Einführung in den brasilianischen Klubfußball

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Brasilien ist eine Weltmacht im Fußball.

Mit fünf Titeln ist die „Selecao“ Rekordweltmeister. Auch aus dem europäischen Spitzenfußball sind Spieler aus Brasilien längst nicht mehr wegzudenken.

Dabei wird häufig vergessen, dass auch in Brasilien selbst sehr guter Fußball gespielt wird – und das nicht nur, wenn die Nationalmannschaft ein Heimspiel hat.

Auch die landesweite Meisterschaft und die regionalen Bewerbe begeistern die heimischen und zunehmend auch die internationalen Fans.

Ab sofort bietet LAOLA1.tv auch im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit, die brasilianische Fußball-Kultur aufzusaugen und einigen angehenden Weltstars zu Beginn ihrer Karriere auf die Beine zu schauen.

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Neben der landesweiten Serie A, die inzwischen nach europäischem Vorbild ausgetragen wird, gibt es auch 27 Provinzmeisterschaften, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Die wichtigsten sind die Liga Paulista in der Region Sao Paulo und die Liga Carioca in Rio de Janeiro, bei denen einige der besten Teams des Landes aufeinandertreffen. Die Meister stehen dabei erst nach Gruppenphase und Playoffs fest.

Zur Einstimmung gibt es hier eine schnelle Einführung in die Welt des brasilianischen Klubfußballs:


Die Geschichte

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Fußball vor allem unter den britischen Kaufleuten in Sao Paulo und Rio de Janeiro immer beliebter. Bald entstanden in den beiden größten Städten des Landes die ersten Vereine und Wettbewerbe. 1902 wurde die erste regionale Meisterschaft von Sao Paulo ausgetragen, 1905 die erste der Provinz Bahia und 1906 jene in Rio de Janeiro. Spätestens ab den 1920er-Jahren wurde Fußball zum Volkssport – unter anderem, weil ab 1918 auch afrobrasilianische Spieler von den Vereinen aufgenommen wurden.

Die erste Profiliga war die 1933 gegründete Liga Carioca in Rio, die neben ihrem Pendant in Sao Paulo (Liga Paulista) noch heute zu den populärsten Bewerben in Brasilien zählt. Aufgrund der enormen Größe des Landes und der schlechten Straßenverbindungen zwischen den einzelnen Städten und Provinzen prägten die regionalen Meisterschaften lange Zeit den Klubfußball in Brasilien. Erst gegen Ende der 1950er-Jahre wurden nationale Bewerbe ausgespielt – nicht zuletzt, um die brasilianischen Teilnehmer für die entstehenden Kontinentalmeisterschaften zu ermitteln. 1959 wurde erstmals die Taca Brasil ausgetragen, in der die Sieger der regionalen Meisterschaften im K.O.-System um den nationalen Titel spielten.

1971 wurde schließlich der landesweite Meisterschaftsbetrieb aufgenommen, an dem 20 Mannschaften teilnahmen. Der Modus bestand aus Gruppenspielen und einer Playoff-Phase, wurde im Laufe der Zeit aber oft verändert. Bereits nach drei Jahren war die brasilianische Liga auf 40 Teams angewachsen, 1979 nahmen 94 Vereine teil, bevor die Teilnehmerzahl schrittweise wieder reduziert wurde.

Seit 2006 besteht die brasilianische Serie A – wie sie inzwischen heißt – aus 20 Mannschaften. Nach europäischem Vorbild wird in Hin- und Rückrunde der nationale Meister ermittelt. Die Playoffs wurden bereits 2003 abgeschafft, um die Belastung der Teams zu reduzieren. Neben der nationalen Meisterschaft (von Mai bis Dezember) existieren nämlich weiterhin auch die Ligen der 27 Provinzen (meist von Jänner bis Mai) sowie ein landesweiter Cupbewerb. Die besten Mannschaften kommen zudem auch in den beiden südamerikanischen Klubmeisterschaften – der Copa Libertadores und der Copa Sudamericana – zum Einsatz.



Die Klubs

Auch heute dominieren die Klubs aus Sao Paulo und Rio de Janeiro den brasilianischen Fußball. Seit der Einführung der Taca Brasil kamen 29 brasilianische Meister aus Sao Paulo und 15 aus Rio de Janeiro – alle anderen Provinzen stellten insgesamt 15 Mal den Meister.

Als brasilianische Rekordmeister gelten SE Palmeiras aus Sao Paulo und der FC Santos mit jeweils acht nationalen Titeln. In der populären Liga Paulista übertrumpft Corinthians seine beiden Lokalrivalen allerdings mit 27 Titeln. 2015 wurde das Team, bei dem unter anderem auch Ronaldo und Rivaldo ihre Schuhe schnürten, zudem zum insgesamt sechsten Mal brasilianischer Meister. Der FC Santos, Ex-Klub von Pele und Neymar, liegt mit 21 Titeln in der Provinz Sao Paulo hinter Corinthians und Palmeiras (22) auf Platz drei, den es sich aber mit dem ebenfalls sehr traditionsreichen FC Sao Paulo teilt.

Der erfolgreichste Klub in Rio de Janeiro ist Flamengo. Der ehemalige Verein von Zico liegt mit fünf nationalen Meisterschaften direkt hinter den vier genannten Klubs aus Sao Paulo. Mit 33 Titeln in der Liga Carioca führt man auf Provinzebene zudem hauchdünn vor Fluminense (31), dem ältesten Verein der Stadt (1902 gegründet). Beide Teams spielen ihre Heimspiele im WM-Finalstadion Maracana. Das auch als Fla-Flu bekannte Derby der beiden Teams zählt zu den prestigeträchtigsten der Welt – im Dezember 1963 sahen sich fast 195.000 Menschen ein 0:0 zwischen den beiden Erzrivalen an. Vasco da Gama (23 Titel) und Botafogo (20) zählen seit jeher zu den größten Herausforderern der beiden Rekordsieger der Liga Carioca. Sie konnten auch einige nationale Meistertitel holen – den letzten allerdings im Jahr 2000 (Vasco da Gama).

Die wichtigsten Vereine außerhalb der Liga Paulista und der Liga Carioca sind Cruzeiro (aus Belo Horizonte), SC Internacional und Gremio Porto Alegre (beide aus Porto Alegre). Während die beiden Teams aus Porto Alegre seit 1996 auf einen nationalen Meistertitel warten, konnte Cruzeiro 2013 und 2014 zwei Mal in Folge die Serie A für sich entscheiden. Ein weiterer nennenswerter Verein ist Atletico Mineiro. Der Lokalrivale von Cruzeiro beendete die vergangene Saison hinter Corinthians auf dem zweiten Platz, konnte in seiner über 100-jährigen Geschichte aber erst einen nationalen Titel holen (1971).

Mannschaft Stadt (Provinz) Titel
Palmeiras Sao Paulo (Sao Paulo) 8 (1960, 1967, 1967, 1969, 1972, 1973, 1993, 1994)
FC Santos Santos (Sao Paulo) 8 (1961, 1962, 1963, 1964, 1965, 1968, 2002, 2004)
Corinthians Sao Paulo (Sao Paulo) 6 (1990, 1998, 1999, 2005, 2011, 2015)
FC Sao Paulo Sao Paulo (Sao Paulo) 6 (1977, 1986, 1991, 2006, 2007, 2008)
Flamengo Rio de Janeiro (Rio de Janeiro) 5 (1980, 1982, 1983, 1992, 2009)
Vasco da Gama Rio de Janeiro (Rio de Janeiro) 4 (1974, 1989, 1997, 2000)
Fluminense Rio de Janeiro (Rio de Janeiro) 4 (1970, 1984, 2010, 2012)
Cruzeiro Belo Horizonte (Minas Gerais) 4 (1966, 2003, 2013, 2014)
SC Internacional Porto Alegre (Rio Grande do Sul) 3 (1975, 1976, 1979)
Gremio Porto Alegre Porto Alegre (Rio Grande do Sul) 2 (1981, 1996)
EC Bahia Salvador (Bahia) 2 (1968, 1988)
Botafogo Rio de Janeiro (Rio de Janeiro) 2 (1968, 1995)
Atletico Paranaense Curitiba (Parana) 1 (2001)
Sport Recife Recife (Pernambuco) 1 (1987)
FC Coritiba Curitiba (Parana) 1 (1985)
FC Guarani Campinas (Sao Paulo) 1 (1978)
Atletico Mineiro Belo Horizonte (Minas Gerais) 1 (1971)

Die Spieler

Viele südamerikanische Fußballer lassen ihre Karriere in der brasilianischen Liga ausklingen. So ging Ze Roberto etwa 2012 zurück in seine Heimat. Nach zwei Jahren bei Gremio Porto Alegre steht der inzwischen 41-jährige ehemalige Bayern-Star seit Jänner 2015 und noch bis Jahresende bei Palmeiras unter Vertrag. Paolo Guerrero, Ze Robertos ehemaliger Mitspieler bei den Bayern und beim HSV, geht inzwischen für Flamengo auf Torjagd. Beim FC Sao Paulo stehen mit Breno und Michel Bastos gleich zwei ehemalige Bundesliga-Profis unter Vertrag, die in Europa nicht (mehr) glücklich wurden.

Auch der inzwischen beim FC Santos engagierte ehemalige Lazio-Kapitän Cristian Ledesma dürfte noch einigen ein Begriff sein. Fred kehrte nach nicht einmal vier Jahren in Europa bereits 2009 nach Brasilien zurück. Seine guten Leistungen bei Fluminense verschafften dem inzwischen 32-Jährigen immer wieder einen Platz in der „Selecao“. Neben den teilweise erwähnten bekannten Namen wartet der brasilianische Klubfußball mit einer Vielzahl junger talentierter Spieler auf, die den Sprung zu einem Spitzenklub in Europa schaffen wollen.


 

In diesem Sinne viel Spaß mit der Serie A, der Liga Paulista und der Liga Carioca LIVE auf LAOLA1.tv!

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