"Zum FC Bayern liegen Welten dazwischen"

 

Der „Blick“ schreibt von einem „Sieges-Monster“.

Die „Tages-Woche“ titelt mit: „Die Unersättlichkeit des FC Basel und das Armutszeugnis für den Rest“.

Der FC Basel hat es schon wieder getan. Zum siebten Mal in Folge. In diesem Jahrzehnt hat die Schweizer Super League noch keinen anderen Meister erlebt. Diesmal war es bereits fünf Spieltage vor Schluss so weit.

Eine Dominanz, mit der nicht einmal ein anderer „FCB“, der für nationale Dominanz steht, mithalten kann. Schließlich steht der FC Bayern „erst“ vor seinem vierten Titel in Folge, womit die Münchener in Deutschland einen neuen Rekord aufstellen würden.

„Jeder Titel ist schön“

„National kann man das absolut vergleichen, aber natürlich sind wir alles andere als interessiert daran, dass wir uns mit dem FC Bayern vergleichen. Da liegen noch einmal Welten dazwischen“, sind für Marc Janko im Gespräch mit LAOLA1 Vergleiche mit dem deutschen Rekordmeister nur auf Meisterschaftsebene zulässig.

Mit seinen 16 Treffern in 20 Liga-Einsätzen hat der derzeit verletzte ÖFB-Team-Stürmer wesentlichen Anteil am neuerlichen Triumph der Rheinstädter.

Dessen Vollendung erlebte der 32-Jährige, der bezüglich Comeback nach seinem Muskelfaserriss im Zeitplan liegt, nur von der Tribüne aus. Die Feierlichkeiten nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Sion am vergangenen Samstag konnte aber auch der Goalgetter in vollen Zügen genießen.


Es ist dies bereits der fünfte Meistertitel in Jankos Karriere. Drei Mal durfte er mit Red Bull Salzburg jubeln, ein Mal mit dem FC Porto. Dazu kommt der Pokalsieg in den Niederlanden mit Twente Enschede.

„Jeder Titel ist schön. Es ist bei jedem Verein eigen, einen Titel zu feiern, in jedem Land und in jeder Kultur gibt es Besonderheiten. Ich freue mich natürlich wahnsinnig, jetzt einen Titel mehr gewonnen zu haben. Es tut auf jeden Fall gut, wenn man Meisterfeiern miterleben kann – egal in welchem Land das ist“, jubelt der Niederösterreicher.

Liebe auf den ersten Blick

 Trophäen sind am Ende der Saison der Lohn für die harte Arbeit. Janko stand in seiner Laufbahn immer wieder bei Spitzenklubs in der jeweiligen Liga unter Vertrag. Mehr zu verdienen hätte es möglicherweise bei einem Mittelständler in einer Top-Liga gegeben. Trotz der zahlreichen Titel habe er sich seine Vereine jedoch nie nach der Höhe der Chance auf den Meistertitel ausgesucht:

„Das war nie der Fall. Bei mir hat es sich so ergeben, dass ich meistens bei solchen Klubs gelandet bin. Ich hatte im Endeffekt auch noch nie ein konkretes Angebot eines Mittelständlers in einer sehr großen Liga. Deswegen hat sich diese Frage für mich nie gestellt.“

Das Angebot des FC Basel war im Sommer 2015 ein Segen für Janko. Nach dem missglückten Kapitel Trabzonspor hauchte er in der Saison davor beim FC Sydney seiner Karriere neues Leben ein. Beim Schweizer Traditionsverein konnte er nun unweit der Heimat seinen Torriecher unter Beweis stellen.

„Ich bin wahnsinnig froh, wie alles gekommen ist. Es waren doch ein paar vermeintliche Zufälle, die dazu geführt haben, dass ich hier unterschrieben habe“, spielt der 1,96-Meter-Riese auf den unerwarteten Abschied aus Australien an.

Beim FC Basel hätte es sich um Liebe auf den ersten Blick gehandelt: „Absolut! Ich habe mich selten so schnell bei einem Klub so wohl gefühlt wie hier. Die Integration in den Verein, in die Mannschaft und auch mit den Fans ist sehr leicht von der Hand gegangen. Das hat von der ersten Sekunde an gepasst.“

„Keine gespielte, sondern authentische Herzlichkeit“

Der größte Vorzug seines Arbeitgebers sei, dass trotz aller Erfolge immer noch eine „familiäre“ Atmosphäre herrschen würde:

„Der Präsident, die sportliche Leitung, die Mannschaft, das Trainer-Team und die Offiziellen – sie alle strahlen eine Herzlichkeit aus. Sie sind nicht irgendwie gespielt, sondern wirklich glaubhaft und authentisch freundlich und machen es einem sehr einfach, sich hier wohl zu fühlen.“

"Für Zuschauer und Medien wäre es natürlich angenehmer und interessanter, wenn es ein bisschen spannender wäre. Aber ich kann gerne darauf verzichten."

Marc Janko

Diese Bodenständigkeit sei auch die Maxime des Klubs: „Hier heißt es, wir probieren jedes Jahr Meister zu werden, es ist aber nicht Voraussetzung, dass wir Meister werden müssen. Da ist YB Bern ganz anders. Soweit ich das in den letzten Jahren gehört habe, spucken sie schon in der Vorbereitung gerne große Töne und meinen: ‚Heuer werden wir Basel stürzen.‘ Sie lehnen sich weit aus dem Fenster. In den letzten sechs Jahren hat es nie geklappt.“

Den ganz großen Aufschrei wegen der Baseler Dominanz gibt es laut Janko jedoch nicht. Die Schweizer seien von Haus aus etwas nüchterner in ihren Analysen.

„Natürlich würde sich jeder wünschen, dass es ein bisschen spannender wird. In den vergangenen Jahren war es auch ab und zu ein bisschen enger. Heuer zum Glück für mich nicht, wir sind bald einmal vorneweg davon gezogen. Als Spieler ist es mir so lieber. Für Zuschauer und Medien wäre es natürlich angenehmer und interessanter, wenn es ein bisschen spannender wäre. Aber ich kann gerne darauf verzichten“, legt Janko aus seiner subjektiven Sicht wenig Wert auf einen Titel-Krimi.

Auf jeden Fall macht es in dieser Saison sogar der FC Bayern spannender als das „unersättliche Sieges-Monster“ aus Basel.

Peter Altmann


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