Joelinton - Rapids unerwarteter Shootingstar

Aufmacherbild Foto: © GEPA

"Wir dürfen nicht vergessen, dass er erst 20 Jahre alt ist. Wir müssen ihm die nötige Zeit geben", erklärten Trainer Mike Büskens und Sportdirektor Andreas Müller unisono nach der Verpflichtung von Stürmer Joelinton.

Der Brasilianer sollte als Backup aufgebaut werden. Durch Matej Jelic' Verletzung und Philipp Proseniks Leihe wurde er jedoch ins kalte Wasser geworfen und funktionierte bei Rapid von der ersten Sekunde an.

"Was Joe einfach aus macht, ist seine Mentalität", gesteht Büskens LAOLA1.

Joelinton überrascht und funktioniert

Denn auch wenn der Samba-Kicker zuletzt drei Spiele in Folge gegen Admira, Trencin und den WAC nicht selbst traf, opfert er sich für die Mannschaft auf und ist auf dem Platz stets präsent.

Dass es mit Joelinton, den alle nur "Joe" rufen, von Anfang an klappte, überrascht selbst den erfahrenen Chefbetreuer ein wenig. Schließlich hatte die Neuverpflichtung ein Jahr kaum gespielt, da er in Hoffenheims zweitem Team nicht spielberechtigt war.

Sein einziger Lichtblick war eine einminütige Einwechslung gegen Schalke. Das war's. Dass er jedoch enorme Qualitäten mitbringt und in Deutschland einiges gelernt hat, stellt er wöchentlich bei seinem neuen Arbeitgeber unter Beweis.

Was besonders auffällt? Für einen Brasilianer leistet der Offensivspieler extrem viel Defensivarbeit und hält sich an das taktische Konzept. In Erinnerung bleibt eine Grätsche beim 4:0-Sieg gegen Trencin, als er an der eigenen Grundlinie mit einer Grätsche den Ball eroberte.

Blindes Verständnis und enorme Qualität

Auch ansonsten präsentiert sich Joelinton zweikampfstark, kopfballstark, schnell, ballsicher, mit viel Übersicht und einem guten Abschluss, sobald er die Möglichkeit vorfindet.

"Er sichert die Bälle gut, hat einen sehr guten Torabschluss. Wir sind sehr zufrieden mit ihm, definitiv", lobt Büskens, der beim vielen Lob der vergangenen Wochen für Louis Schaub und Stefan Schwab auch immer wieder auf Spieler wie Joelinton verwies.


Teamchef Marcel Koller holt Louis Schaub und Co. in ÖFB-Kader:


Eine besondere Eingewöhnungsphase brauchte der Youngster nicht. Das Zusammenspiel mit den Kollegen funktioniert gut, die Abstimmung passt und die Laufwege sind beinahe schon automatisiert.

Der beste Beweis für die schnelle Eingewöhnung waren seine Treffer in seinem ersten Pflichtspiel im ÖFB-Cup gegen Karabakh (mit der Ferse), bei der Allianz-Stadion-Eröffnung gegen Chelsea, zum Liga-Auftakt gegen Ried sowie in der 3. Runde gegen die Austria. Nur in der Europa-League-Quali blieb er bisher ohne Treffer.

"Jeder muss bereit sein, etwas von seinem eigenen Ego abzugeben"

Dass es jedoch in erster Linie nicht darum geht, impfte ihm Büskens ein.

"Ich habe ihm in einem Gespräch gesagt, dass er nicht immer treffen kann, aber es umso wichtiger ist, dass er für das Team arbeitet. Er hat gegen die Admira zwei Tore eingeleitet und maßgeblichen Anteil am Sieg gehabt. Auch gegen Trencin war er fantastisch", schwärmt Büskens.

"Aber darum geht es im Fußball. Jeder muss bereit sein, etwas von seinem eigenen Ego abzugeben und darf sich nicht zu bequem sein, auch einige Meter in die entgegengesetzte Richtung zu machen."

Joelinton bringt diese Bereitschaft mit. Die Einschätzung der Hütteldorfer von vor ein paar Wochen, als der Brasilianer frisch zur Mannschaft gestossen war, erwies sich somit durchaus als richtig.

Ein gutes Händchen bewiesen 

Denn Müller meinte Ende Juni gegenüber LAOLA1: "Technisch ist er sicherlich recht ordentlich beschlagen, aber er ist jetzt keiner, der ‚Hacke, Spitze, 1, 2, 3‘ spielt. Ich sehe ihn als sehr athletischen Stürmer, der unglaublich viel für das Team tun wird und sich nicht zu schade ist, Pressing zu spielen, zu attackieren, Bälle hart gegen den Mann zu verteidigen, seinen Körper einzusetzen und alles zu tun, um Spiele zu gewinnen."

Und Büskens wusste schon damals: "Er ist kein typischer Brasilianer. Er ist ein Spieler, der auf dem Feld sehr hart arbeitet."

Was die Verantwortlichen damals aber noch nicht wussten, war, dass der Neuzugang aus Hoffenheim, sofort eine tragende Rolle spielen müsse. In der noch jungen Saison verzeichnete er bereits neun Einsätze, davon spielte er sechs Mal durch und wurde drei Mal erst in der Schlussphase ausgewechselt.

Joelinton ist ein Spieler, der funktioniert. Anders als etwa Matej Jelic, bei dem man noch immer auf den großen Durchbruch wartet. Wie er mit der Belastung umgeht, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass Rapid ein gutes Händchen bewiesen hat.

Und Joelinton hat mit Sicherheit noch nicht alles abgerufen, was er imstande ist zu leisten.

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