Der ÖFB-Kader der Zukunft

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Viel früher als erhofft heißt es für Fußball-Österreich, sich Gedanken über die Qualifikation für die WM 2018 zu machen.

Aktuell ist es wahrscheinlich nicht einmal ein schwacher Trost: Aber gelingt es dem ÖFB, die richtigen Rückschlüsse aus dem Versagen bei der EURO zu treffen, kann dieses Scheitern das Nationalteam im Hinblick auf das Turnier in Russland weiterbringen – lehrreiche Erkenntnisse sollte es zu Genüge geben.

Das betrifft auch das Personal. Große Änderungen am Aufgebot sind nicht zu erwarten, aber auch kleine Adaptionen können entscheidend oder zumindest belebend sein, wie Alessandro Schöpf bewiesen hat.

Solche muss und wird es wohl auch geben, wenn Anfang September mit dem Gastspiel in Georgien der Bewerbungsprozess für die Weltmeisterschaft beginnt. LAOLA1 nimmt die aktuelle und zukünftige Situation des ÖFB-Kaders unter die Lupe:

TOR:

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AKTUELL: Robert Almer, Ramazan Özcan, Heinz Lindner

IN ZUKUNFT: Die einzigen drei Österreicher, die mit einem (noch) höheren Stellwert von der EURO zurückkehrten sind Robert Almer, Julian Baumgartlinger und Alessandro Schöpf. Das war eine Weltklasse-Leistung Almers gegen Portugal, wenn man von der einen oder anderen Schwäche bei Abschlägen absieht. Gegen Ungarn und Island war er schuldlos an den Gegentoren. Der Status des Steirers als Österreichs Nummer eins ist so gefestigt wie noch nie, auch weil sein Backup Ramazan Özcan im ÖFB-Dress glücklos agiert und nach starker Ingolstadt-Saison in Zukunft bei Bayer Leverkusen auf der Bank Platz nehmen wird. Selbige drückt Heinz Lindner bei Eintracht Frankfurt. Almers Leistungen kaschieren Österreichs fundamentales Problem auf der Torhüter-Position. Potenzielle Herausforderer für Özcan und Lindner sind kaum in Sicht – bis auf Andreas Lukse pfeift Koller ohnehin auf die aktuelle Goalie-Generation und hat seinen Blick längst in Richtung nachrückender Youngster gelegt. Es sagt viel aus, dass für die EURO bereits Daniel Bachmann von Stoke City auf Abruf stand. Wichtig wäre, dass der 21-Jährige kommende Saison möglichst hochklassig Spielpraxis sammelt, dann kann es sehr schnell gehen mit einer Einberufung. Auch Ivan Lucic vom FC Bayern II tauchte bereits auf der Abrufliste auf.

LAOLA1-Prognose: Mangels Alternativen ist es sehr wahrscheinlich, dass sich zu Beginn der WM-Quali vorerst nichts am bisherigen Goalie-Trio ändert. Nachrücker wären jedoch mehr als herzlich willkommen!


LAOLA1 spielt schon länger mit Dreierkette. Hier ihre Analyse des ÖFB-Scheiterns:


RECHTSVERTEIDIGUNG:

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AKTUELL: Florian Klein, György Garics

IN ZUKUNFT: Auf keiner Feldspieler-Position ist die Dichte in Österreich so gering, weswegen man dankbar sein muss, dass mit Florian Klein und György Garics zwei international erprobte Kräfte nun schon über einen längeren Zeitraum konstant zur Verfügung stehen. Natürlich ist Kritik bisweilen berechtigt, aber alles in allem erledigt Klein einen soliden Job. Er wird als unangefochtene Nummer eins auf dieser Position in die WM-Quali gehen. Dahinter tut sich herzlich wenig, wenn man davon ausgeht, dass Garics mit seinen 32 Jahren ein sehr klares Ablaufdatum hat. Koller setzte seit Beginn der EM-Qualifikation kaum auf den Routinier, dessen Wert für das Mannschaftsgefüge man dennoch keinesfalls unterschätzen sollte. Auf dem Heimflug von der EURO umarmte er jeden Spieler und Betreuer derart innig, sodass man fast auf die Idee kommen könnte, dass er seine ÖFB-Karriere proaktiv beendet. Und dann? Schwierig. Für die EURO auf Abruf standen Andreas Lienhart und Stefan Lainer. Ersterer ist 30, kickt bei Altach und kann bei allem Respekt nicht die Lösung sein. Lainer besitzt Potenzial, sollte aber vielleicht zuerst einmal in Salzburg unumstrittener Stammspieler und Leistungsträger werden, bevor er dem ÖFB-Team wirklich helfen kann. Interessant wird, wie sich Georg Teigl beim FC Augsburg schlägt. Der 25-Jährige muss aber wohl einmal über einen längeren Zeitraum seine Tauglichkeit unter Beweis stellen. Das ist ihm in Leipzig nicht gelungen. Der aktuell wahrscheinlichste Nachrücker ist Christopher Trimmel von Union Berlin. Mit seinen 29 Jahren ist er jedoch auch keine langfristige Lösung. Dann schon eher Valentino Lazaro. Wie viel Koller vom Salzburg-Youngster hält, ist kein Geheimnis – immerhin stand er als Nummer 24 im vorläufigen EM-Aufgebot. Und dass er im 20-Jährigen einen potenziellen Rechtsverteidiger sieht, ist ebenso wenig ein Geheimnis. Unter Adi Hütter sammelte er in Salzburg auch schon Erfahrungen auf dieser Position. Mehr davon wäre auf Vereinsebene natürlich notwendig.

LAOLA1-Prognose: Klein feiert heuer noch seinen 30er. Für die WM-Quali sollte das noch problemlos gehen, aber mittelfristig sollte eine Lösung her. Vielleicht heißt sie wirklich Lazaro. Mehr Kandidaten, die sich ernsthaft aufdrängen, wären jedoch wünschenswert.

INNENVERTEIDIGUNG:

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AKTUELL: Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl, Martin Hinteregger, Kevin Wimmer

IN ZUKUNFT: Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl, Martin Hinteregger, Kevin Wimmer. Das kann man kurz machen. Dieses Quartett ist seiner Konkurrenz derzeit weit enteilt. Auch die Altersstruktur stimmt. Prödl, der in dieser Woche 29 wurde, ist klar der Älteste, steht aber auch noch einige Jahre zur Verfügung. Aktuell erster Nachrücker ist Michael Madl, Haudegen Emanuel Pogatetz hat es mit seinen 34 Jahren noch auf die EURO-Abrufliste geschafft. Im Auge behalten muss man definitiv die Entwicklung von Philipp Lienhart in der zweiten Mannschaft von Real Madrid. Beim 19-Jährigen könnte es schnell gehen.

LAOLA1-Prognose: Entwickelt sich Lienhart rasant, dürfte es interessant werden. Wird die Dreierkette zu einer ernsthaften Option, könnte sich ohnehin ein fünfter Kaderplatz für einen Innenverteidiger auftun. Ansonsten wird sich vorerst nichts ändern. Etwaige andere Kandidaten müssten schon große Sprünge vorwärts machen. Wichtiger ist, dass die aktuelle Besetzung Rückschlüsse aus dieser EM zieht. Damit ist vor allem Dragovic gemeint, der auch abseits von Ausschluss und vergebenem Elfer nicht sein gewohntes Niveau erreicht hat – Knöchelprobleme hin oder her.


LINKSVERTEIDIGUNG:

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AKTUELL: Christian Fuchs, Markus Suttner

IN ZUKUNFT: Kapitän Christian Fuchs bleibt natürlich weiterhin gesetzt, Markus Suttner sein treuer Backup und Salzburgs Andreas Ulmer die „ewige“ Nummer drei. An dieser Hackordnung ändert sich vorerst vermutlich nichts, wobei man im Blick haben sollte, dass Fuchs und Ulmer ihren 30. Geburtstag bereits gefeiert haben und Suttner dies während der nächsten Saison tun wird. Aus der jüngeren Generation erscheinen derzeit Stefan Stangl, der Austrianer Christoph Martschinko und Karlsruhe-Legionär Ylli Sallahi am weitesten. Bis zu tatsächlichem Nationalteam-Niveau haben sie noch ein Stück des Weges vor sich, aber Martschinko hat eine ordentliche Debüt-Saison als Suttner-Nachfolger bei der Austria hinter sich und Sallahi hat sich beim KSC im Frühjahr ein Stammleiberl gesichert. Bei Stangl gilt es abzuwarten, wie sich ein etwaiger Transfer zu Red Bull Salzburg auswirkt. Nach seiner EURO-Performance werden die Stimmen, die David Alaba im ÖFB-Team auf dieser Position sehen wollen, lauter werden. Das wird jedoch nicht so schnell passieren.

LAOLA1-Prognose: Es wäre nach derzeitigem Stand eine Überraschung, wenn neben Fuchs nicht auch Suttner als Kadermitglied in die WM-Qualfikation starten würde, wobei nicht gänzlich auszuschließen ist, dass sich Koller Stangl, Sallahi oder Martschinko einmal anschaut.

DEFENSIVES MITTELFELD:

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AKTUELL: David Alaba, Julian Baumgartlinger, Stefan Ilsanker

IN ZUKUNFT: Logisch, dieses Trio ist auch in Zukunft gesetzt. David Alaba muss aus diesem Turnier lernen, das wäre wichtig. Wie wertvoll Julian Baumgartlinger ist, hat inzwischen ohnehin der Letzte begriffen. Stefan Ilsanker bringt andere Qualitäten ins Team ein, auf die man nur schwer verzichten kann. Dies konnte man vor allem gegen einen Gegner wie Portugal beobachten. Außerdem ist er ein ultimativer Teamplayer. Die EURO hat gezeigt, dass Alessandro Schöpf im offensiven Bereich besser aufgehoben ist. Kein Problem, denn das vierte Ticket im defensiveren Zentrum sollte an Florian Grillitsch gehen, der bei Werder eine gute Entwicklung hingelegt hat. Steigert sich der 20-Jährige weiter, könnte er zu einer ähnlichen Bereicherung wie Schöpf werden. Bei Veli Kavlak hängt viel von seinem körperlichen Zustand ab. Yasin Pehlivan hat an Boden verloren, Robert Gucher und Stefan Schwab hat Koller ein Mal gewogen und offenkundig für zu leicht befinden. Für Zweiteren wäre wohl der Sprung über die Landesgrenzen hinaus für den nächsten Entwicklungsschritt notwendig. Diverse jüngere Kräfte abseits von Grillitsch, stellvertretend seien U21-Nationalteam-Kapitän Dominik Wydra (künftig Bochum) und Neo-Heidenheim-Legionär Martin Rasner genannt, haben noch viel auf ÖFB-Team-Niveau aufzuholen. Aber die zweite deutsche Liga hat schon einigen anderen in ihrer Entwicklung nicht geschadet – auch Schöpf setzte sich etwa dort in Szene.

LAOLA1-Prognose: Schlichte Formel: Alaba + Baumgartlinger + Ilsanker + Grillitsch = ÖFB-Mittelfeldzentrum in der WM-Quali.

OFFENSIVES MITTELFELD:

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AKTUELL: Zlatko Junuzovic, Martin Harnik, Marko Arnautovic, Marcel Sabitzer, Alessandro Schöpf, Jakob Jantscher, Lukas Hinterseer

IN ZUKUNFT: Flügel und Zehner-Position lassen sich natürlich nur schwer in einen Topf werfen, die Grenzen verschwimmen jedoch immer mehr, da die meisten Kandidaten ohnehin mehrere Positionen in der Offensive spielen können. Diese Vielseitigkeit ist bei der Erstellung eines Kaders miteinzuplanen, weshalb wir hier diesen Bereich als Ganzes betrachten. Stellen wir einmal die Fixstarter außer Streit: Pressing-Maschine Zlatko Junuzovic ist für dieses Team mehr oder weniger unverzichtbar, das hat seine Verletzung bei der EURO gezeigt. Marko Arnautovic hat vielleicht nicht die EM seiner Träume gespielt, ist aber selbstverständlich weiter gesetzt. Martin Harnik ist inzwischen 29 und könnte um sein Startelf-Ticket kämpfen müssen, an seiner Kader-Zugehörigkeit sollte es jedoch keinen Zweifel geben. Wichtig wäre, dass er eine gute Vereins-Wahl trifft. Marcel Sabitzer konnte bei der EURO trotz viel Spielzeit keine entscheidenden Akzente setzen, aber seine Entwicklung spricht für sich. Er klopft schon länger an die Startelf an und der Aufstieg in die deutsche Bundesliga sollte zusätzlich gut tun. Und auch Alessandro Schöpf hat sich seine ÖFB-Zukunft gesichert. Von seiner ersten ÖFB-Nominierung im März an schwärmte man teamintern von seinen Fähigkeiten, inzwischen weiß jeder warum. Auch Jakob Jantscher und Lukas Hinterseer, der auch an vorderster Front ein Thema ist, haben natürlich weiter gute Chancen, Koller vertraut ihnen. Aber in keinem anderen Bereich bieten sich für den Teamchef so viele potenzielle Alternativen. Michael Gregoritsch hat eine ansprechende Debüt-Saison beim HSV hingelegt. Ohne Verletzung im Frühjahr hätte es durchaus sein können, dass Koller ihm – ähnlich wie Schöpf – bei den März-Länderspielen auf die Beine geschaut hätte. Der 22-Jährige bringt die Anlagen mit, sich zu einem guten Nationalspieler zu entwickeln. Karim Onisiwo hat in Mainz nach Anlaufschwierigkeiten ein gutes Finish hingelegt. Man darf gespannt ein, wie er sich in seiner ersten vollen Bundesliga-Saison präsentiert. Florian Kainz hat mit dem Wechsel zu Werder Bremen die Chance auf den nächsten Schritt, denn bester österreichischer Feldspieler der heimischen Bundesliga zu sein, reicht aktuell nicht für das Nationalteam. Guido Burgstaller spielte in Nürnberg eine tolle Saison, im ÖFB-Dress will es für ihn jedoch nicht so recht laufen. Aber auch er bleibt natürlich am Zettel. Dass Koller mit Valentino Lazaro plant, zeigte seine Einberufung in den vorläufigen EM-Kader. Bei U21-Teamspielern wie Sinan Bytyqi, Louis Schaub oder Christian Gartner kann man auf den nächsten Schritt hoffen, bis ins Nationalteam sind aber noch einige von Nöten. Die Konkurrenz ist groß, und das ist auch gut so.

LAOLA1-Prognose: So viel wird sich kurzfristig nicht ändern, zumindest nicht für den Auftakt in die WM-Quali. Die Beförderung von Michael Gregoritsch steht jedoch an, da haben auch sein Papa und die U21-EM-Quali Nachrang. Es wird Zeit, dass der Steirer mit seinen 22 Jahren endlich A-Team-Luft schnuppert. Vielleicht wird auch Lazaro mit Perspektive WM 2018 wieder fix in den Kader integriert. Ansonsten wird es anfangs weitestgehend das gewohnte Personal sein, dass sich jedoch diverser potenzieller Nachrücker erwehren muss. Und bei entsprechender Entwicklung kann es schnell gehen – siehe Schöpf.

ANGRIFF:

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AKTUELL: Marc Janko, Rubin Okotie

IN ZUKUNFT: Der Handlungsbedarf auf der Position des Stoß-Stürmers wurde leider zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt offensichtlich. Schwächelt Marc Janko, steht kein geeigneter Ersatz zur Verfügung, denn Rubin Okotie lebt sehr von seinen – natürlich enorm wichtigen – Quali-Toren gegen Montenegro und Russland. Seither blieb er im ÖFB-Dress allerdings viel schuldig. Michael Gregoritsch und Karim Onisiwo wurden im offensiven Mittelfeld angeführt, weil sie bei ihren Vereinen kaum in der Rolle des Stoß-Stürmers zum Einsatz kommen, sind aber natürlich auch für ganz vorne eine Überlegung wert, vor allem Gregoritsch. Lukas Hinterseer ist ebenfalls an vorderster Front einsetzbar. Die ganz großen Hoffnungsträger muss man jedoch mit der Lupe suchen. Denn so richtig in Fahrt kommt die nachrückende Stürmer-Generation um Kevin Friesenbichler und Co. bisher nicht. Zeit wird’s jedoch. Denn bei der WM in Russland stünde Janko kurz vor seinem 35. Geburtstag.

LAOLA1-Prognose: Dass Janko fit wird und weiter im ÖFB-Team spielen möchte, wäre wichtig. Was passiert, wenn er nicht in vernünftiger Verfassung ist, hat die EURO schonungslos aufgedeckt. Seine Tore haben in den vergangenen zwei Jahren vieles zugedeckt. Okotie wiederum zählt zu den Wackelkandidaten. Bei ihm wird viel von der Vereinszukunft abhängen. Ansonsten ist Kreativität gefragt.

FAZIT:

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Einen harten Kaderschnitt wird es natürlich nicht geben, der ist auch alles andere als notwendig. Aber eine Evolution des Aufgebots ist nicht nur zu erwarten, sondern auch empfehlenswert. Wie ist der Status quo? Das Ziel, eine Mannschaft aus Legionären, die bei ihren Vereinen auch eine – mindestens - respektable Rolle spielen, ist erreicht. Der nächste Schritt muss sein, ein Nationalteam mit noch mehr Führungsspielern in Top-Ligen zu bekommen. Und das – nichts gegen Stoke, Mainz oder Ingolstadt - durchaus bei noch besseren Vereinen. Denn in Frankreich war es schon auffällig, dass ausländische Fans auf ÖFB-Kicker angesprochen natürlich wie aus der Pistole geschossen mit David Alaba antworten konnten. Ansonsten fiel ihnen vielleicht noch Marko Arnautovic ein, viel mehr kam schon nicht mehr. Für Koller wird es wichtig sein, jene Handvoll an Kandidaten herauszufiltern, die mittelfristig das Potenzial haben, stärker als aktuelle Startelf-Mitglieder zu sein. Mögliche Kader-Auffüller gibt es ohnehin genügend. Aber wenn es darum geht, die Mannschaft tatsächlich auf dem Platz weiterzubringen, trennt sich die Spreu derzeit noch recht schnell vom Weizen. Mit Schöpf scheint so ein Spieler gefunden, auch bei Gregoritsch und Grillitsch geht es auf Vereinsebene in diese Richtung. Lazaro steht in der Gunst des Teamchefs weit oben. Der Start in eine Qualifikations-Kampagne ist stets eine Zäsur. Vor der EM-Quali holte Koller Hinteregger, Wimmer und Hinterseer frisch ins Aufgebot. Auch diesmal wird es wohl das eine oder andere neue Gesicht geben, wenngleich dies womöglich harte Entscheidungen aktuelle Kadermitglieder betreffend erfordert. Um das ÖFB-Team weiterzubringen, ist es jedoch notwendig. Auch das konnte man in Frankreich sehen.

LAOLA1-Prognose für den Kader zum Auftakt der WM-Qualifikation:

Position Name
Tor Robert Almer
Ramazan Özcan
Heinz Lindner
Abwehr Aleksandar Dragovic
Sebastian Prödl
Martin Hinteregger
Kevin Wimmer
Florian Klein
Christian Fuchs
Markus Suttner
Mittelfeld David Alaba
Julian Baumgartlinger
Stefan Ilsanker
FLORIAN GRILLITSCH
Martin Harnik
Marcel Sabitzer
Marko Arnautovic
VALENTINO LAZARO
Zlatko Junuzovic
Alessandro Schöpf
Lukas Hinterseer
Angriff Marc Janko
MICHAEL GREGORITSCH

Garics, Jantscher und Okotie fallen in dieser Variante raus, mit Grillitsch, Gregoritsch und Lazaro nimmt Koller drei Akteure mit klarer A-Team-Perspektive sofort dazu. Andere Kandidaten, etwa Onisiwo oder Kainz, müssten einen idealen Saison-Start erwischen. Problem ist natürlich der fehlende Backup in der Rechtsverteidigung. Entweder man entwickelt Lazaro in diese Richtung oder löst es anderwertig kreativ. Aber wer weiß, vielleicht erleben wir in Zukunft ja auch mehr Dreierkette...

Peter Altmann



Die Vorrunde der EURO 2016 ist ausgefochten!

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Aber welche Spieler und Teams stachen in den Statistiken besonders hervor?

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LAOLA1 bietet einen Überblick über die interessantesten Stat-Kategorien:

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Der schnellste Spieler: Die Schnelligkeit von Bayerns Kingsley Coman ist bekannt, bei der EURO hat er sich nun auch offiziell zum schnellsten Spieler des Turniers gekürt. Mit 32,8 Stundenkilometern lief er gegen die Schweiz in die Radarfalle, mehr als Richard Guzmics (Ungarn, vs. Österreich) mit 31,6 km/h und Kolbeinn Sigthorsson (Island, vs. Portugal) mit 31,5 km/h.

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Die meisten Saves: Österreich bekam leidvoll mit, dass in dieser Statistik Islands Hannes Halldorsson weit vorn zu finden ist. 19 Mal fischte er das Leder, dahinter folgen Michael McGovern (Nordirland) mit 16 Paraden; Igor Akinfeev (Russland), Andriy Pyatov (Ukraine) und Volkan Babacan (Türkei) mit je 14. 

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Ordentlich die Knochen hinhalten muss bislang Polens Grzegorz Krychowiak, der elf Mal gefoult wurde. Es folgen Juraj Kucka (Slowakei), Yevhen Konoplyanka (Ukraine) und Robert Lewandowski (Polen) mit je zehn Vergehen gegen sich.

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Auch mannschaftlich ging es für die Polen zur Sache, die 46 Foul-Freistöße zugesprochen bekamen. Die Türken (45) folgen knapp dahinter, Italiener, Albaner und Portugiesen wurden 43 Mal gelegt. Österreichische Kicker gingen 39 Mal zu Fall, am neuntöftesten.

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Keine Kinder von Traurigkeit sind Shane Long (Irland), Alvaro Morata (Spanien) und Simone Zaza (Italien), die neun Fouls gegen sich gepfiffen bekamen. Aron Gunnarsson (Island) folgt mit acht.

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Insgesamt fielen die Rumänen mit "osteuropäischer Härte" den Schiedsrichtern am öftesten auf - immerhin 52 Mal. Italien (49 Fouls) und Ungarn sowie die Ukraine (je 46) haben auch Verbesserungsbedarf, die Österreicher (36) sind als 13.-unfairste Nation fast schon brav.

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Apropos böse Buben: Albaniens Kicker sahen insgesamt 10 gelbe Karten, darunter einmal Gelb-Rot für Kapitän Lorik Cana im Auftakt gegen die Schweiz. Es folgen Italien und Rumänien mit je zehn Verwarnungen. Österreich ist (leider) gut dabei, sieben gelbe Karten und Gelb-Rot für Aleksandar Dragovic gegen Ungarn (die beiden einzigen Ausschlüsse des Turniers bislang) bedeuten Rang sieben.

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Schneller, als es ihre Mitspieler erlauben, sind mitunter Cristiano Ronaldo (10 Mal im Abseits), Zlatan Ibrahimovic (8) und Robert Lewandowski (4).

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Nicht sonderlich ballsicher präsentiert sich Xerdan Shaqiri, der in den drei Partien der Schweizer 14 Mal vom Spielgerät getrennt wurde. Unrühmlicherweise folgt David Alaba (13), deutlich vor Robert Lewandowski (10).

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Er biss sich nicht nur an Robert Almer die Zähne aus: Für seine zwei Tore musste Cristiano Ronaldo ganze 30 Mal auf des Gegners Kasten feuern. Gareth Bale folgt mit 17 Versuchen, aber drei Toren - Nani (zwei Tore aus 12 Schüssen) und Zlatan Ibrahimovic (kein Tor aus 12 Versuchen) finden sich dahinter.

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Nicht verwunderlich, dass sich Portugal in der Team-Wertung an der Spitze findet. 69 Schussversuche sind mehr als die 65 Englands, Deuschland und Belgien haben es je 59 Mal probiert. Österreich findet sich mit Rumänien auf dem geteilten 10. Platz mit 40 Schüssen.

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So eine Passquote wie Ricardo Carvalho (Portugal) muss man einmal hinbekommen: Sage und schreibe 172 von 174 Passversuchen haben den Mitspieler gefunden, das sind 98,9 Prozent! Bacary Sagna (Frankreich) findet sich mit 101 von 105 (96,2%) vor Sergio Ramos (248 von 258, 96,1%).

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Wenig verwunderlich sind die durchschnittlich genauesten Passer jene in Rot und Gelb, Spanien kommt auf 92,7 Prozent. Deutschland (91,2%) und die Schweiz (90,0%) sind auch auffällig gut, Österreich liegt im Mittelfeld - Platz elf (84,3%).

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Nach absoluten Zahlen ist aber Toni Kroos noch erfolgreicher als Carvalho, der Deutsche verbuchte 328 erfolgreiche Pässe. Das sind mehr als der Neo-Arsenal-Schweizer Granit Xhaka (283) und Spaniens Andres Iniesta (265).

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Zählt man die Pässe des Teams zusammen, kommt man bei den Spaniern auf 1876 erfolgreiche Versuche. Deutschland (1794) hat schon einen Respektabstand auf Portugal (1461), Österreichs 1153 Pässe bringen Platz acht.

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Der Herr der Lüfte ist ein Mann aus dem hohen Norden: Gegen Islands Kolbeinn Sigthorsson (32 gewonnene Luftduelle) hatten nicht nur die Gegenspieler, sondern auch Englands Chris Smalling (23) und Schwedens Andres Granqvist (17) das Nachsehen.

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Im Verbund ist die isländische Truppe zwar mit 71 gewonnenen Luftkämpfen gut dabei, die Franzosen sind aber noch flugsicherer (76). Schweden und England gewannen je 63 Kopfball-Duelle, Österreich immerhin 59 - Platz fünf.

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Die Taktik, den Gegner mit Ballbesitz zu zermürben, wird augenscheinlich vor allem in Deutschland (66,5%) und Spanien (63,7%) praktiziert. Portugals (61,2%) ruhen wohl vor allem aus dem Spiel gegen Österreich, das sich mit 52,8 Prozent durchschnittlichem Ballbesitz auf Platz neun der Kategorie findet.

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