"Wir haben ein Team, in dem jeder funktioniert"

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"Einer für alle, alle für einen" wurde schon in Alexandre Dumas' Roman "Die drei Musketiere" zum Schlachtruf mannschaftlicher Geschlossenheit.

Dieser trifft derzeit auch auf den SK Rapid zu. Trotz anfänglicher Bedenken scheint es Neo-Trainer Mike Büskens gelungen zu sein, eine Einheit zu formen, die derzeit an einem Strang zieht.

"Wir spielen im Moment einen sehr guten Fußball, wir haben eine Mannschaft, in der jeder funktioniert", untermauert Kapitän Stefan Schwab diesen Eindruck.

Dabei dachte man, dass sich das Team nach dem Abgang von Vorgänger Zoran Barisic spalten könnte. Zu gewöhnt war man dieses harmonische Umfeld nach über drei Jahren.

Die richtige Mischung macht's 

Mit Büskens kam ein nach außen hin autoritärer Chefbetreuer, der neue Regeln aufsetzte, die eingerosteten Mechanismen lockerte und eine neue Ära einläutete. Einer, der im Gegensatz zu "Zoki" auch einmal laut wird.

Und trotzdem ist es dem Deutschen in den ersten drei Monaten gelungen, ein Team zu formen, das bis in die Haarspitzen vor Selbstvertrauen strotzt und sich gegenseitig zu Top-Leistungen animiniert. Obendrein weiß es auch noch genau, was von jedem einzelnen verlangt wird.

"Wenn wir über den Punkt gehen, haben wir schon eine ordentliche Mannschaft", stapelt Büskens bekanntlich tief. Der 48-Jährige bringt scheinbar die richtige Mischung mit - von todernst bis freundschaftlich.

Viele Einzelgespräche, die ihm wichtig erscheinen, runden das Portfolio des Ruhrpott-Jungen ab.

"Zeigen, was wir imstande sind zu leisten"

Nicht umsonst ist die Harmonie auf dem Platz zu spüren. Der Durchbruch von Louis Schaub kommt etwa nicht grundlos zustande. Der aktuelle Torgarant tendiert eher zu einer Vertragsverlängerung als den Verein zu verlassen.

"Ich fühle mich einfach zurzeit sehr wohl. Das Klima in der Mannschaft ist insgesamt sehr gut, das sieht man auch auf dem Platz."

Beim 4:0-Auswärtstriumph gegen AS Trencin ging nicht nur der Offensiv-Allrounder über seine Grenzen. Jeder rackerte für jeden, kein Meter wurde hergeschenkt und auch die forcierte Rotation sorgt vorerst für keinen Unmut in der grün-weißen Auswahl.

"Man kann keinen herausheben. Louis macht drei Tore, das ist sehr wichtig. Aber es spielt jeder Spieler derzeit sehr gut. Es ist wichtig, dass wir die Form hochhalten. Wir zeigen im Moment, was wir imstande sind zu leisten. Wir müssen einfach so weitermachen, in jedes Spiel mit hundert Prozent hineingehen und nicht nachlassen", will Schwab den eingeschlagenen Weg ohne Abschweife weitergehen.


Das denkt Büskens über einen möglichen Schaub-Wechsel:


"Es ist auf die ganze Mannschaft zurückzuführen"

Wichtig ist auch der nötige Respekt - vor dem Trainer, den Mitspielern und den Fans. Zum Leidwesen der auf Schlagzeilen fixierten Medien prescht kein Spieler vor und schiebt sich ins Rampenlicht.

Die Betonung liegt immer auf "Alle für einen, einer für alle". Darum ist im Moment auch Schwab der geeignete Kapitäns-Ersatz für den bald zurückkehrenden Steffen Hofmann.

"Es ist auf die ganze Mannschaft zurückzuführen. Natürlich haben Louis und ich jetzt Tore gemacht, das ist wunderschön. Aber wir freuen uns wirklich für jeden. Wir dürfen jetzt nicht anfangen, einzelne Spieler in den Himmel zu loben. Natürlich wissen wir, dass sie super drauf sind. Aber ich bin der Typ, der von der ganzen Mannschaft spricht. Louis und ich können nur so funktionieren, wenn die Mannschaft so auftritt. Aber natürlich ist da auch individuelle Klasse dabei."

Der Trainer selbst beobachtet die Entwicklung. Ab und zu huscht ihm auch ein Lachen über das Gesicht, wenn er sich den aktuellen Lauf seines Teams vor Augen führt. Denn bis auf den Ausrutscher gegen Altach übertrifft Rapid die Erwartungen.

"Wir müssen gierig bleiben" 

Gerade in Wochen wie diesen, wo alle drei, vier Tage ein Match bevorsteht, geht es darum, die Stimmung innerhalb des Teams hochzuhalten, auch anderen Spielern zu Einsatzzeit zu verhelfen.

"Es gibt für einen Spieler doch nichts Schöneres als Fußball zu spielen, das sieht man derzeit an der Spielfreude. Aber wir müssen Woche für Woche schauen, wie sie mit Belastung umgehen. Wir haben in den letzten Wochen schon hohe Belastungen gehabt und haben es bisher so reguliert, dass ein Spieler auch mal einen Tag länger dem Training fern bleibt und separat trainiert. Aber prinzipiell gibt es viele Mannschaften, die pro Saison 60 Spiele und mehr machen."

So lange die Bissigkeit nicht verloren geht, hat Büskens alles richtig gemacht. Dem Sprichwort "Elf Freunde müsst ihr sein" kann er mit Sicherheit etwas abgewinnen. Denn keiner kennt das Team besser als er.

"Wir müssen jedes Mal über die Grenzen gehen, das sind die Basics. Wenn wir sie abrufen, haben wir durchaus Qualität. Aber wir müssen gierig und voll fokussiert bleiben, um so zu spielen, wie wir uns das wünschen. Schließlich kommt nach einem Highlight bereits das nächste."

Mit dem Motto "Einer für alle, alle für einen" fährt Rapid derzeit aber national wie international sehr gut.


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