DFB spielt für "Freiheit und Demokratie"

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DFB-Teamchef Joachim Löw sieht das Testspiel gegen die Niederlande am Dienstag als "Botschaft und klares Symbol für die Freiheit und die Demokratie". 

Nach den Terrorattacken in Paris wolle man "Verbundenheit, Mitgefühl, Trauer und Solidarität für unsere französischen Freunde nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa und auf der ganzen Welt demonstrieren".

Oranje-Coach Danny Blind ergänzt: "Das Gute an der Entscheidung für das Spiel ist, dass wir alle nicht vor dem Terror zurückweichen".

Sportlich misst der Weltmeister-Coach der Begegnung mit dem WM-Dritten kaum Bedeutung bei. Er wünsche sich, dass die sportliche Rivalität in den Hintergrund rücke und dass "dieses Spiel stattfindet mit ganz anderen Werten und für andere Werte. Wenn wir das Spiel so verstehen, haben wir unabhängig vom Ergebnis gewonnen."

Vorfreude ist vergangen

Die Terrorserie von Paris hatte am Freitagabend während des Länderspiels Frankreich - Deutschland mit einem Selbstmord-Attentat vor dem Stade de France begonnen. "Klar werden unsere Gedanken auch morgen bei den Familien und Freunden der Opfer sein. Und wir werden in jeder Phase des Spiels mitfühlen und mittrauern", sagte Löw. Der Bundestrainer sprach nochmals von einer "schrecklichen, entsetzlichen und für uns alle schockierenden Nacht".

Auch den Niederländern ist die Vorfreude auf den Klassiker vergangen. Die Niederländer hätten deshalb jede Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes akzeptiert, auch eine Absage des Freundschaftsspiels. Der Entschluss des DFB, zu spielen und die Partie als deutliches Zeichen gegen den Terror zu nutzen, wurde im Oranje-Lager aber sehr begrüßt.

Dem nach dem peinlichen Scheitern in der EM-Qualifikation nach wie vor nicht unumstrittenen Nachfolger von Guus Hiddink, Danny Blind, ist bewusst, dass die Bedeutung des Duells mit dem Erzrivalen aufgrund der Umstände nun eine andere ist. Die schrecklichen Ereignisse von Paris würden alles relativieren, sagte Blind dem "Algemeen Dagblad". Und dies sei auch gut so.

Schmerz bleibt

Gleichwohl werden die Niederländer die Partie in Hannover durchaus ernst nehmen. "Wenn die Spieler das Feld betreten, dann sind sie Fußballer, die noch immer eine gute Leistung zeigen und gewinnen wollen", sagte Blind. Schließlich kann der WM-Dritte nach der Schmach der verpassten Europameisterschaft 2016 gute Resultate besser denn je gebrauchen.

Im Nachbarland ist der Frust über das erstmalige Fehlen bei einer EM seit 32 Jahren immer noch groß. Dass es die Elftal in einer Gruppe mit unter anderem Island, Tschechien und der Türkei nicht geschafft hat, unter die ersten Drei zu kommen, hat die stolze Fußball-Nation bis ins Mark getroffen.

"Der Schmerz ist noch lange nicht Weg. Der bleibt, mindestens bis zum Sommer", sagte Kapitän Arjen Robben, der in Hannover allerdings nicht dabei ist.

 

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