Die 10 großen Charaktere der EURO 2016

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Sie haben diese Europameisterschaft geprägt.

Der Fußball lebt von seinen Geschichten, die rund um das Leder geschrieben werden. 

Die Protagonisten dieser Anekdoten hinterlassen oft durch ihre sportlichen Leistungen bleibenden Eindruck, manchmal aber auch die kuriose Vorfälle abseits des Spielfleds.

Hier sind 10 Typen, die von dieser EM in Erinnerung bleiben werden:

Der Goalgetter: Antoine Griezmann

Er wandelte auf den Spuren von Michel Platini, letztlich füllte er sie aber doch nicht aus. Antoine Griezmann scheiterte im EM-Finale drei Mal vor dem gegnerischen Tor. Frankreich verpasste den großen EM-Triumph. Anstatt zum absoluten Superstar dieses Turniers zu avancieren, muss sich der Atletico-Stürmer nun mit dem Titel des Torschützenkönigs zufrieden geben. Mit seinen Treffern, vor allem dem Doppelpack gegen Irland, hat der 25-Jährige die letzten Wochen entscheidend geprägt. Auch sein wohl geformtes Hinterteil (siehe hier) wird vielen Fans von dieser Europameisterschaft in Erinnerung bleiben. Der ganz große Coup im Stile eins Platinis oder eines Zinedine Zidane blieb dem kleinen Angreifer jedoch verwehrt.

Seine vergebenen Möglichkeiten siehst du hier in den VIDEO-Highlights:


Der Superstar: Cristiano Ronaldo

Geht's noch dramatischer? Zuerst der große Schock: Ronaldo verletzt sich, lässt sich behandeln, kommt zurück auf das Feld, weint und muss schließlich sogar mit der Bare vom Rasen getragen werden. Der Real-Superstar gibt damit jedoch nicht auf. In der Halbzeitpause hält er eine Kabinenansprache, die ihres gleichen sucht. Danach kommt er zurück ins Stadion. An der Seitenlinie agiert er im Stile eines Cheftrainers, der versucht, seine Mannschaft nach vorne zu peitschen. Einem Ersatzspieler versichert er vor dessen Einwechslung, dass er das Siegestor erzielen würde. Es kommt, wie es kommen muss: Der von Ronaldo motivierte Eder zieht aus 25 Metern ab und schießt Portugal zum EM-Titel. Als Kapitän darf Ronaldo den Pokal in die Pariser Nachtluft stemmen. Alleine mit diesen Szenen im Finale hat sich der portugiesische Superstar unsterblich gemacht. Er mag zwar nicht in jeder Partie dieser Europameisterschaft eine absolute Top-Leistung gebracht haben, dennoch setzte er damit seiner sowieso schon unglaublichen Karriere die Krone auf. Lionel Messi fehlt übrigens noch immer ein großer Titel mit der Nationalmannschaft. Er hat "nur" eine Olympia-Gold-Medaille zu Buche stehen. Das gibt den Ronaldo-Fanboys in der ewigen Fehde mit den Messi-Fanatikern frische Munition.

VIDEO: Die tragischen Szene um Cristiano Ronaldo


Der Überraschungs-Held: Eder

Wenn du glaubst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Eder her. Nur 13 Spielminuten hatte der Lille-Stürmer vor dem Finale bei der EM am Konto. Dennoch schenkte ihm Teamchef Fernando Santos mit seinem letzten Wechsel elf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit im Endspiel das Vertrauen. Mit seinem Weitschuss-Tor in der 109. Minute versetze der 28-jährige Angreifer ganz Portugal in einen Jubeltaumel. Dabei musste sich auch der Edeljoker in den vergangenen Monaten viel Kritik gefallen lassen. Bei Swansea wurde er zum Fehlkauf abgestempelt. Erst ein Wechsel ins Land des EURO-Gastgebers brachte ihn zurück in die Spur. Bei Lille kam der in Guinea-Bissau geborene Angreifer im Frühjahr auf zehn Socrerpunkte in 13 Spielen. Nun avancierte er zu Portugals großem EM-Helden.


Der Elfer-Komiker: Simone Zaza

So mancher Spieler hat seinen ganz eigenen Stil beim Elfmeter-Schießen. Die Variante von Italiens Zaza hatte allerdings eine gewisse Einzigartigkeit zu bieten. Wie eine Primaballerina tänzelte der 25-Jährige zum Strafpunkt. Doppelt blöd, wenn der Schuss dann noch einen guten Meter über das Tor geht. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Und den gab es in den folgenden Tagen knüppeldick. Bis am Ende sogar seine Freundin einschreiten musste. „Bei mir trifft Zaza immer“, stellte Chiara Biasi, von Beruf Fashion-Bloggerin, klar.

#Cactus #Pattern #It's #poissondamour by @chiarabiasi

Ein von POISSON D'AMOUR | Chiara Biasi (@poissondamour_official) gepostetes Foto am

Der Stinkefinger: Joachim Löw

22 Jahre nach Stefan Effenbergs Stinkefinger gegen die eigenen Fans hat Deutschland wieder einen Stinkefinger bzw. eine ganze Stinkehand. Teamchef Jogi Löw hatte während der EURO sich selbst und vor allem seine rechte Hand nicht immer im Griff. Scheinbar unbewusst vorgenommene Geruch-Tests an intimen Stellen amüsierten die männlichen und ekelten die weiblichen Fußball-Fans in aller Welt. So mancher Schützling beließ es daraufhin bei der Auswechslung lieber bei einem freundschaftlichen Schulterklopfer, um das zu befürchtende Abklatschen zu vermeiden.

Der Tenor: Gianluigi Buffon

Manche bleiben stumm, manche summen mit, manche grölen – doch keiner stimmt seine Landeshymne mit derartiger Inbrunst an wie Gianluigi Buffon. Die italienische Torhüter-Legende riss seine Mannschaft schon vor Anpfiff mit und dementsprechend trat die „Squadra Azzurra“ dann auch in den Spielen auf. Trotz des Viertelfinal-Ausscheidens gegen Deutschland wird der Euro-Auftritt der Italiener noch länger in den Ohren der Fußball-Fans nachhallen.

Der Pechvogel: Zlatko Junuzovic

Unter dem Strich dauerte die heißerwartete und langersehnte Europameisterschaft nur 15 Minuten für Zlatko Junuzovic. Im Auftaktspiel gegen Ungarn knickte der ÖFB-Spielmacher kurz nach Anpfiff um und zog sich eine Knöchelverletzung zu. Der Bremen-Legionär biss zwar noch einmal die Zähne zusammen, musste sich aber kurz nach der Pause schlussendlich doch unter großen Schmerzen austauschen lassen. Durch den verpassten Achtelfinal-Aufstieg des ÖFB-Teams war das Abenteuer EURO damit auch schon wieder zu Ende.

Der Publikumsliebling: Will Grigg

Der mit Abstand meistbesungenste Spieler diese Europameisterschaft ist eindeutig Will Grigg. Dabei kam der nordirische Stürmer zu keiner einzigen Einsatz-Minute. Der Grund für die große Popularität des 25-Jährigen ist leicht erklärt: Nachdem der Wigan-Stürmer in der dritten englischen Liga Torschützenkönig wurde, textete Wigan-Fan Sean Kennedy zur Melodie des Liedes „Freed from Desire“ von der Sängerin Gala den Song „Will Grigg’s on Fire“. Der Ohrwurm schaffte es in die Charts und in die Köpfe von Millionen Fußball-Fans. „Will Grigg’s on Fire…“ – ihr wisst, was wir meinen…

Der Kommentator: Gudmundur Benediktsson

Die EURO 2016 wird man noch in 50 Jahren mit dem isländischen Sensations-Team verbinden. Dank dem starken Kollektiv trotzten die Wikinger den auf dem Papier spielerisch überlegenen Mannschaften und schafften es sogar bis ins Viertelfinale. Mangels großer Stars wird vor allem ein Isländer in Erinnerung bleiben: Gudmundur Benediktsson, der Kommentator, der sich bei den isländischen Erfolgen verbal überschlug und damit zum Internet-Star avancierte. Für ihn persönlich liefen die EURO-Wochen allerdings nicht nach Wunsch. Aufgrund von drei Niederlagen in Folge wurde "Gummi Ben" als Co-Trainer des isländischen Erstligitsen KR Reykjavik genauso wie sein Chef Bjarni Gudjonsson Eggert entlassen. 

Der Analysator: Herbert Prohaska

So sehr der ORF bei seinen Sportübertragungen oft in der Kritik steht, so sehr muss man ihm auch für einen der sympathischsten TV-Experten aller Zeiten loben. Nicht umsonst sammelten sich auf der Pariser Fan-Meile tausende von österreichischen Fans, um mit „Wir wollen den Herbert sehen!“-Rufen ihr Idol Herbert Prohaska auf den Balkon zu locken. Wenn der „Schneckerl“ den Eiffeltum als Minimundus-Variante verkaufen will, dann läuft einfach der Schmäh und dieser lässt staubtrockene Taktik-Analysen in die zweite Reihe rücken. Ich sag einmal so: Fußball soll schließlich Spaß machen und nicht zur Geometrie-Stunde werden. In diesem Sinne:

 

"Gute Nacht!"

 

Christian Frühwald

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