Wie geht es bei Chelsea weiter?

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Was kaum für möglich gehalten wurde, ist nun doch Realität. The Special One is gone.
Nach dem Rauswurf von Jose Mourinho beim FC Chelsea stellt sich nicht nur die Frage, wer den im Abstiegskampf befindlichen englischen Meister wieder auf Kurs bringen soll, sondern auch, ob nun das große Erdbeben folgt. Mourinho als erster Stein in einem Trainer-Domino auf höchstem Niveau?

Wer könnte Mourinho ersetzen?

Die aktuell arbeitslosen Trainer sollten sich in den nächsten Tagen an der Stamford Bridge die Klinke in die Hand geben, immerhin erscheint die Aufgabe, die Blues zu übernehmen, äußerst dankbar. "Der Fokus ist nun darauf gerichtet, dass die talentierte Mannschaft ihr Potenzial ausschöpft", verlautete Chelsea in seiner Stellungnahme. Das Potenzial ist naturgemäß deutlich größer als der Output der bisherigen Saison und die Annahme liegt nahe, dass es an der Stimmung in der Kabine scheiterte. Anders ist eine solche Talfahrt dieser Mannschaft nicht zu erklären. Nun ist Mourinho, der offensichtlich große Teile des Teams verloren hatte, weg und eigentlich kann es nur besser werden.


Nicht alle waren gegen Mourinho


Die möglichen Kandidaten sind von der englischen Presse naturgemäß schnell gefunden. Ganz oben auf der Liste soll Guus Hiddink stehen. Der Niederländer betreute Chelsea bereits im Frühjahr 2009 nach der Trennung von Luiz Felipe Scolari. Sein Vorteil: Da er seit seinem unglücklichen Engagement als niederländischer Teamchef ohne Job ist, könnte er sofort als Interimstrainer einspringen und sich vielleicht als Dauerlösung empfehlen.

„AS“ bringt Juande Ramos als Mourinho-Nachfolger ins Spiel. Laut der spanischen Zeitung sei dessen Berater Gines Carvajal bereits auf dem Weg nach London. Der 61-jährige Spanier, von Dezember 2008 bis Juni 2009 Coach bei Real Madrid, ist seit Sommer 2014 ohne Verein. Seine letzte Station war Dnipro Dnipropetrovsk.

Eher unrealistisch dürfte die Option Brendan Rodgers sein. Auch er hat im Moment mehr Freizeit, als ihm lieb ist. Allerdings ist der erst im Oktober bei Liverpool entlassene Nordire den Fans wohl schwer zu verkaufen.

Wechselt Pep im Sommer auf die Insel?

Kommt Guardiola?

Der Coup schlechthin wäre die Verpflichtung von Pep Guardiola. Der Bayern-Coach ziert sich mit einer Verlängerung beim deutschen Rekordmeister, eine Entscheidung über seine Zukunft soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. „Marca“ berichtet aber bereits davon, dass der Spanier München verlassen wird. Guardiola wäre aber erst ab Sommer zu haben, bis dahin bräuchten die Londoner eine Interimslösung.

Kaum ein Thema ist in den englischen Blättern Carlo Ancelotti. Der genießt seinen Ruhestand und kündigte vor Wochen an, erst kommende Saison wieder zur Verfügung zu stehen. Einem Comeback an der Stamford Bridge, wo der Italiener bereits von 2009 bis 2011 arbeitete, stünde im Sommer also nichts im Wege. Vielleicht ließe er sich gar für ein sofortiges Engagement begeistern. Dass der Name Ancelotti selten fällt, nährt indes die Gerüchte, er würde bei Bayern die Nachfolge von Guardiola antreten.

Eine Abfuhr erteilte Claudio Ranieri, ebenfalls ein ehemaliger Chelsea-Trainer, den Blues. „Ich bin ein alter Mann und ich lese viel über Spekulationen“, meint der aktuelle Erfolgs-Coach von Überraschungstabellenführer Leicester. Im Moment zählen für ihn nur die Foxes, erklärt der Italiener, der aber zugibt, dass ihm die Gerüchte schmeicheln.

Von mehreren Seiten nachgesagt wird Chelsea indes Interesse an Diego Simeone. Der Atletico-Coach könnte genau das einbringen, was bei den Londonern im Moment fehlt: Den notwendigen Spirit, die mannschaftliche Geschlossenheit. Die Beziehungen nach Madrid sind vorhanden, immerhin wickelte man in den letzten Jahren das eine oder andere Leihgeschäft und so manchen Transfer ab. So würde Simeone bei Chelsea auf seine Ex-Spieler Thibaut Courtois und Diego Costa treffen. Auch er könnte aber erst im Sommer kommen.

Für dieses Dilemma haben wilde Spekulanten die wohl charmanteste Variante auf Lager: Kapitän und Klub-Legende John Terry als Interimstrainer bis Saisonende. Unrealistisch, zugegeben, aber mit Spielertrainer Gianluca Vialli, der im Februar 1998 nach der Entlassung von Ruud Gullit übernahm, gewann Chelsea am Ende der Saison immerhin den Europapokal der Pokalsieger.

Genug Optionen für Mourinho

Fakt ist, nun könnte richtig Bewegung in den Trainermarkt kommen. Mit Jose Mourinho ist einer der renommiertesten Coaches auf selbigem verfügbar, hinzukommt, dass man bei zahlreichen großen Klubs nicht restlos zufrieden ist mit seinem momentanen Übungsleiter.

Rafa Benitez steht bei Real Madrid in der Kritik. Sinisa Mihajlovic ist beim AC Milan schon einen Schritt weiter, ebenso wie Rudi Garcia bei der Roma – beide dürfen sich nicht mehr viel erlauben. Bei Manchester United und Louis van Gaal wirkt die Situation ähnlich verfahren wie zuletzt bei Chelsea und auch Manchester City ist immer auf der Suche nach dem Trainer, der den internationalen Erfolg bringen könnte.

Die Konstellationen bei Europas Top-Klubs sind wackelig und dadurch spannend wie selten zuvor. Lange muss Mourinho gewiss nicht auf Angebote warten. Mit dem Portugiesen ist der erste Domino-Stein gefallen, Guardiola wird der nächste sein.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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