10 Gründe, warum Leicester City Meister wird

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Am 1. April 2015 stand Leicester City am Tabellenende der Premier League.

Ein Jahr später sind die Füchse sieben Runden vor Schluss mit fünf Punkten Vorsprung Tabellenführer.

In England kündigt sich eine der größten Überraschungen der jüngeren Fußball-Geschichte an.

Das Überraschungsteam könnte tatsächlich erstmals den Meistertitel erringen.

Vor dem Spiel gegen Southampton am Sonntag kennt LAOLA1 10 Gründe, warum Leicester die Sensation gelingt:

1. Die Leicester-Spieler lieben Pizza

Und genau deswegen werden sie in dieser Saison nicht mehr viele Tore bekommen. Denn nachdem das erste „Clean Sheet“ auf sich warten ließ, versprach Coach Claudio Ranieri seiner Mannschaft gratis Pizza, sobald die Null stehen würde. Prompt kassierten die Füchse in der zehnten Runde gegen Crystal Palace (1:0) erstmals kein Gegentor. Seitdem steht Pizza nach durchschnittlich jedem zweiten Spiel auf der Tagesordnung, denn Schlussmann Kasper Schmeichel beendete die Hälfte der folgenden Saisonpartien ohne Gegentor. Ranieris Pizza-Trick scheint also zu funktionieren.

2. Der Jamie-Vardy-Effekt

Alles, was er in dieser Saison angreift, wird zu Gold! Mit 19 Toren und acht Assists Top-Scorer der Premier League, dazu überzeugte er zuletzt sogar im Dress der Nationalmannschaft mit zwei Treffern, darunter sein Fersen-Gustostückerl gegen Deutschland. Vor zehn Jahren musste der 29-Jährige nach einer Pub-Schlägerei mit Fußfesseln spielen. Nun könnte der Spätstarter mit seinen Toren zum Garant für die Meisterschaft werden. Ein märchenhafter Aufstieg!

3. No Fuchs Given

Auf gut deutsch: Christian Fuchs scheißt si nix. Mit seinen Videos wurde der Fox bei den Foxes zum Fan-Liebling. Der 29-Jährige gilt als Sieggarant - ob als Stimmungsmacher in der Kabine oder als verlässliche Stammkraft am Spielfeld. Gary Lineker hält ihn nicht umsonst für den besten Linksverteidiger der Liga. Zudem sind seine weiten Einwürfe eine zusätzliche Waffe im Kampf um den Titel. Dass es für Leicester so gut läuft, ist auch ein Verdienst des ÖFB-Kapitäns.


4. Lineker hält sich vom Stadion fern

Gary Lineker gilt als berühmtester Sohn des Klubs. Dementsprechend intensiv verfolgt die englische Fußball-Legende das Titelrennen. „Ich habe in meinem ganzen sportlichen Leben noch nie etwas so gewollt wie diese Meisterschaft“, sagt der 55-Jährige. Trotzdem wird der TV-Experte kein einziges der restlichen Saisonspiele live vor Ort verfolgen. „Aufgrund meines Jobs bin ich nicht oft im Stadion, aber ich habe sie noch nie gewinnen sehen, wenn ich dort war. Also wisst ihr, was ich in Zukunft machen werde.“

5. Leicester hat den echten Mahrez

In Leicester nennen sie Lionel Messi den argentinischen Riyad Mahrez. So viel Eindruck hat der Algerier in dieser Saison hinterlassen. Mit 16 Toren und zehn Assists hat der Dribbelkönig sogar schon den FC Barcelona auf sich aufmerksam gemacht. Gut möglich also, dass Messi ab Sommer mit seinem Vorbild zusammenspielen darf.

6. Die Konkurrenten sind zu schwach

Titelverteidiger Chelsea? Im Niemandsland der Tabelle. Manchester United? Wegen van Gaal chancenlos. City? Der ganze Kader zittert vor dem bevorstehenden Umbruch. Arsenal? In den letzten Wochen zu viele Punkte verloren. Einzig das 7 Zähler zurückliegende Tottenham kann Leicester vielleicht noch gefährlich werden. Nach dem 1:1 bei Liverpool warten mit dem Auswärtsspiel in Stoke sowie dem Heimmatch gegen United aber demnächst weitere schwere Aufgaben auf die Spurs. Vielleicht ist in drei Wochen schon alles entschieden.

7. Das günstige Restprogramm

Leicester trifft zwar noch auf den Fünften und Sechsten der aktuellen Tabelle. Ein direktes Duell gegen einen echten Meisterschaftskandidaten steht aber nicht mehr an. Zudem ist der Meistertitel fix, wenn die Füchse gegen die restlichen Gegner dieselbe Punktezahl wie in der Hinrunde holen.

Spieltag Gegner Ort Hinrunden-Ergebnis
  1. Runde
Sunderland Auswärts 4:2
  1. Runde
West Ham Heim 2:1
  1. Runde
Swansea Heim 3:0
  1. Runde
ManUnited Auswärts 1:1
  1. Runde
Everton Heim 3:2
  1. Runde
Chelsea Auswärts 2:1

8. Don Ranieri

Vor eineinhalb Jahren stand Claudio Ranieri vor einem unrühmlichen Ende seiner Trainerkarriere. 0:1 daheim gegen die Färöer. Die größte Blamage der griechischen Fußballgeschichte. Trotzdem engagierte ihn Leicester im letzten Sommer. Die Fans lieben den schrulligen Italiener mit seinem lustigen Englisch. Seine Pressekonferenzen haben Kultstatus erreicht. Auch taktisch entwickelte der 64-Jährige das Team weiter. Zu Beginn der Saison noch defensiv verwundbar, steht Leicester mittlerweile so kompakt, wie es sich für einen italienischen Coach gehört. Am letzten Spieltag könnte er seinem Ex-Klub Chelsea, wo er 2004 trotz Platz zwei gefeuert wurde, eins auswischen und an der Stamford Bridge den Meisterpokal stemmen.

9. Gutes Karma

Leicester kann im Titelkampf auf übersinnliche Unterstützung bauen. In den letzten drei Jahren segneten immer wieder buddhistische Mönche aus Thailand das King-Power-Stadium der Foxes. Dafür sorgte mit Vichai Srivaddhanaprabha der thailändische Eigentümer des Vereins. „Wir haben Gelassenheit, also so etwas wie die thailändische Kultur, in den Klub gebracht.“


10. Nichts entwischt N’Golo Kante, schon gar nicht die Tabellenführung

„N’Golo Kante verlor seine Jungfräulichkeit. Dann hat er sie zurückerobert.“ Der defensive Mittelfeldspieler gilt in Leicester als Kultfigur. Als Nobody im Sommer von Caen gekommen, räumt der Franzose auf englischen Fußballplätzen alles ab, was ihm im Weg steht. Dazu leitet er die Konter nach der Balleroberung so schnell ein wie kaum ein anderer Sechser auf der Insel. Nicht umsonst meint Sir Alex Ferguson: „Er ist der mit Abstand beste Spieler dieser Premier-League-Saison.“ Nichts entwischt N'Golo Kante, schon gar nicht die Tabellenführung. Leicesters Meistertitel ist also so gut wie fix.

 

Jakob Faber

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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