Rapids Phasen bis zum Abschluss der "Mission 33"

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"Mission 33" ist Rapids erklärtes Ziel.

Ob es in dieser Saison zum Meistertitel reicht, wird sich erst im Frühjahr weisen.

Eine "Mission 33" steht bei den Grün-Weißen jedoch schon jetzt knapp vor dem Abschluss - nämlich jene in der Herbstsaison 2015.

Nicht weniger als 33 Spiele umfasst das Mega-Programm seit Ende Juli, die Spiele gegen Dinamo Minsk und RB Salzburg stellen die Schlusspunkte dieser intensiven Zeit dar.

"Es wird Zeit, dass das Christkind kommt"

"Natürlich habe auch ich ein bisschen Verschleißerscheinungen durch die vielen Spiele - nicht nur körperlich sondern auch vom Kopf her. Es wird Zeit, dass das Christkind kommt", bestätigt Kapitän Steffen Hofmann die extremen Belastungen während der vergangenen sechs Monate.

Trotz Rotation und bewusst gestreuten Pausen geht man im grün-weißen Lager schon ein wenig auf dem Zahnfleisch. Die Liga-Konkurrenz hat teilweise bis zu zehn Spiele weniger in den Beinen. Und trotzdem soll die Spannung vor dem abschließenden Doppelpack noch hoch gehalten werden.

Rapid ist aber schon jetzt durchaus zufrieden mit dem in diesem Jahr Geleisteten. "Ein sehr starkes Frühjahr, ein Herbst mit mehr Punkten als im Vorjahr und das Überwintern in der Europa League - das Kalenderjahr 2015 war schon außergewöhnlich gut", meint Hofmann.

Der Herbst und Weg zur "Mission 33" war von unterschiedlichen Phasen geprägt:

Rapids Ausbeute im Herbst:

Bewerb

Spiele Siege Remis Niederlagen Torverhältnis Punkte
Bundesliga 19 11 1 7 40:26 34
ÖFB-Cup 3 3 0 0 11:3 (4:3 i.E.) -
CL-Quali 4 1 2 1 7:7 -
Europa League 5 4 0 1 8:5 12
Gesamt 31 19 3 9 66:41 (4:3 i.E.) -

Die Zahlen sprechen für sich! In den bisher 31 absolvierten Partien in der Bundesliga, Europa League, Champions-League-Quali und im ÖFB-Cup ging Rapid 19 Mal als Sieger hervor, drei Mal wurden die Punkte geteilt und neun Mal setzte es eine Niederlage. 66 Toren stehen 41 Gegentreffer gegenüber. Beachtlich: In neun Spielen auf der internationalen Bühne musste man sich nur je einmal Shakhtar Donetsk und Villarreal geschlagen geben.

Die ungeschlagene Phase:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
ÖFB-Cup 1. SC Weiz (a) 5:1
Bundesliga 1. SV Ried (h) 3:0
CL-Quali 3. Ajax Amsterdam (h/Hinspiel) 2:2
Bundesliga 2. RB Salzburg (a) 2:1
CL-Quali 3. Ajax Amsterdam (a/Rückspiel) 3:2
Bundesliga 3. Wolfsberger AC (h) 2:1
Bundesliga 4. FK Austria Wien (a) 5:2
Bundesliga 5. SK Sturm Graz (a) 2:2

Es war ein äußerst gelungener Saisonstart, der den SK Rapid binnen weniger Wochen bei den Buchmachern im Kurs steigen ließ. In den ersten acht Pflichtspielen der Saison mussten die Wiener keine einzige Niederlage hinnehmen, feierten sechs Siege und fuhren zwei Remis ein. In der Bundesliga blieb man in den ersten sechs Runden ungeschlagen und wurde plötzlich als Titelkandidat Nummer eins gesehen. Vom guten Saisonstart inklusive Cup-Aufstieg und den beeindruckenden Auftritten gegen Ajax Amsterdam sowie dem einwandfreien Liga-Start profitiert Rapid noch heute. Denn zu den 16 Punkten aus den ersten sechs Runden kamen an 13 weiteren Spieltagen "nur" mehr 18 dazu.

1. Niederlage, CL-Aus und die Folgen:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
CL-Quali Playoff Shakhtar Donetsk (h/Hinspiel) 0:1
Bundesliga 6. SV Grödig (h) 3:0
CL-Quali Playoff Shakhtar Donetsk (a/Rückspiel) 2:2
Bundesliga 7. SV Mattersburg (h) 2:4
Bundesliga 8. SCR Altach (a) 0:2

Für die allererste Saison-Niederlage musste sich Rapid nicht schämen, immerhin kassierte der Vizemeister diese in der CL-Qualifikation gegen niemand geringeren als Shakhtar Donetsk. Trotzdem veränderte diese knappe 0:1-Niederlage trotz guten Spiels etwas. Wie oben bereits erwähnt, setzte man gegen Grödig noch den Liga-Lauf fort, doch als man mit einem 2:2 in der Ukraine endgültig das Ticket für die Königsklasse verpasste, musste in weiterer Folge das erste, vor allem mentale Tief verdaut werden. Ebenso, wie den Abgang des damaligen Goalgetters Robert Beric, der noch heute Auswirkungen auf die Stürmer-Situation hat. Der, wenn auch aufgrund des frühen Ausschlusses von Torhüter Richard Strebinger, unnötigen Heimniederlage in Mattersburg ließ man nach der Länderspielpause auch noch ein 0:2 in Altach folgen.

Siegesserie mit Europa-League-Start:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
Europa League 1. FC Villarreal (h) 2:1
Bundesliga 9. FC Admira Wacker (h) 2:0
ÖFB-Cup 2. SK Amstetten (a) 1:1 (4:3 i.E.)
Bundesliga 10. SV Ried (a) 1:0
Europa League 2. Dinamo Minsk (a) 1:0

"Nur" Europa League war möglicherweise die erste Reaktion im grün-weißen Lager, nachdem der Traum gegen Shakhtar platzte. Erst mit dem Start der Gruppenphase steuerte die Barisic-Truppe einem neuen Hoch entgegen. Der Heimsieg gegen Villarreal zum Auftakt tat sein Übriges, um auch topmotiviert in die darauffolgenden Spiele zu gehen. Auch wenn man im Cup gegen Amstetten gerade noch im Elfmeterschießen den Kopf aus der Schlinge zog, blieb man auf der Siegerstraße und setzte auch international den Lauf mit dem zweiten Sieg im zweiten Europa-League-Spiel bei Dinamo Minsk fort.

1. Krise: 3 Niederlagen in 4 Spielen:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
Bundesliga 11. RB Salzburg (h) 1:2
Bundesliga 12. Wolfsberger AC (a) 1:2
Europa League 3. Viktoria Pilsen (h) 3:2
Bundesliga 13. FK Austria Wien (h) 1:2

Wurden die ersten Niederlagen noch in die Kategorie "Ausrutscher" eingeordnet, zeichnete sich Anfang Oktober ein Negativtrend ab. Die Dreifachbelastung zeigte Wirkung, die Spieler wirkten nicht mehr so frisch wie zu Beginn der Spielzeit. Drei Niederlagen aus vier Spielen - das war eine neue Situation für die zuvor erfolgsverwöhnten Akteure. Noch dazu handelte es sich um keinen unbedeutenden Niederlagen, wie etwa gegen die direkten Konkurrenten um die Spitze, Salzburg und Austria. Auch wenn die Leistung in diesen Spielen nicht abfallend war, im Gegensatz zur 1:2-Auswärtsschlappe beim WAC. Damals platzte sogar Sportdirektor Andreas Müller der Kragen. Positiv aus dieser Phase konnte man hingegen den 3:2-Heimsieg gegen Viktoria Pilsen mitnehmen - den dritten EL-Erfolg im dritten Spiel. Denn auf internationaler Ebene zeigte man weiterhin ein anderes Gesicht.

Überwintern in Europa League und Cup perfekt:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
ÖFB-Cup Achtelfinale Austria Salzburg (h) 5:1
Bundesliga 14. SK Sturm Graz (h) 2:1
Europa League 4. Viktoria Pilsen (a) 2:1

Viel wurde hinterfragt! Hat Rapid doch nicht die Qualität, auf Dauer vorne mitzuspielen und drei Bewerbe zur selben Zeit zu bewältigen? Umso wichtiger waren im Saisonverlauf diese drei Spiele. Zuerst gelang gegen Austria Salzburg der Aufstieg ins Viertelfinale des ÖFB-Cups, in dem man im Februar auf die Admira trifft. Das Ziel, zumindest das Finale zu erreichen, wird heuer angestrebt. Mit dem Heimsieg gegen Sturm meldete man sich in der Liga zurück, um mit dem 2:1-Auswärtssieg bei Viktoria Pilsen Geschichte zu schreiben. Der vierte Sieg im vierten Spiel bedeutete für Rapid das erstmalige Überstehen der Gruppenphase und dem damit verbundenen Überwintern in der Europa League. Ein Meilenstein, den in dieser Art und Weise nur die wenigsten für möglich gehalten habnen.

Der Beweis für fehlende Konstanz:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
Bundesliga 15. SV Grödig (a) 1:2
Bundesliga 16. SV Mattersburg (a) 6:1
Europa League 6. FC Villarreal (a) 0:1
Bundesliga 17. SCR Altach (h) 3:1
Bundesliga 18. FC Admira Wacker (a) 1:2
Bundesliga 19. SV Ried (h) 2:1

Die letzten viereinhalb Wochen waren bei Rapid von Ups and Downs geprägt. In sechs Spielen konnten die Hütteldorfer keine zwei Siege in Folge feiern. Auf eine Niederlage folgte ein Sieg und umgekehrt. Fünf Mal davon in der Bundesliga, wo man zwar einen heroischen 6:1-Kantersieg in Mattersburg sowie Heimsiege gegen Altach und Ried feierte, es aber mit Ausrutschern in Grödig und bei der Admira nicht schaffte, in der Tabelle wieder ganz oben zu stehen. Die Niederlage bei Villarreal, die erste EL-Pleite im fünften Spiel, war hingegen nicht so dramatisch. Im Gegenteil, denn die Leistung gegen das spanische Top-Team imponierte.

Der Endspurt im Herbst:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis aus Rapid-Sicht
Europa League 6. Dinamo Minsk (h) -:-
Bundesliga 20. FC Red Bull Salzburg (a) -:-

Noch zwei Spiele, dann haben sich die Grün-Weißen die Winterpause redlich verdient. Zwei Spiele, in denen aber auch noch einiges auf dem Spiel steht. Zum Abschluss der Europa-League-Gruppenphase geht es trotz des fixierten Aufstiegs immerhin noch um den Gruppensieg. Villarreal hält im Fernduell gegen Viktoria Pilsen die Zügel in die Hand, doch Rapid kann mit Schützenhilfe und Erledigung der eigenen Hausaufgabe noch eine bessere Ausgangsposition für die Auslosung des Sechzehntelfinales erkämpfen. Und in der Bundesliga steht im letzten Spiel vor Weihnachten noch das richtungsweisende Duell mit den punktgleichen Salzburgern an. Sogar die Winterkrone ist noch drin, sollte Herbstmeister Austria gegen Altach nicht voll punkten. Danach ist die Herbstsaison zu Ende. 33 Spiele binnen weniger als sechs Monaten - diese Mission hat Rapid dann schon einmal erfüllt.


Alexander Karper

 

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