Juventus ist heiß auf die Champions League

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Auch in der vergangenen Saison war in Italien kein Kraut gegen Juventus Turin gewachsen.

Mit souveränen neun Punkten Vorsprung holte die „Alte Dame“ den fünften Meistertitel in Folge, dahinter gab es zwischen dem SSC Napoli und der AS Roma lediglich einen Kampf um Platz zwei.

Dabei schien vor einem Jahr die Chance so groß wie lange nicht, den Serienmeister von der Spitze zu stürzen. In der Sommerpause verließen bekanntlich mit Carlos Tevez, Andrea Pirlo und Arturo Vidal drei Leistungsträger den Verein. Doch nach kurzen Anlaufschwierigkeiten stellte Juve seine Vormachtstellung eindrucksvoll unter Beweis, zwischen dem 10. und dem 37. Spieltag gab man lediglich zwei (!) Punkte ab.

Vor der Saison 2016/17 sorgte man erneut am Transfermarkt für Aufsehen, die Turiner waren in den beiden teuersten Transfers involviert. Zum einen lotste man Gonzalo Higuain für satte 90 Millionen Euro von Napoli in den Norden Italiens, zum anderen musste man Paul Pogba nach Manchester verabschieden – für 105 Millionen Euro.

Man will mehr

Diese Wechsel untermauern eindrucksvoll: Juventus ist endgültig wieder in der Elite des europäischen Klubfußballs angekommen. Das will man diese Spielzeit auch wieder am grünen Rasen untermauern.

Nach dem CL-Finaleinzug 2015 scheiterte man in der abgelaufenen Saison bereits im Achtelfinale am deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Zu wenig für die Ansprüche der Turiner, allen voran Präsident Andrea Agnelli. Nicht anders sind die Transferaktivitäten zu deuten.

Über die Ablösesumme von Higuain wurde bereits viel geschrieben und diskutiert, seine überzähligen Kilos, die speziell im Test gegen West Ham zu erkennen waren, waren dabei keine Hilfe für ihn. Dennoch hat sich Juve mit dem Argentinier den besten Stürmer der Serie A geholt, in 104 Spielen für Napoli netzte er starke 71 Mal.



Zusammen mit Landsmann Paulo Dybala, der im Test gegen Espanyol Barcelona mit einem Traumtor glänzte, besitzt Juventus eine der besten Sturmreihen Europas. Auch die kroatischen Back-Ups Mario Mandzukic und Neuzugang Marko Pjaca haben ihr Können mehrfach unter Beweis gestellt. So weint auch kaum einer Alvaro Morata nach, der von Real nach Madrid zurückgeholt wurde.

Wie schwer wiegt der Pogba-Abgang?

Größere Sorgen als die Offensive wird den Tifosi jedoch das Mittelfeld bereiten. Mit Dani Alves bekam man einen der erfolgreichsten Fußballer der letzten Jahre für die Flügelposition im 3-5-2, zudem sicherte man sich vergleichsweise für 30 Millionen Euro mit Miralem Pjanic ein wahres Schnäppchen.

Doch der überragende Mann in der Mittelfeldzentrale ist mit Pogba abhandengekommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Claudio Marchisio mit einem Kreuzbandriss immer noch außer Gefecht ist. Dem Deutschen Sami Khedira gelingt es ebenfalls nicht, längere Zeit fit zu bleiben.

Kein Wunder, dass die Führungsriege noch mindestens einen Mittelfeldmann in die Fiat-Stadt holen möchte. Blaise Matiudi und Axel Witsel gelten als heiße Aktien.

Auch die Defensive kriselt

Eigentlich ist die Defensive rund um die italienischen Teamspieler Buffon, Barzagli, Bonucci und Chiellini das Prunkstück der Turiner. Mit Bayern-Leihgabe Medhi Benatia bekam diese zusätzliche Verstärkung. Sieben Gegentore in fünf Testspielen lassen allerdings beim Rekordmeister die Alarmglocken läuten.


„Es ist noch alles in Arbeit. Aber wir wissen, dass wir uns speziell in diesem Bereich verbessern müssen“, gibt auch Giorgio Chiellini gegenüber der „Gazzetta dello Sport“ zu. „Wir müssen unser Selbstvertrauen zurückgewinnen und uns schnell fokussieren, bevor die Zeit abgelaufen ist.“

Zudem ist der Abwehrchef überzeugt: „Die Qualität im Kader hat sich gesteigert!“

Rivale ortet Chance

Während man bei den „Bianconeri“ das Augenmerk auf die Königsklasse gerichtet hat, machen sich die nationalen Rivalen Hoffnungen, endlich wieder einen neuen Meister zu sehen. So auch Inters Neo-Trainer Frank de Boer.

„Es ist nicht garantiert, dass Juventus dieses Jahr stärker ist“, so der Niederländer, der mit den „Nerazzurri“ wieder in die CL-Ränge vorstoßen möchte. „Sie haben einige große Namen, aber wir wissen noch nicht, ob diese großen Namen auch ein großes Team bilden können.“

Selbst Chiellini warnt davor, die Serie A nicht ernst zu nehmen: „Inter hat einen unglaublich starken Kader. Napoli hat zwar Higuain verloren, aber immer noch eine eingespielte Truppe und einen exzellenten Coach. Und seit Luciano Spalletti zur Roma zurückgekehrt ist, spielen sie auch hervorragend.“

Nichtsdestotrotz gehen die Turiner einmal mehr als die großen Gejagten in die Serie-A-Saison.

In einem Jahr möchte man dies auch bei der Champions League sagen können.

 

Julian Saxer


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