hätten.

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Oder das Ancelotti-Schicksal?

Doch Zidanes Coaching-Karriere muss nicht zwingend so durchwachsen wie jene von Matthäus verlaufen. Es gibt auch genügend positive Beispiele, an denen sich der 43-Jährige orientieren kann.

Sein Vorgänger in etwa. Carlo Ancelotti gewann mit Milan als Spieler zwei Mal den Landesmeister-Pokal. Später wusste er diese Erfahrungen auch für seine Trainerkarriere zu nutzen. Der Italiener gehört zu den erfolgreichsten Männern der Fußball-Geschichte.

Als solcher findet er sich auch in unserem Ranking wieder. Es reiht die zehn wichtigsten Koryphäen des Weltfußballs, die sowohl als Spieler und Trainer ihren Eindruck hinterließen. Ein Österreicher ist da ganz vorne dabei:

Leistungen als Spieler und Trainer kombiniert: Das sind die Top 10 der größten Koryphäen des Weltfußballs: Bild 1 von 11 | © getty

Platz 10: Vicente del Bosque
Der einzige Coach, der Welt-, Europameister und Champions-League-Sieger wurde. Als Spieler legte der langjährige Real-Profi eine unauffällige, aber erfolgreiche Karriere (neun Titel) hin. Sein Spielstil würde heute mit Busquets verglichen werden. 

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Platz 9: Frank Rijkaard
Holte als Spieler und als Trainer den wertvollsten Pokal des europäischen Klub-Fußballs. Auf dem Feld agierte der Europameister von 1988 wohl noch einflussreicher als auf der Betreuerbank. Denn als Coach war er nur mit Barca so richtig erfolgreich.
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Platz 8: Jupp Heynckes
Hätte es Gerd Müller nicht gegeben, wäre die Spieler-Karriere des Gladbach-Stürmers noch erfolgreicher gewesen. So musste er sich in der Nationalelf hinter dem „Bomber“ anstellen. Dennoch wurde er 1974 Weltmeister. Als Trainer mit Real und Bayern CL-Sieger.
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Platz 7: Carlo Ancelotti
Lernte vom großen Arrigo Sacchi als Teil der grandiosen Milan-Mannschaft Ende der 1980er-Jahre. Später als Trainer zwei Mal selbst mit den „Rossoneri“ CL-Sieger. Real besorgte der Schinken- und Wein-Liebhaber das heiß ersehnte „La Decima“.
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Platz 6: Pep Guardiola
Als Spieler prägte er Barcas erfolgreiche Jahre in den 1990ern als Kapitän. Auf dem Feld zog er im Hintergrund die Fäden. Erst nach seinem Wechsel an die Seitenlinie rückte er in den Fokus der Öffentlichkeit. Sein Punkteschnit als Coach liegt bei unglaublichen 2,38 Zählern pro Spiel.
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Platz 5: Giovanni Trapattoni
An Titeln gemessen der erfolgreichste Trainer der Geschichte. Auf Vereinsebene hat er alles gewonnen – sogar den österreichischen Meistertitel. Dazu war der Außenläufer in den 1960er-Jahren auch ein herausragender Spieler . Mit Milan holte er zwei Europapokale der Landesmeister.

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Platz 4: Franz Beckenbauer
Als Spieler 1974 Weltmeister, als Trainer 1990. Mit den Bayern holte er in den 1970er-Jahren drei Mal den Europapokal der Landesmeister. 1996 führte er den FCB als Coach zum UEFA-Cup. Seit den Skandalen um die Vergabe der WM 2006 ist das Image des allwissenden "Kaisers" angekratzt.
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Platz 3: Mario Zagallo
Fünf Weltmeister-Titel hat Brasilien gewonnen, vier Mal war er beteiligt. Als Spieler holte der langjährige Botafogo-Kicker zwei WM-Titel. 1970 war er selbst Trainer, 1994 ein Teil des Coaching-Teams. Vier Jahre später scheiterte er als Cheftrainer erst im Finale gegen Frankreich.

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Platz 2: Ernst Happel
Als Trainer sind die Erfolge des zweifachen Landesmeister-Cup-Siegers unbestritten. Doch der Rapidler glänzte auch als Spieler. 1953 berief man ihn in die Weltauswahl. Ein Jahr später wurde er mit Österreich WM-Dritter. Gegen Real erzielte der Verteidiger einmal einen Hattrick.

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Platz 1: Johan Cruyff
Vielleicht der einflussreichste Mann der Fußball-Geschichte. Revolutionierte als Star des „Totalen Fußballs“ in den 1970er-Jahren das Spiel. Später legte der „La-Masia-Erfinder“ mit seinen Maßnahmen den Grundstein für die gegenwärtigen Erfolge des FC Barcelona. Gewann insgesamt vier Mal den Europapokal der Landesmeister, drei Mal davon als Spieler.

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In welches der beiden Rankings wird sich Zidane einmal einreihen? Gelingt es ihm, auch als Trainer dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken? Oder bleibt seine zweite Karriere eine Randnotiz?

Die nächsten Monate werden es weisen. Die nächste Bewährungsprobe absolviert Zidane am Sonntag, wenn seine „Königlichen“ auswärts gegen Real Betis (LIVE ab 16 Uhr bei LAOLA1.tv) antreten.

Die großen Herausforderungen warten noch auf ihn. Doch gelingt es seinem Team, den Schwung der ersten Partien mitzunehmen, so stehen die Vorzeichen auf eine erfolgreiche Zidane-Trainerkarriere gut. 

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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