Er will Guardiola überzeugen

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Der 28. Februar 2015 war nicht der Tag des Sinan Bytyqi. „Ich habe eine falsche Bewegung gemacht, bin im Rasen hängengeblieben“, erzählt er.

Diese falsche Bewegung hat ihn zehn Monate gekostet. Und die Teilnahme an der U20-WM. Und vermutlich bisher auch sein Debüt für Manchester City.

Dabei hatte das Jahr 2015 so gut begonnen. Leihweiser Wechsel zum SC Cambuur-Leeuwarden, in der niederländischen Eredivisie rasch einen Stammplatz erobert. „Es ist in Holland alles schnell gegangen, ich habe mich super eingelebt, bin nach wenigen Spielen schon im Team der Runde gestanden, alles hat super gepasst“, blickt der 21-Jährige zurück.

"Es war ein Stich ins Herz"

Das Duell mit Heracles Almelo änderte alles schlagartig. „Ich habe fünf Minuten lang sogar versucht, weiterzuspielen. Dann habe ich aber gemerkt, dass da irgendetwas nicht stimmt. Ich habe bis zum Scan nicht geglaubt, dass es ein Kreuzbandriss ist“, sagt Bytyqi.

Die schwere Knieverletzung beendete die Leihzeit nach nur eineinhalb Monaten. Der Offensivspieler reiste zurück nach England. „Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Es war ein Stich ins Herz. Ich war psychisch in einem Tief, habe viel überlegt. Sechs bis neun Monate kein Fußball – was soll ich tun? Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich wiederzufinden“, erzählt er von seiner schweren Zeit.

Ein Monat lang wurde gewartet, bis die Schwellung im Knie so weit zurückgegangen war, um eine saubere Operation zu gewährleisten. Danach waren zwei Wochen lang die Krücken seine ständigen Begleiter. Dann die Reha, der mühsame Weg zurück.

"Ich bin erwachsener geworden"

„Das erste Mal Laufen war schön, aber zum ersten Mal den Ball wieder am Fuß spüren, zum ersten Mal ins Tor schießen – das war der schönste Moment“, strahlt der ÖFB-U21-Teamspieler, wenn er von den Erfolgserlebnissen berichtet.

Mittlerweile ist er wieder fit. Entsprechend locker blickt der England-Legionär auf seine Verletzung zurück: „Das passiert halt, im Fußball muss man damit rechnen.“ Er sei noch stärker zurückgekommen. Ein Satz, den man nach schweren Verletzungen oft von Kickern hört.

Tatsächlich wirkt Bytyqi austrainierter als davor. Der Bizeps ist größer, die Brust breiter. „Ich mache in der Kraftkammer Übungen, die ich zuvor nicht geschafft habe“, berichtet er. Außerdem: „Ich esse anders, bin viel professioneller geworden. Ich musste in dieser Zeit viel mehr auf meinen Körper und meine Ernährung schauen. Ich bin erwachsener geworden.“

Wenn er über seine ersten Trainings nach dem Kreuzbandriss spricht, kommt aber doch eine kindliche Freude zum Vorschein: „Ich war voller Adrenalin, bin überall hingelaufen, wollte immer den Ball haben.“

"Ich trainiere fast die ganze Zeit bei den Profis"

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Zehn Spiele hat der Kärntner in der U21 von Man City mittlerweile schon wieder gemacht. „Es fehlen schon noch drei, vier Spiele über 90 Minuten, um wieder ganz der Alte zu sein“, meint er.

Geändert hat sich auch seine Rolle. Bytyqi ist einer der ältesten Spieler der Reserve. „Ich bin für den Trainer ein Führungsspieler, viele der jüngeren schauen auf mich“, sagt er. Gecoacht wird er nicht mehr von Patrick Vieira, von dem er immer noch schwärmt, der aber seit dem Winter bei Partner-Klub New York City FC arbeitet, sondern von dessen vormaligen Assistenten Simon Davies.

Wobei Bytyqi sowieso fast immer mit Yaya Toure, Sergio Agüero und Co. am Platz steht. „Ich trainiere fast die ganze Zeit bei den Profis. Der Trainer erzählt mir, dass sie nach mir fragen, wenn ich mal nicht da bin.“

"Mal sehen, was Guardiola sagt…"

Während einige seiner jungen Kollegen zuletzt schon in der Premier League aufliefen, wartet der Mittelfeldspieler noch auf seinen ersten Einsatz in der Kampfmannschaft: „Bei den Profis waren viele Verletzte, außerdem wurden einige von ihnen geschont, deshalb durften viele von uns oben ran. Wenn ich schon mehr Spiele in den Beinen gehabt hätte, hätte ich auch mein Debüt gefeiert.“

Doch dieser Gelegenheit weint er keine Träne nach. Aktuell will er einfach nur spielen. Und im Sommer werden die Karten sowieso neu gemischt, denn dann kommt Pep Guardiola.

„Uns junge Spieler freut das. In der Vergangenheit hat er immer Junge spielen lassen. Viele hoffen auf ihre Chance“, erklärt Bytyqi die Stimmungslage vor dem Antritt des Katalanen.

Auch der ÖFB-Legionär hofft: „Das nächste Jahr wird entscheidend. Mal sehen, wie die Vorbereitung läuft, was der neue Trainer sagt… Mein Traum ist, dass er sagt: ‚Bleib‘ hier!‘ Wenn er aber der Meinung ist, dass ich verliehen werden soll, bin ich auch nicht enttäuscht.“

Harald Prantl


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