Das ist Klopps Musterschüler Divock Origi

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Er hat es Jürgen Klopp von Beginn weg angetan.

Vor der Ankunft des Deutschen stand Divock Origi in der Liga gerade einmal 16 Minuten für Liverpool am Platz.

Doch kaum nahm Klopp auf der Trainerbank Platz, durfte der junge Belgier durchspielen. Nun zahlt ihm der 20-Jährige dieses Vertrauen in Treffern zurück.

In Dortmund erzielte der Angreifer beim 1:1 das wichtige Auswärtstor, ein paar Tage später legte er gegen Stoke (4:1) einen Doppelpack nach.

Klopps Musterschüler ist momentan also richtig gut in Schuss.


Erfolgsgeheiminis: Muskelaufbau

Der Coach kennt das Geheimnis für den Aufstieg des Shooting-Stars, der zu Beginn der Saison die meiste Zeit auf der Ersatzbank verbrachte. Gekommen von Lille, hatte Origi anfangs Probleme mit der physischen Intensität des englischen Fußballs.

Also legte das Supertalent während einer Verletzungspause im Jänner Extraschichten in der Muskelkammer ein. „Er muss nun ein größeres Trikot tragen“, scherzte Klopp zuletzt. „Ich weiß nicht, ob er nicht sogar fünf Kilo zugelegt hat.“

"Er muss nun ein größeres Trikot tragen."

Klopp über Muskelmann Origi

Vorbild Kolo Toure

Auch Origi selbst bestätigt gegenüber dem „kicker“ seine zusätzlichen Trainingseinheiten: „Ja, das stimmt. Man darf nicht vergessen, dass ich ja noch ein sehr junger Spieler bin. Ich habe mir in letzter Zeit von anderen einiges abgeschaut und viel gelernt, zum Beispiel von Kolo Touré, wie er seinen Körper pflegt.“

Durch die verbesserte Physis könne er nun in jedem Spiel Vollgas geben. Für die Spielanlage des Stürmers, der sowohl außen als auch im Zentrum eingesetzt werden kann, ist die körperliche Verfassung enorm wichtig.

Eine Gefahr für jeden Verteidiger

Denn Origi sorgt vor allem mit seinem blitzartigen Antritt für Gefahr in den gegnerischen Defensivreihen. Er gehört zu jener Sorte von Spielern, die in Bestform jeden Verteidiger stehen lassen können. Dazu besitzt er aber auch die technischen und körperlichen Voraussetzungen, um im Strafraum ordentlich aufzuräumen. Eine Kombination, die ihn richtig wertvoll macht.

Deswegen überwies Liverpool 12,6 Millionen Euro für ihn an Lille. Und genau aus demselben Grund nahm Belgiens Teamchef Marc Wilmots ihn vor zwei Jahren zur WM mit, obwohl er noch als Nobody galt.

Stern geht bei der WM auf

Bei der Endrunde in Brasilien sorgte der damals 19-Jährige erstmals international für Aufsehen. Seine Nominierung war im Land der Pommes und des guten Bieres nicht unumstritten. Wilmots erhoffte sich von ihm jedoch das Gewisse etwas für seine Mannschaft.

Genau das bekam er auch. Mit einem Tor und einem Assist überzeugte Origi in der Gruppenphase. Daraufhin durfte er in den K.o.-Spielen sogar von Beginn an ran, wo Belgien im Viertelfinale mit 0:1 an Argentinien scheiterte.

Der Mentor mit seinem Vorzugsschüler
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Im Flop-Team der Saison

Nach der WM ließen sich die Reds nicht lange lumpen. Sie verpflichteten den Lillie-Youngster und liehen ihn daraufhin für eine Saison gleich zurück nach Frankreich – im Nachhinein keine optimale Lösung.

„Es war ein schreckliches Jahr“, sagt Origi, der in dieser Spielzeit zwar neun Tore erzielte, aber zwischendurch 20 Spiele auf einen Treffer warten musste. Die „L’Equipe“ wählte ihn sogar ins Flop-Team der Saison.

Mentor Klopp                            

Nach dieser enttäuschenden Zeit übersiedelte Origi im Sommer fix nach Liverpool. Der Belgier, der ebenso wie sein verletzter Teamkollege Christian Benteke in der berühmten Nachwuchsschule des KRC Genk (u.a. Kevin de Bruyne, Thibaut Courtois) groß wurde, scheint in Klopp nun seinen richtigen Mentor gefunden zu haben.

Origi weiß, dass er seinem Coach einiges zu verdanken hat: „Er hat immer an mich und die Mannschaft geglaubt.“ Ein Europa-League-Triumph wäre die perfekte Möglichkeit, dem deutschen Trainer etwas zurückzugeben.

Konkurrent Sturridge

Dafür muss aber erst einmal Dortmund ausgeschaltet werden. Mit seinem Auswärtstreffer hat Origi schon einiges zum Gelingen dieses Vorhabens beigetragen. Ob er daheim an der Anfield Road erneut zum BVB-Schreck mutiert, hängt zunächst einmal von seiner Startelf-Nominierung ab.

Denn mit Daniel Sturridge steht Klopp ein zweiter Ausnahme-Könner für das Angriffszentrum zur Verfügung. „Jürgen muss eine harte Entscheidung treffen, aber so eine Wahl haben wir Trainer gerne. Sowohl Sturridge als auch Origi sind brandgefährliche Stürmer. Wir sind auf beide vorbereitet“, sagt Borussen-Coach Thomas Tuchel.

Origis Nominierung hat sich schon im Hinspiel bewährt. Gut möglich, dass Klopp wieder auf seinen Musterschüler setzt.

 

Jakob Faber

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