Nizza: So soll Balotellis Neustart klappen

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Nur zwei Liga-Tore erzielte Mario Balotelli in den letzten beiden Jahren für Liverpool und Milan.

Mit seinem Wechsel zum OGC Nizza wagt der 26-Jährige einen Neuanfang. Sein Image als Skandalnudel will er ablegen. Dementsprechend fällt seine Antwort aus, als er auf die Nachtclubs der Cote d'Azur angesprochen wird: "Davon will ich gar nichts hören."

Lieber spricht er über seinen Restart: "Auch andere Teams haben mich kontaktiert, aber es war mir wichtig, dass ich spiele. Der Trainer glaubt an mich."

VIDEO: Wie Balotelli bei seinem ersten Auftritt in Nizza die Journalisten auflaufen lässt

 

Passt Balotelli überhaupt zu Favre?

Dabei ist es ausgerechnet der Coach, der viele Experten an Balotellis Wiedergeburt zweifeln lässt. Wie der Italiener gilt auch Lucien Favre als eher schwieriger Charakter.

Während seiner Amtszeit bei der Hertha krachte der Schweizer immer wieder mit Marko Pantelic aneinander - ebenfalls kein einfacher Zeitgenosse. "Pantelic war bei jedem beliebt - außer bei den Gegenspielern und Favre. Bei wem Favre beliebt ist, müssen Sie ihn schon selbst fragen", so der Serbe. Diese Aussage sagt einiges über die schwierige Beziehung der beiden aus.

Ihre gemeinsame Zeit verlief dennoch nicht unerfolgreich. Reibung kann auch fruchtbar sein. Unter Favre erzielte Pantelic so viele Tore (28 Treffer in 66 Spielen) wie unter keinem anderen Trainer.

Risiko-Verpflichtung

Ein ähnliches Szenario könnte nun auch zwischen Balotelli und Favre entstehen. „Wir kennen Marios Vergangenheit, wir wissen, dass dies ein Risiko ist“, sagt Jean Pierre Rivere. Trotzdem wollte der Nizza-Präsident sich die Chance auf die Verpflichtung des talentierten Stürmers nicht nehmen lassen.

Der Stürmer widersprach bei seiner Vorstellung. "Ich bin kein Risiko", ließ der 26-Jährige wissen. "Ich denke, dass dieses Jahr sehr gut sein wird."

"Er sagte zu mir, dass ihm Geld nicht wichtig sei."

Nizza-Boss Rivere über Balotelli

Das kolportierte Monstergehalt von 4,5 Millionen für den Einjahresvertrag bestreitet der Präsident. "Er sagte zu mir, dass ihm Geld nicht wichtig sei", meint Rivere über Balotelli.

Dessen Verpflichtung hätte Trainer Favre zunächst leicht kritisch gesehen, jetzt schwärmt der Ex-Gladbach-Coach aber vom Neuzugang: "Wir werden noch an seinen Bewegungen arbeiten. Wir wissen nicht genau, wo Mario steht. Jedoch bin ich aufgrund seiner Effizienz vor dem Tor nicht beunruhigt. Wir brauchen Mario, wir brauchen seine Gier vor dem Tor", lobt der Coach seinen neuen Torjäger.

Ehrliche Worte von Balotelli

In höflicher Manier gibt Balotelli das Lob zurück: "Die Mannschaft ist fantastisch. Es fühlt sich wie Familie an. Ich weiß, dass dieser Trainer und dieses Team schönen Fußball spielen wollen. Das mag ich."

Bei Liverpool, das für ihn 2014 20 Millionen Euro zahlte, durfte der Angreifer im Sommer nur mit der zweiten Mannschaft trainieren. Davor musste er zuschauen, wie das italienische Nationalteam bei der EURO im Elfmeterschießen an Deutschland scheiterte - ausgerechnet nachdem er vier Jahre zuvor das DFB-Team mit seinem legendären Auftritt im Halfinale aus dem Turnier schoss.

"Es war hart während der Europameisterschaft, aber ich hätte keine Nominierung verdient gehabt", gibt sich der 26-Jährige bescheiden. Und fügt hinzu: "Ich komme seit zwei Jahren ohne die Nationalelf zurecht und kann es weiter tun."

Bei Nizza will er nun auf das Niveau zurück, das ihn einst auszeichnete. Gut möglich, dass das auch RB Salzburg zu spüren bekommt. Denn in der Europa League werden es die "Bullen" am 20. Oktober (daheim) und 3. November (auswärts) mit Super-Mario zu tun haben.

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