Siebenhandl begründet Wechsel zu Würzburg

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Jörg Siebenhandl wollte mehr.

Aus diesem Grund brach der 26-Jährige seine Zelte bei der Admira ab und wechselte in die 2. deutsche Liga zu den Würzburger Kickers. "Bei der Admira wäre ich im nächsten Jahr wahrscheinlich angestanden und es wäre nicht mehr viel gegangen", beschreibt der Torhüter im Gespräch mit LAOLA1 seine Beweggründe.

"In Würzburg bin ich erst am Anfang, ich muss mich hineinkämpfen und es gibt viel Luft nach oben. Ich kann mit dem Verein weiter kommen, die Optionen sind größer."

Dennoch wird Siebenhandl zu Beginn der Meisterschaft nicht erste Wahl sein. Der 39-jährige Routinier Robert Wulnikowski steht beim Liga-Start zwischen den Pfosten.

Warum das so ist, er sich trotzdem keine Sorgen macht, welche Rolle das Nationalteam in seinen Überlegungen spielt, wie knapp er vor zwei Jahren vor dem Karriere-Ende stand und was er über die Terrorattacke in Würzburg denkt, verrät Jörg Siebenhandl im LAOLA1-Interview:

LAOLA1: Du bist seit etwas mehr einer Woche in Würzburg, was sind deine ersten Eindrücke?

Jörg Siebenhandl: Würzburg ist eine sehr schöne Stadt. Ich bin noch nicht viel hinausgekommen, wir haben relativ oft Training. Ich sitze gerade im Hotel und kann im zwölften Stock über die ganze Stadt blicken, das ist schon toll. Es wird anders trainiert als ich das zuletzt kannte – körperlich deutlich intensiver. Ich kann es aber noch nicht abschließend beurteilen, weil die Meisterschaft ja noch nicht begonnen hat. Was ich aber schon sagen kann: In Deutschland wird körperbetonter gespielt.


In seinem letzten Spiel für die Admira zeigte Siebenhandl nochmals auf:
(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)


LAOLA1: Apropos Meisterschaft: An diesem Wochenende startet die zweite Liga – wirst du am Sonntag bei Eintracht Braunschweig schon spielen?

Siebenhandl: Generell bin ich absolut bereit und brenne auf meinen ersten Einsatz für die Kickers. Realistisch betrachtet bin ich erst einige Tage in Würzburg und weiß, dass ich geduldig bleiben muss. Daher werde ich mich täglich im Training anbieten und darauf hinarbeiten, dass meine Chance kommt. Wenn sich diese Möglichkeit bietet, will ich sie natürlich nutzen.

LAOLA1: Eine Ablösesumme von über 500.000 Euro für einen Tormann ist aber auch für einen deutschen Zweitligist viel Geld. Denkst du nicht, dass du als Nummer eins geholt würdest?

Siebenhandl: Auch wenn ich diese Zahl so nicht bestätigen kann, ist ein ablösepflichtiger Wechsel sicherlich eine Anerkennung meiner bisherigen Leistungen. Der Verein dokumentiert damit, dass er von mir überzeugt ist und mir zutraut, die Nummer eins zu werden. Ich muss einfach Gas geben im Training, denn am Ende entscheidet einzig und alleine die Leistung auf dem Rasen über spielen oder nicht spielen. Genau darauf werde ich mich fokussieren.

LAOLA1: War dir schnell klar, dass du das Angebot von Würzburg annehmen willst?

Siebenhandl: Ich habe mich mit den Verantwortlichen getroffen und mir ihre Visionen angehört. Wir haben zwei bis drei Stunden geplaudert, der Plan des Vereins wurde mir aufgezeigt.  Die Entwicklung der letzten beiden Jahre hat gezeigt, wozu der Verein imstande ist und man spürt, dass alle Beteiligten sich immer weiterentwickeln wollen und sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. Jetzt geht es erstmal darum, sich an die neue Liga zu gewöhnen und zu stabilisieren. Dann sehen wir weiter.

LAOLA1: Also warst du sofort überzeugt?

Siebenhandl: Naja, meine Situation bei der Admira war hervorragend. Ich habe immer gespielt, hatte ein tolles Standing im Verein und hatte richtig Spaß, in der Europa League zu spielen. Da kommt man schon ins Grübeln. Mir wurde aber schnell klar, dass das der nächste Schritt für mich sein könnte und ich dadurch bessere Optionen habe, noch weiter nach oben zu kommen. Das war letztlich neben den angenehmen Gesprächen mit den Würzburger Verantwortlichen ausschlaggebend.

Mit Vollgas in die 2. deutsche Bundesliga! Gleich 23 ÖFB-Legionäre greifen mit ihren Teams ins Gschehen ein. LAOLA1 verrät, was jeden einzelnen erwartet:

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Florian Klein (VfB Stuttgart): Der 29-jährige EURO-Starter entschied sich nach dem enttäuschenden Abstieg überraschend für den Verbleib bei den Schwaben und lehnte Angebote aus Deutschland und Frankreich ab.

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In der vergangenen Saison verlor der Rechtsverteidiger im Frühjahr seinen Stammplatz. Beim Neustart in der 2. deutschen Bundesliga wäre alles andere als dieser nach dem Aderlass des VfB aber eine herbe Enttäuschung.

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Martin Harnik (Hannover 96): Anders als bei Klein lief der Vertrag des 29-jährigen ÖFB-Teamspielers beim VFB Stuttgart aus und wurde nicht verlängert. Das angebliche Interesse des HSV bestätigte sich nicht, auch ein Wechsel zu Shandong Luneng nach China zerschlug sich, obwohl der Offensivspieler bereits vor Ort war.

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Etwas überraschend fiel dann die Wahl auf Hannover 96, so wie Stuttgart abgestiegen. "Ich möchte Teil von etwas Neuem sein, das hier entsteht", meinte der Stürmer, der wie viele andere bei der EURO unter den Erwartungen blieb. Im vergangenen Jahr bremste ihn ein Außenbandanriss im Knie, so dass er im Finish meist nur mehr Joker war.

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Samuel Sahin-Radlinger (Hannover 96): Bei Hannover trifft Harnik auf einen rot-weiß-roten Kollegen, der dem Verein bereits seit 2011 gehört, jedoch weder bei den Norddeutschen noch bei seinen Leihstationen bei Rapid und Nürnberg wirkliche Einsatzchancen vorfand.

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Lediglich in Hannovers zweiter Mannschaft kam der erst 23-jährige Keeper zu Spielpraxis. In dieser Saison soll sich das ändern. Nach der Hochzeit mit TV-Starlet Sila Sahin soll auch sportlich ein Schritt nach vorne gelingen. So geht er diesmal als Nummer zwei hinter Philipp Tschauner in die Saison.

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Guido Burgstaller (1. FC Nürnberg): 33 Einsätze, 13 Tore, 9 Assists - Burgstaller ist bei Nürnberg explodiert und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Franken als Tabellendritter bis zur Relegation an den Aufstieg in die deutsche Bundesliga glauben durften. Doch gegen Eintracht Frankfurt reichte es schlussendlich nicht.

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Der 27-jährige Offensivspieler wollte aber trotzdem in die deutsche Bundesliga, Freiburg wollte ihn holen, doch die Ablöse war seinem Klub zu wenig. Nürnberg legte ihm Steine in den Weg und sprach ein Transferverbot aus. Zum Leidwesen des Ex-Rapidlers, der über den bedingten Verbleibt nicht gerade glücklich ist.

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Georg Margreitter (1. FC Nürnberg): Der 27-jährige Innenverteidiger hat bei Nürnberg eine tolle Entwicklung hingelegt. Nach seinen weniger zufriedenstellenden Stationen bei Wolverhamption und auf Leihe in Chesterfield startete der Defensiv-Akteur in der zweiten deutschen Bundesliga richtig durch.

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Im Sommer 2015 geholt, mauserte sich der Ex-Austrianer sofort zum Stammspieler und erntete gute Kritiken. Wie Burgstaller hatte auch er maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen, wenn auch nicht durch den Aufstieg gekrönten Saison. An seinem Standing im Team wird sich wohl nichts ändern.

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Kevin Stöger (VfL Bochum): Der 22-jährige Mittelfeldspieler bleibt der 2. deutschen Bundesliga erhalten. Bei Paderborn konnt er den Abstieg in die Drittklassigkeit nicht verhindern, seine guten Anlagen zeigte er in immerhin 25 Einsätzen, auch ein Tor gelang ihm.

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Bei Bochum wurde der Oberösterreicher mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Zudem soll sein neuer Verein nicht gegen den Abstieg sondern im besten Fall um den Aufstieg mitspielen. Der nächste Step also, den es für Stöger zu bestätigen gilt. In der Vorbereitung zeichnete sich ab, dass er wohl erste Wahl sein dürfte.

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Dominik Wydra (VfL Bochum): So wie Stöger wurde der ÖFB-U21-Teamkapitän von Absteiger Paderborn losgeeist und gehört bei Bochum, wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieb, zu den neun Neuzugängen. Bei seinem Ex-Verein war es ein ständiges Auf und Ab, erst gegen Ende konnte er sich seinen Stammplatz erkämpfen.

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Das ist auch das Ziel bei den Bochumern, der Konkurrenzkampf ist allerdings groß. In der Vorbereitung konnte er sich noch nicht für die Startelf aufdrängen, im Kader wird er aber allemal sein. Trainer Gertjan Verbeek sieht Wydra als Innenverteidiger, wo er wohl erster Ersatzkandidat ist und früher oder später auf Einsatzminuten kommen wird.

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Christopher Trimmel (1. FC Union Berlin): Der 29-jährige Außenverteidiger ist seit mittlerweile zwei Jahren ein Berliner. Diese Saison wird allerdings eine richtungsweisende, will er sich aufgrund seines 2017 auslaufenden Vertrags für einen Verbleib empfehlen. Dafür benötigt er das Vertrauen von Trainer Jens Keller.

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"Ich will nicht wieder Lückenbüßer sein", meint der Ex-Rapidler im "Berliner Kurier", bezugnehmend auf die Ex-Trainer, bei denen er links, rechts, in der Innenverteidigung oder sogar als Sechser zum Einsatz kam. In der Vorbereitung soll er Benny Kessel abgehängt haben, der nun ohnehin mit Brüchen im Fußwurzelknochen ausfällt.

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Emanuel Pogatetz (1. FC Union Berlin): Der 33-jährige Routinier war eigentlich schon weg. Nicht viele hätten ihm zugetraut, dass er nach einer Station bei der Columbus Crew in der MLS noch einmal in Europa durchstarten könnte. Bei Union Berlin hat er das seit seinem Transfer im Jänner aber eindrucksvoll geschafft.

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Elf Mal stand er als Innenverteidiger auf dem Platz, neun Mal davon war er 90 Minuten dabei. Doch der ehemalige ÖFB-Teamspieler wird auch nicht jünger und muss sich wieder von vornherein dem Konkurrenzkampf stellen. Gut möglich, dass Jens Keller mehr auf eine Variante für die Zukunft setzt.

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Philipp Hosiner (1. FC Union Berlin): Der 27-jährige Burgenländer hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Bei Stade Rennes wurde er nicht glücklich, kämpfte sich aber nach der Entfernung eines bösartigen Nierentumors eindrucksvoll zurück. Der 1. FC Köln gab ihm eine Chance, doch auch dort kam er über wenige Kurzeinsätze nicht hinaus.

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Bei Union Berlin geht er einen Schritt zurück, um endlich wieder durchstarten zu können. Trainer Jens Keller deutete zuletzt ein 4-3-3-System an, in dem Hosiner als zentraler Angreifer agieren soll. Es wäre dem Angreifer nach diversen Rückschlägen zu wünschen, mit Union Berlin (Vertrag bis 2019) die richtige Wahl getroffen zu haben.

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Michael Gspurning (1. FC Union Berlin): Der 35-jährige Keeper ist in seiner Karriere schon viel herumgekommen. Griechenland, USA, zuletzt war er bei Schalke die Nummer drei, stieg aber zwischenzeitlich aufgrund von Verletzungspech seiner Kontrahenten zur Nummer zwei auf.

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Nach Auslaufen seines Vertrags bei den Königsblauen steht er vor einer neuen Herausforderung. Bei Union Berlin bekommt Gspurning eine neue Chance, doch auch beim deutschen Zweitligisten wird ihm wohl nur mehr die Rolle der Nummer drei bleiben.

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Ylli Sallahi (Karlsruher SC): Die Entwicklungskurve beim KSC zeigt für den linken Verteidiger steil nach oben. Seit Jänner 2015 ist er beim Klub und hat sich vom Ergänzungs- zum absoluten Stammspieler in der Abwehrkette gemausert.

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Den ÖFB-U21-Teamspieler konnten nur Sprunggelenksprobleme bremsen, ansonsten war er über 90 Minuten auf dem Platz zu sehen. An seiner Rolle soll sich auch in der kommenden Saison nicht viel ändern.

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Erwin Hoffer (Karlsruher SC): Man glaubt es kaum, aber der quirlige, torgefährliche Stürmer ist mittlerweile schon 29 Jahre alt. In der 2. deutschen Bundesliga hat er sich längst einen Namen gemacht, beim KSC gab es im ersten Jahr jedoch Höhen und Tiefen.

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Zwar kam Hoffer auf 27 Einsätze, je länger die Saison dauerte, desto kürzer wurden diese jedoch. Vier Treffer sind für einen Stürmer auch nicht die beste Quote. In der Vorbereitung wusste er aber durchaus aufzuzeigen. Es bleibt abzuwarten, ob er sich auch in der Meisterschaft als Stammspieler etablieren kann.

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Lukas Gugganig (SpVgg Greuther Fürth): Dem Senkrechtstarter blieb das Happy End bei seiner ersten Auslandsstadion beim FSV Frankfurt versagt. Am Ende stieg der Klub in die Drittklassigkeit ab. Gugganig war anfangs gesetzt, im entscheidenden Frühjahr aber nicht mehr.

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Der 2. deutschen Bundesliga bleibt er trotzdem erhalten. Bei Greuther Fürth hat er einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein weiteres unterschrieben. Es wird jedoch Zeit benötigen, bis der Youngster in seinem neuen Team Ansprüche auf ein Stammleiberl stellen darf.

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Robert Zulj (SpVgg Greuther Fürth): Der 24-Jährige ist im vergangenen Jahr mehr als nur angekommen bei den Kleeblättern. Eindrucksvolle 32 Einsätze stehen zu Buche, mit acht Toren und zehn Assists hat er sich zu einem unverzichtbaren Kandidaten in der Offensive gemausert.

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Damit hat Zulj die besten Voraussetzungen, auch diese Saison seinen Teil zum Erfolg der Fürther beizutragen. Vor allem wird es für den 24-Jährigen ein wichtiges Jahr, um sich möglicherweise für den nächsten Schritt in Richtung deutsche Bundesliga oder zu einem ausländischen Erstligisten zu empfehlen.

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Philipp Mwene (1. FC Kaiserslautern): Der 22-jährige Außenverteidiger hat den nächsten Schritt auf der Karriereleiter bereits gesetzt. Von Stuttgart II wechselte er zu Kaiserslautern, wo er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

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Der ÖFB-U21-Teamspieler kann sowohl links als auch rechts in der Viererkette eingesetzt werden. Bei Stuttgart blieb ihm der Aufstieg zu den Profis noch versagt. Bei den Pfälzern hinterließ er einen guten Eindruck. Trotzdem wird er sich erstmals auf die neuen Verhältnisse einstellen müssen, ehe er zur Alternative werden wird.

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Martin Rasner (1. FC Heidenheim): Erst 21 Jahre jung, aber schon Legionär in der zweiten deutschen Liga. Sein Potenzial zeigte er bereits bei Liefering und zuletzt in Grödig, deshalb kam der Wechsel ins Ausland nicht allzu überraschend. Der ÖFB-U21-Teamspieler unterschrieb für zwei Jahre.

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Bei Heidenheim trifft Rasner mit David Atanga auf einen ehemaligen Kollegen aus Liefering-Zeiten. Im zentralen Mittelfeld soll er für mehr Kreativität sorgen, muss sich jedoch auch erst an die körperbetonte Liga gewöhnen. Noch dazu hatte er zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen.

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Manuel Prietl (Arminia Bielefeld): Der Wechsel des Mattersburgers kam doch überraschend. Bei den Burgenländern stach der 25-Jährige zwar oft heraus, dass es jedoch schon diesen Sommer zu einem Wechsel in die zweite deutsche Bundesliga kommt, war nicht abzusehen.

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Der Mittelfeld-Abräumer soll auch bei Sturm Graz im Gespräch gewesen sein, die Chance in Bielefeld konnte er sich aber nicht entgehen lassen. Und wie es ausschaut, zählt er dort sogar zum Stamm. Das berichten zumindest deutsche Medien, die ihn in der Zentrale sehen.

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Marco Knaller (SV Sandhausen): Der 29-jährige Keeper hat sich nach vielen Ups and Downs in der vergangenen Saison zu einem Top-Rückhalt bei Sandhausen entwickelt und ist zurecht zum Stammtorhüter aufgestiegen. 33 Spiele stand er zwischen den Pfosten und war maßgeblich an der guten Saison beteiligt.

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Nun gilt es, diese auch zu bestätigen. Derzeit spricht nichts dagegen, dass Knaller weiterhin die Nummer eins bleibt. Zudem wurde er im Februar für seine starken Leistungen mit einer Vertragsverlängerung bis 2018 belohnt.

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Stefan Kulovits (SV Sandhausen): 33 Jahre "jung" und gerade am absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Bei seinem Herzensklub Rapid wurde er oftmals unter Wert geschlagen, bei Sandhausen ist er unverzichtbar und war letzte Saison in 30 Spielen gesetzt.

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Mittlerweile ist der defensive Mittelfeldspieler seit 2013 beim Verein, erst kürzlich hat er seinen Vertrag vorzeitig bis 2017 verlängert. Sandhausen hat zwar mit Kenan Kocak einen neuen Trainer, Kulovits bleibt aber trotz vieler Neuzugänge Kapitän beim SVS. Eine Ehre und ein Beweis dafür, dass weiter auf ihn gesetzt wird.

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Christian Gartner (Fortuna Düsseldorf): Mittlerweile ist der 22-jährige Youngster auch schon wieder seit 2013 beim Verein. Nach dem anfänglichen Durchbruch stagnierte die Entwicklung zuletzt, in der vergangenen Saison wurde er kaum berücksichtigt, fand sich oft nur im zweiten Team wieder.

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Damit soll jetzt aber Schluss sein. Alles deutet darauf hin, dass Gartner im defensiven Mittelfeld bei der Fortuna in die Saison startet. Das wäre auch wichtig, eine ähnlich enttäuschende Saison wie die letzte würde der Entwicklung des ÖFB-U21-Teamspielers wahrlich nicht gut tun.

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Michael Liendl (1860 München): So ganz klar ist die Rolle des Ex-Austrianers bei den Löwen noch nicht. Zu Beginn der Vorbereitung hatte es den Anschein, als wolle der Verein Liendl loswerden, angeblich würde der neue Trainer Kosta Runjaic ohne den 30-Jährigen planen.

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Dabei war der Mittelfeldmotor mit 32 Einsätzen, vier Toren und acht Assists in seiner ersten Saison bei 1860 maßgeblich am Klassenerhalt beteiligt. Seit kurzem herrscht endgültig Klarheit: Liendl soll bleiben, der Verein will ihm weiter das Vertrauen schenken. Wie das dann genau aussieht, bleibt abzuwarten.

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Jörg Siebenhandl (FC Würzburger Kickers): Der Admira kam mit dem 26-jährigen Keeper ein unverzichtbarer Rückhalt abhanden. Die Chance, sich bei Zweitliga-Aufsteiger Würzburg zu entwickeln, wollte ihm aber keiner nehmen. Mit starken Leistungen hat er sich diesen Wechsel verdient.

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Bei den Kickers soll er auch durchaus eine wichtige Rolle spielen, auf Dauer gesehen. Stammkeeper Robert Wulnikowski zählt bereits 39 Jahre und wird irgendwann ersetzt werden. Auch wenn das vielleicht nicht in den ersten Spielen so ist, soll Siebenhandl der künftige Nachfolger sein.

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LAOLA1: Jetzt gibt es einige Leute, die sich fragen, warum du von der österreichischen Bundesliga mitsamt Chance auf die Europa League in die zweite deutsche Liga wechselst. Wie erklärst du diesen Leuten den Transfer?

Siebenhandl: Man muss immer zwischen kurz- und langfristig unterscheiden. Kurzfristig ist die Europa-League-Quali eine tolle Sache und man kann internationale Erfahrung sammeln. Die dritte Runde hätten wir vielleicht noch überstanden, spätestens im Play-Off wäre es dann richtig schwer geworden. Man kann nie sagen, wie lange das anhält. Bei der Admira wäre ich im nächsten Jahr wahrscheinlich angestanden und es wäre nicht mehr viel gegangen. Wir haben relativ viel erreicht – vielleicht kann man das bestätigen, mehr wird aber schwer. Der Meistertitel ist mit der Admira nicht sehr wahrscheinlich, das war mir klar. In Würzburg bin ich erst am Anfang, ich muss mich hineinkämpfen und es gibt viel Luft nach oben. Ich kann mit dem Verein weiter kommen, die Optionen sind einfach größer. Die Frage ist zudem, wie oft die Chance überhaupt kommt, nach Deutschland zu wechseln.

LAOLA1: Hat auch das Nationalteam eine Rolle in deinen Überlegungen gespielt?

Siebenhandl: Das ist schwer zu sagen, eigentlich nicht wirklich. Auf längere Sicht ist die Chance sicherlich höher, wenn man im Ausland spielt. Kurzfristig war es für den Wechsel aber absolut nicht entscheidend, da ich derzeit sowieso keine Rolle im Nationalteam spiele. Ich muss mich jetzt einmal darauf konzentrieren, hier im Training zu überzeugen und meine Chance zu suchen. Alles andere liegt dann ohnehin nicht in meiner Hand.

LAOLA1: Vor ein paar Wochen gab es die Gerüchte um einen Wechsel zu Sturm Graz. Die gebotene Ablöse war dann zu niedrig und es hat sich zerschlagen. Wie knapp warst du vor dem Transfer?

Siebenhandl: Das Thema Graz ist medial zur Genüge thematisiert worden. Dass es Optionen für mich - unter anderem auch Gespräche mit Sturm - gab, ist ein offenes Geheimnis. Ich bin jetzt aber nicht in Graz, sondern in Würzburg und damit rundum zufrieden.

LAOLA1: Vor genau zwei Jahren, im Sommer 2014, bist du ohne Verein da gestanden. 24 Monate später wechselst du um über 500.000 Euro in die zweite deutsche Liga. Irgendwie verrückt oder?

Siebenhandl: Wie bereits gesagt: Die Zahl kann ich nicht bestätigen und werde ich auch nicht kommentieren. Das ist nicht meine Aufgabe. Ich glaube, dass ich mir diesen nächsten Karriereschritt verdient habe. Ich habe in Wr. Neustadt meine Leistung gebracht und aufgezeigt, bevor es das schwere Verhältnis mit dem Trainer gab, aus dem ich meine Lehren gezogen habe. Ich wusste immer, dass ich die Qualität habe, meine Leistungen von Wr. Neustadt zu wiederholen oder sogar noch besser zu sein. Bei der Admira habe ich die Chance bekommen, wofür ich sehr dankbar bin. Dort konnte ich wieder an meine zuvor gezeigten Leistungen anschließen und in weiterer Folge mein spielerisches Niveau auch noch ausbauen. Die Spielanlage war wie geschaffen für mich, mit Tormanntrainer Walter Franta hat alles perfekt funktioniert. All das erleichtert mir meinen Start in Würzburg.

LAOLA1: Findest du es unfair, dass dir ein Interview so lange vorgehalten wurde?

Siebenhandl: Es wurde schon übertrieben, das hätte man anders aus der Welt schaffen können. Es war kein richtiges Verhalten von mir, die Reaktion war aber einfach überzogen. Mittlerweile ist das Ganze aber ohnehin völlig uninteressant für mich.

"Ich glaube, dass ich mir diesen nächsten Karriereschritt verdient habe."

LAOLA1: Als du 2014 arbeitslos warst, hast du jemals gezweifelt, dass es noch klappt?

Siebenhandl: Jein. Es war eine harte Zeit, ich war aber überzeugt, noch einmal hineinzukommen. Ich habe davor einen so guten Eindruck hinterlassen, dass ich wusste, ich bekomme noch eine Chance. Zu diesem Zeitpunkt waren einfach alle Vereine besetzt. Ich habe mir gesagt, dass ich mir ein Jahr Zeit gebe. Wenn ich bis Sommer 2015 nichts gefunden hätte, hätte ich das Profi-Kapitel beendet. Ich habe gehofft, dass früher oder später jemand einen Goalie brauchen wird. Glücklicherweise ist die Admira dann schon vor der Winterpause auf mich zugekommen.

LAOLA1: Was hast du aus den ganzen Ups und Downs gelernt?

Siebenhandl: Man muss immer die Ruhe bewahren und weiterarbeiten. Es war eine Zeit lang wirklich schwer, auch anfangs bei der Admira. Ich konnte einfach nicht so spielen wie früher. Das war schwer für den Kopf. Du weißt, dass du es drauf hast, kannst es aber nicht abrufen. Das kam erst mit der Zeit. Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht unter Druck setzen darf. Ich habe mit den Grundlagen begonnen und mich dann gesteigert. Es funktioniert nicht von null auf hundert, man muss sich alles langsam erarbeiten. Das habe ich gelernt. Auch diese Erfahrung ist eine enorme Hilfe für meinen Start hier in Würzburg.

LAOLA1: Abschließend noch ein anderes Thema: Vor kurzem kam es in Würzburg zu einer Terrorattacke, als ein Mann im Zug mit einer Axt Leute angriff. Merkt man davon noch irgendetwas?

Siebenhandl: Ich war noch nicht viel in der Stadt. In der Mannschaft ist es eher nur ein kleines Thema, hin und wieder wird es angesprochen. Es kann ohnehin überall passieren, für mich war das in Würzburg eher ein Einzeltäter. Das steht für mich nicht in einem großen Zusammenhang mit anderen schrecklichen Dingen. Es darf nicht überhand nehmen, dass Trittbrettfahrer ihr Einzelschicksal mit anderen verbinden wollen. Genau das wäre ein Fehler. Man muss bedenken, dass das Einzeltäter sind und nicht alles unter dem großen Ganzen „Terror“  verallgemeinern.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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