Milan-Pleite mit Konsequenzen

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AC Milans bittere 0:1-Niederlage nach Verlängerung im Coppa-Finale gegen Juventus Turin hat Konsequenzen.

Für die Lombarden bedeutet es einen unrühmlichen Negativ-Rekord, verpassen sie doch damit zum dritten Mal in Folge das europäische Geschäft. Auch das Personal-Karussell wird sich im Sommer gehörig drehen. Davon betroffen ist aber nicht nur der Kader, sondern wohl auch Trainer Cristian Brocchi.

"Kann Brocchi bleiben? Wir werden sehen", erklärt Eigentümer Silvio Berlusconi kryptisch.

Berlusconi: "Wenn du verlierst, solltest du ruhig sein"

Zwar habe er eine engagierte Mannschaft gesehen und "den Burschen mein Kompliment ausgesprochen", doch die Leistungen der letzten Wochen hinterließen keinen besonders guten Eindruck beim "Cavaliere".

"Wenn du gewinnst, kannst du reden. Wenn du verlierst, solltest du besser ruhig sein", erklärt der 79-Jährige vielsagend, nachdem er das Stadio Olimpico in Rom mit hängendem Kopf verlässt.

Brocchi erkennt erstmals seine Handschrift

Dagegen versucht Brocchi, sich in Gesprächen mit den Medien stark zu reden. "Ich habe erstmals meine Handschrift in diesem Team gesehen", heftet er sich die starke, jedoch glücklose Leistung seiner Truppe auf die eigenen Fahnen.

"Ich habe in den letzten Tagen intensiv gearbeitet. Zum ersten Mal habe ich das Team das machen sehen, was ich von ihm verlangt habe. Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir wettbewerbsfähig waren, leider ziehen wir mit einer unverdienten Niederlage von dannen", kämpft er um seinen Posten.

Ein Verbleib des 40-Jährigen gilt als unwahrscheinlich, da schon seit längerem über seinen Nachfolger spekuliert wird. So befinden sich Medienberichten zufolge der ehemalige Roma-Coach Rudi Garcia und Marco Giampaolo, der zuletzt beim FC Empoli unter Vertrag stand, auf der Wunschliste der Rossoneri.

Juventus feiert das Double-Double

Während bei den Rossoneri Wunden lecken angesagt ist, herrscht bei Juventus Turin erwartungsgemäß ausgelassene Stimmung. "Es ist wie immer ein großartiges Gefühl zu gewinnen", strahlt Abwehrchef Giorgio Chiellini, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld geführt hatte.

Als großen Trumpf macht er das starke Teamgefüge aus. "Wir haben von Beginn an daran geglaubt, dass wir diesen Weg gehen können. (...) Unsere Champion-Qualitäten haben sich durchgesetzt."

Matchwinner Morata nicht überrascht

Goldtorschütze Alvaro Morata zeigt sich "überglücklich, dass wir erneut das Double geholt haben." Es ist zugleich ein historischer Erfolg, denn Meisterschaft und Coppa Italia gewann noch nie eine italienische Mannschaft in zwei aufeinander folgenden Jahren.

Die Tatsache, dass ausgerechnet er das Spiel entscheiden würde, überrascht ihn indes nicht sonderlich. "Meine Freunde haben mir gesagt, dass ich Matchwinner werden würde. Es freut mich ganz besonders, weil mein Vater das Spiel auf der Tribüne verfolgt hat, meine Mutter hat zuhause zugesehen."

Lob zollt er auch dem starken Auftritt Milans. "Sie haben ein großartiges Spiel und echten Charakter gezeigt. Wir waren weit davon entfernt, sie locker zu besiegen."

Allegri lobt Milan und seine Mannschaft

In dieselbe Kerbe schlägt auch sein Trainer Massimiliano Allegri. "In Finals musst du nicht nur stark spielen, du brauchst auch das Glück auf deiner Seite. Wir haben in einem ungemein komplizierten Match gewonnen. Wir sind auf ein starkes Milan getroffen, das in der ersten Hälfte besser war als wir, während wir nach der Pause stärker wurden", zollt der ehemalige Milan-Trainer seinem einstigen Arbeitgeber Respekt.

Mehr als nur Respekt hat er für seine eigenen Schützlingen übrig. "Ich kann meine Spieler nur huldigen. (...) Wir haben drei Trophäen in dieser Saison gewonnen (inkl. Supercup im August 2015, Anm.). Eine Leistung, für die ich mich bei den Spielern, beim Klub und den Fans, die wieder außergewöhnlich waren, bedanken möchte."

Nach einer ausgiebigen Double-Feier gilt der Fokus beim 48-Jährigen jedoch bereits der neuen Saison. "Wir freuen uns darauf. Es gibt neue Herausforderungen, die da lauten: Sechster Scudetto in Folge, Titelverteidigung in der Coppa und eine gute Performance in der Champions League."

Es sind Herausforderungen, um die Juventus vom Rivalen aus Mailand beneidet wird.


Christoph Nister

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