Spott und Häme für "unfähiges" England

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Nach der "schlimmsten Niederlage" in der 152-jährigen Verbandsgeschichte hagelt es Hohn und Spott für England. "Geschlagen von einem Land, in dem es mehr Vulkane gibt als Fußballprofis", twitterte Gary Lineker nach dem 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island.

Ex-Nationalspieler und aktueller BBC-Experte Alan Shearer, der sich gleichzeitig nach dem Rücktritt von Roy Hodgson als neuer Teamchef ins Spiel brachte, meinte: "England - armselig, schockierend, unfähig."


Island-Fans sorgen für Gänsehaut:


"Brexit2"

Im Mutterland des Fußballs sparten die Fans in ihrer Enttäuschung nicht mit Häme. Dass wenige Tage nach dem politischen Europa-Aus das sportliche folgte, passte ins Bild. "Brexit2" wurde auf Twitter zum Trending Topic. Hodgson könnte die Nachfolge des scheidenden Premierministers David Cameron antreten, "da er der perfekte Mann ist, das Land hinaus aus Europa zu führen", hieß es.

In der Presse überschlug sich die Kritik. Von "hirntotem Fußball" (Times) und der "ultimativen Demütigung" (Daily Mail) war die Rede. Hodgson hätte schon 2014, nach dem Gruppen-Aus Englands bei der WM in Brasilien, gehen müssen. "Was für eine Verschwendung die letzten beiden Jahre waren. Es wurde viel von Fortschritt, Versprechungen und starker Verantwortungskultur gesprochen. Aber unter Druck hat sich alles verflüchtigt", schrieb Martin Samuel von der Daily Mail.

 "Zu berühmt, zu wichtig"

Während Hodgson für seine inkohärente Taktik bei der EM herbe Kritik einstecken muss, wurden aber auch die Spieler und die Premier League hinterfragt. "Hodgson wird die Schuld auf sich nehmen und hat den Preis dafür bezahlt. Aber diese hoch bezahlten Premier-League-Spieler sollten der Kritik nicht entkommen", schrieb BBC-Fußballexperte Phil McNulty. Andere wurden deutlicher.



"Zu berühmt, zu wichtig, zu reich, zu abgehoben und mächtig. Das ist England", schrieb Ian Herbert vom "Independent" über die englischen Kicker. Shearer sah viele englische Anhänger vom Glanz der Premier League geblendet. "Wir sind total abhängig von ausländischen Spielern und Trainern. Wir sind nicht so gut, wie wir denken."

Heftige Spieler-Kritik von Waddle

Mit der aktuellen Spielergeneration schwer ins Gericht ging auch der englische Ex-Internationale Chris Waddle. "Wir haben keine Führungsspieler, sie sind alle verwöhnt, sie haben alle ihre Kopfhörer auf und man kann nichts aus ihnen herausholen."

"Ich würde niemals Geld für ein Spiel der Isländer ausgeben, aber sie haben große Kameradschaft gezeigt. England wird nun sagen, wir bauen eine Mannschaft für Katar (WM 2022, Anm.) auf. Und dann werden wir eine Mannschaft für Timbuktu aufbauen", sagte der BBC-Experte.

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