Sensationsteams und Rohrkrepierer

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Während sich die deutsche Bundesliga ihre wohlverdiente Winterpause nicht nehmen lässt und sich Bayern, Dortmund und Co. in den Trainingslagern auf die Rückrunde vorbereiten, ging es in den restlichen Top-Ligen um den Jahreswechsel teilweise richtig rund.

Resultat: England und Frankreich befinden sich bereits in der zweiten Saisonhälfte, Spanien und Italien halten exakt bei Halbzeit der Meisterschaft.

Zeit, um einen Blick auf die bisherige Spielzeit, ihre Überraschungsteams und Rohrkrepierer zu werfen.

PREMIER LEAGUE - 20 von 38 Runden

Im Vorjahr dem Abstieg entgangen, steckt Leicester City 2015/16 mitten im Kampf um den Titel. Die Truppe um Christian Fuchs sowie die Shootingstars Jamie Vardy und Riyad Mahrez (Vom zarten Burschi zum Dribbelkönig) mischt das Tableau durcheinander und macht sich daran, ein englisches Fußballmärchen zu schreiben.

Begünstigt wird dies aber nicht nur von den starken Leistungen der Foxes, sondern auch dem Schwächeln der Großklubs.

Allen voran Meister Chelsea, dessen Mannschaft einen - ob ihrer Qualität nicht zu erklärenden - Katastrophen-Herbst hingelegt hat.

Hinzu kommt, dass auch Liverpool, die Klubs aus Manchester und selbst Tabellenführer Arsenal Konstanz aus ihrem Wortschatz gestrichen haben. Dadurch präsentiert sich der Titelkampf ebenso hochspannend, wie jener um die internationalen Startplätze, auf die unter anderem Teams wie West Ham und Crystal Palace schielen dürfen.

Heute 20:45 Uhr im LIVE-Ticker: Villa-Crystal, Bournemouth-WHU und Newcastle-ManUnited

Wenig überraschend ist die Verwicklung Aston Villas in den Abstiegskampf, das Ausmaß der Krise ist hingegen frappierend.

Der letzte und einzige Villa-Sieg dieser PL-Saison ereignete sich am ersten Spieltag (1:0 bei Bournemouth), seither gab es fünf Remis und 14 Niederlagen.

Bei sieben Punkten Rückstand auf den Vorletzten Sunderland und elf auf das rettende Ufer, spricht vieles dafür, dass der Klub aus Birmingham 2016/17 erstmals nicht Teil der Premier League sein wird.


PRIMERA DIVISION - 19 von 38 Runden

Das Niveau an der La-Liga-Spitze ist einmal mehr extrem hoch, Niederlagen darf man sich kaum erlauben.

Bislang drei Pleiten bescherten Real bereits einen nicht unerheblichen Nachteil, Titelverteidiger Barca hat das direkte Duell in der Hinrunde deutlich gewonnen und noch ein Spiel in der Hinterhand.

Leader Atletico sorgt wieder für einen echten Dreikampf und das vor allem durch brutale Effektivität.

Im Vergleich mit Real (52) und Barca (44) reichen Atletico vergleichsweise mickrige 27 Tore zur Tabellenführung, ermöglicht durch die mit Abstand beste Defensive der Liga (8 Gegentore).

Die Hälfte seiner 14 Siege feierte Atletico mit einem Treffer Unterschied, vor allem in der Schlussviertelstunde (12 Tore sind Spitzenwert) sorgen Griezmann und Co. immer wieder für die entscheidenden Momente.

Hinter dem Top-Trio etabliert sich Villarreal wieder als regelmäßiger Europacup-Teilnehmer und Celta de Vigo setzt seinen Vorstoß der letzten Jahre fort.

Die Galicier, in der Vorsaison Achter, scheinen einen weiteren Schritt zu machen und liegen als Fünfter aktuell auf Europa-League-Kurs.

Dahinter folgt momentan die bislang größte Überraschung: Eibar. Der Dorfklub durfte sein La-Liga-Abenteuer nur dank des Zwangsabstiegs von Elche um ein weiteres Jahr verlängern und nutzt diese zweite Chance hervorragend.

Hinter den Erwartungen blieb indes vor allem der FC Valencia. Der Vorjahres-Vierte fand auch nach der Trennung von Nuno Espirito Santo nicht in die Spur. Nachfolger Gary Neville wartet immer noch auf den ersten Sieg in La Liga, insgesamt konnte der Rapid-Gegner seit acht Liga-Spielen nicht mehr gewinnen und liegt nur an neunter Stelle.


Serie A - 19 von 38 Runden

Die Spannung hat wieder Einzug gehalten am guten alten Stiefel.

Die unangefochtene Dominanz von Juventus ist, nicht zuletzt wegen eines schlechten Saisonstarts der alten Dame, gebrochen.

Allerdings stürmten die Turiner mit einer seit neun Partien anhaltenden Siegesserie zurück auf Platz zwei, sind wieder voll im Rennen.

Auch, weil sich weder die Torfabriken Napoli (38 Treffer) und Fiorentina (37) noch die Minimalisten von Inter (24 Tore, neun 1:0-Siege) dauerhaft an der Spitze behaupten konnten.

Die Roma nahm sich zuletzt durch zahlreiche Remis aus dem Rennen, konnte nur eine ihrer letzten sieben Liga-Partien gewinnen und spielte dabei fünf Mal unentschieden.

Mit Sassuolo (6.) und Empoli (7.) lassen zwei Überraschungsteams im Moment die Großklubs AC Milan und Lazio Rom hinter sich.

Beide Teams begeistern durch ihre offensive, attraktive Spielweise. Sassuolo besticht zudem durch eine starke Defensive (17 Gegentore) und überzeugte am Wochenende mit dem Auswärtssieg bei Inter. Empoli kann sich vor allem auf einen 36-jährigen Routinier verlassen. Massimo Maccarone erzielte bisher schon acht Treffer.

Für einen anderen Oldie könnte seine Karriere hingegen mit einer Enttäuschung beenden. Luca Toni gab zu Protokoll, mit Hellas unbedingt noch den Abstieg verhindern zu wollen.

Im Vorjahr reichte es für den Klub aus Verona mit Torschützenkönig Luca Toni (22 Treffer) noch zu Tabellenplatz 13. Aktuell hält der 38-Jährige bei drei Toren in zehn Spielen und sein immer noch siegloses Team abgeschlagen am Tabellenende.


Ligue 1 - 20 von 38 Runden

Paris St. Germain hat in den kommenden Monaten genug Zeit, um ein Auge auf die Champagner-Preise zu werfen und dann zuzuschlagen, wenn die edlen Tropfen günstig zu haben sind.

Denn der Kampf um den Titel ist im EURO-Land längst entschieden.

Die Truppe von Trainer Laurent Blanc ist in dieser Saison eine Macht für sich, hat bereits 20 Punkte Vorsprung und immer noch keine Partie verloren.

Zlatan Ibrahimovic (15 Tore/6 Assists), Angel di Maria (6/9) und Edinson Cavani (10/2) stellen die gegnerischen Defensiven regelmäßig vor unlösbare Aufgaben.

Was sich dahinter abspielt, ist nicht weniger als eine unglaubliche Sensation.

Angers SCO, im Sommer als Dritter der zweiten Liga aufgestiegen, liegt auf dem zweiten Platz. Die No-Name-Truppe aus dem 150.000-Einwohner-Ort mischt mit viel Euphorie und unbändigem Kampfeswillen einfach mal die Liga auf.

19 geschossene und elf kassierte Tore in 20 Runden zeugen von wenig Attraktivität und viel Effizienz. Und plötzlich kennt in Frankreich jeder den 29-jährigen Senegalesen Cheikh Ndoye, der als Kapitän Herz und Hirn der Mannschaft ist.

Die vermeintliche Beletage des französischen Fußballs schlägt sich indes mehr schlecht als recht.

Der AS Monaco ist immerhin Dritter, Olympique Lyon trennte sich zu Weihnachten von seinem Trainer Hubert Fournier und muss als Sechster ebenso um einen internationalen Startplatz zittern wie das punktegleiche AS St. Etienne.

Und Olympique Marseille rangiert nach dem chaotischen Saisonstart gar nur sechs Punkte über dem Strich auf dem elften Platz.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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