Die nervigsten Transfergerüchte

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Das Blatt muss gefüllt werden. Um jeden Preis.

So scheint es häufig, wenn in den internationalen Medien die wildesten Gerüchte auftauchen.

Ein Rekordtransfer hier, ein Sensations-Wechsel da.

Häufig spielt es gar keine Rolle mehr, über die Spekulationen auch nur ansatzweise realistisch sind. Wichtig ist nur, dass dem Leser neuer Stoff geboten wird.

Inzwischen treibt das Ganze derart abstruse Blüten, dass man teilweise täglich mit neuen Gerüchten über Spieler A oder Trainer B gefüttert wird. Wäre ja auch langweilig, wenn ein Jose Mourinho oder Zlatan Ibrahimovic mal nicht von den Titelseiten lachen würde.

Natürlich springen alle Medien auf diesen Zug auf, man will schließlich nicht die alles entscheidende Meldung verpassen. Dabei lässt sich nicht verleugnen, dass Gerüchte über die eine oder andere Transferaktie des Öfteren für Kopfschütteln sorgt. Daher präsentieren wir "Die fünf nervigsten Transfergerüchte":

JOSE MOURINHO

Der Portugiese zählt zu den besten Trainern der Welt. Kein Wunder, dass er daher auch bei den besten Klubs des Planeten gehandelt wird. Ende März gab es erste Spekulationen über eine Rückkehr des "Special One" nach Spanien. Der FC Valencia klopfte laut "Sun" beim zweifachen Champions-League-Sieger an und wurde mit guten Chancen auf eine Verpflichtung versehen.

Vor rund einer Woche vermeldete die "Bild"-Zeitung den Wechsel des 53-Jährigen fix - allerdings zu Manchester United. Einzig die offizielle Verkündung des Vereins würde noch ausstehen. Nur einen Tag später folgte die Rolle rückwärts durch "Sky Sports". Demnach befand sich "Mou" in Vertragsverhandlungen mit Paris St. Germain, die beiden Parteien sollen sich deutlich näher gekommen sein.

Noch nicht genug? Kein Problem, wir bringen Option vier ins Spiel: Es mehren sich Gerüchte, wonach Real Madrid im Falle einer titellosen Saison seinen Ex-Trainer liebend gern zurückholen würde. Der soll eine offene Rechnung bei den Königlichen haben, die er dann begleichen könnte.

 

MATS HUMMELS

Bis 2017 steht der Innenverteidiger noch bei Borussia Dortmund unter Vertrag, ein Wechsel im Sommer deutet sich aber an. Er selbst erklärte, dass er hin und her überlegt, ob er bleiben oder gehen soll. Ein gefundenes Fressen für alle Medien. Schon in den letzten Transferperioden wurde Hummels nachgesagt, sich auf einen Flirt mit Manchester United eingelassen zu haben.

Die Red Devils gelten bis dato als Interessent, doch auch der FC Chelsea wurde ins Spiel gebracht. Vor einer Woche dann der nächste potenzielle Hummels-Arbeitgeber: Die "Bild" will erfahren haben, dass der FC Barcelona den 27-Jährigen beobachtete und Sportdirektor Ariedo Braida ihn unbedingt nach Katalonien lotsen will. Das Schwesternblatt "Sport Bild" lenkte die Aufmerksamkeit nach München.

"Hummels-Vater schließt Bayern-Wechsel nicht mehr aus!", lautete die Schlagzeile und die "Bild" ließ sich nicht lange bitten, um die Taktik in puncto BVB-Star zu ändern. Die Zeitung berichtete, dass es bereits Verhandlungen gab und will nun sogar wissen, dass dem Weltmeister von 2014 ein unterschriftsreifer Vierjahres-Vertrag vorliegt, der ihm zehn Millionen Euro per anno einbringen würde.

 

ALEKSANDAR DRAGOVIC

Aus österreichischer Sicht gibt es wohl keinen Kicker, der es auch nur annähernd mit "Drago" aufnehmen kann. Anfang Jänner leitete "ESPN" das Theater ein. Leicester City, Sensationsteam in der Premier League, schien Gefallen am ÖFB-Legionär gefunden zu haben. Nur drei Tage später wusste die "Daily Mail", dass Dynamo Kiev deshalb die Ablöseforderung auf 34 Millionen Euro erhöhte.

Eine ganze Woche verging, bis "SportMediaset" eine kleine Transferbombe zündete: Ein Wechsel in die Premier League stand unmittelbar bevor, in den nächsten Stunden sollte der zu diesem Zeitpunkt noch 24-Jährige bei Manchester United anheuern. Eine knappe Woche verging, Dragovic stand immer noch in der Ukraine unter Vertrag, da meldeten sich deutsche Zeitungen zu Wort. Schalke 04 galt plötzlich als ernsthafter Kandidat für eine Verpflichtung.

Wiederum passierte nichts, das Transferfenster schloss und tatsächlich wurde es eine Weile ruhig um den begehrten Wiener. Anfang April dann der Turnaround: Wiederum war es "SportMediaset", das sich als wahrer Drago-Kenner erwies und dem SSC Napoli andichtete, den nunmehr 25-Jährigen zum Wunschspieler erklärt zu haben. Nun wurde es auch dem ÖFB-Teamspieler zu bunt, weshalb er gekonnt zum Gegenschlag ausholte und selbst Gerüchte schürte: "Wenn es die Möglichkeiten West Ham oder Schalke gibt, welche sollte man nehmen?"

 

ILKAY GÜNDOGAN

Same procedure every year. Da Ilkay Gündogan von "echter Liebe" zum BVB ebenso weit entfernt zu sein scheint wie Schalke vom Meistertitel, warten die Dortmunder Verantwortlichen noch immer auf ein Treuebekenntnis des Nationalspielers. Im Vorjahr blieben die Top-Angebote wohl aus, weshalb er sich für eine Verlängerung um ein Jahr entschied. Diesmal gibt man sich damit im Ruhrpott nicht zufrieden.

Der FC Barcelona, lange Zeit als Abnehmer Nummer eins gehandelt, soll das Interesse verloren haben, Real Madrid ebenso. Bleibt Manchester City, das sich mit Pep Guardiola komplett neu aufstellen will. Geheimtreffen soll es bereits gegeben haben, berichtete "De Telegraaf". Seither gibt es - überspitzt gesagt - keinen Tag, an dem es keine neue Story über den 25-Jährigen gibt.

Vom Zeitplan bis zu seiner Entscheidung über Gründe für einen Verbleib bis zum längst unterzeichneten Vertrag waren von "Bild" abwärts in diversen Medien Dutzende Gerüchte und Angeblich-Vollzüge zu vernehmen. Offiziell rechnet sich derweil der BVB weiter Chancen auf einen Verbleib des Mittelfeld-Stars aus.

 

ZLATAN IBRAHIMOVIC

Natürlich darf der Schwede in dieser elitären Liste nicht fehlen. Sein Abgang von Paris St. Germain ist beschlossene Sache. Zumindest, solange der Eiffelturm in der französischen Hauptstadt bleibt, wo er ist. Wohin es den 34-Jährigen verschlägt, stellt aber sämtliche Medien vor ein großes Rätsel.

Jiangsu brachte sich ins Spiel und liebäugelt mit einer Verpflichtung des Superstars ins Reich der Mitte. "Es wäre großartig, wenn er nach China kommen würde", wurde Trainer Dan Petrescu von "Digisport.ru" zitiert. Das Transferobjekt selbst heizte die Spekulationen selbst an und erklärte: "Es wird Großes pasieren."

Prompt ging es drunter und drüber. Die Major League Soccer wurde von englischen Medien ebenso ins Spiel gebracht wie die Premier League. Mino Raiola, wortgewaltiger Berater des Stürmers, erklärte in der "Gazzetta dello Sport", dass sich mit Ausnahme von Manchester City alle großen Klubs auf der Insel bei ihm gemeldet hätten.

Für die "Daily Mail" steht ManUnited auf der Pole Position, jedoch verlangt "Ibra" offenbar 40 Millionen Euro pro Saison. "Metro" favorisierte dagegen zunächst Chelsea und war sich sicher, dass die Blues kurz vor einem Transfer stehen. Inzwischen räumt man dem Stadtrivalen Arsenal die besseren Chancen ein und weiß von einem "riesigen Angebot" für den Routinier. Eine weitere Möglichkeit brachte Ibrahimovic bei "TV4" ins Spiel: "Vielleicht höre ich auch einfach auf."

Offiziell ist bislang nichts, was im Übrigen für alle nervigen Transfergerüchte gilt. Sicher ist nur, dass die genannten Herren uns auch weiterhin beschäftigen.

Ob wir wollen oder nicht ...

Christoph Nister

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare