England-Teamchef Allardyce muss nach Skandal gehen

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Sam Allardyce ist seinen Job als englischer Teamchef nach nur zwei Monaten wieder los.

Die FA und der 61-Jährige trennen sich einvernehmlich. Der "Daily Telegraph" hatte einen Skandal publiziert, wonach Allardyce verdeckten Reportern, die sich als Investoren aus dem fernen Osten ausgaben, Möglichkeiten zur Umgehung der Third-Party-Ownership-Regelung aufzeigte.

England trifft am 8. Oktober im Wembley-Stadion auf Malta, am 11. Oktober geht es auswärts gegen Slowenien.

"Bin tief enttäuscht über das Ende"

Das Verhalten des erst am 22. Juli verpflichteten Allardyce sei eines englischen Nationaltrainers unangemessen, heißt es in einer FA-Erklärung.

"Das ist eine Entscheidung, die nicht leicht gefallen ist, aber für die FA hat es Priorität, die breiteren Interessen des Spiels zu schützen und die höchsten Verhaltensstandards im Fußball einzufordern", steht weiters in der Aussendung.

"Es war eine große Ehre für mich, damals im Juli ernannt worden zu sein, und ich bin tief enttäuscht über dieses Ende", wird Allardyce auf der Verbandsseite zitiert.

Nachdem Vorgänger Roy Hodgson wegen des blamablen 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island zurückgetreten war, erhielt Allardyce Ende Juli einen Zweijahresvertrag - für den ihn die FA einem Bericht zufolge für mehr als drei Millionen Euro aus dem Kontrakt mit seinem vorherigen Club Sunderland herauskaufen musste.

Allardyce entschuldigt sich

Allardyce muss sich am Dienstag bei einem Treffen mit FA-Präsident Greg Clarke und Generaldirektor Martin Glenn erklären - und entschuldigt sich für seine Äußerungen, obwohl er betont, seine den Journalisten genannten Vorschläge hätten der Zustimmung durch die FA bedurft. "Ich erkenne an, dass ich etwas gesagt habe, was für andere peinlich ist", räumt er ein.



Britische Medien berichteten, die FA habe Abschriften der mitgefilmten Gespräche angefordert.

Seit 2008 verbietet die FA, eine Teilhabe an Transferrechten von Spielern zu erwerben. Bei solchen Verträgen sichern sich Investoren einen Anteil an künftigen Transfersummen. Auch der Weltverband (FIFA) untersagt diese Verträge seit 2015.

Auf einem Videoausschnitt, den der "Telegraph" veröffentlicht, ist zu hören, wie Allardyce Wege zur Umgehung dieser Regeln schildert. "Das ist kein Problem", sagt Allardyce demnach und: "Das kannst du immer noch umgehen. Da liegt offenbar das große Geld."

Southgate springt ein

Bei den Gesprächen mit den vermeintlichen Geschäftsleuten soll es um einen Beratungsvertrag über umgerechnet 462.000 Euro (400.000 britische Pfund) gegangen sein. Allardyce soll sich bereit erklärt haben, bei mehreren Veranstaltungen für potenzielle Investoren in Ostasien als Redner aufzutreten. Seine Unterschrift unter einem Vertrag habe er aber von der Zustimmung des Fußballverbands abhängig gemacht.

Für das WM-Qualifikationsspiel am 8. Oktober im Londoner Wembley-Stadion gegen Malta braucht der Weltmeister von 1966 nun wieder einen neuen Trainer. Laut übereinstimmenden Medienberichten wird der ehemalige englische Nationalteamspieler Gareth Southgate als Interimstrainer für die nächsten vier Spiele fungieren.

Allardyce hatte das Team zum ersten und letzten Mal beim 1:0-Sieg in der Slowakei am 4. September betreut.


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