Das Powerranking vor dem Viertelfinale

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Die Europameisterschaft ist in der heißen Phase angkommen, doch welches Team ist der Titel am ehesten zuzutrauen?

Nach dem Gruppenphasen-Powerranking ist es nun an der Zeit, auch vor dem Viertelfinale eine Bilanz zu ziehen. Wie sehen die Kräfteverhältnisse aus? Wo stehen die Teams nach dem Achtelfinale?



8. (8.) Polen

Als einziges Team erreichte Polen über das Elfmeterschießen das Viertelfinale. Gegen die Schweiz zeigten die Osteuropäer abermals keinen Zauberfußball. Bayern-Star Robert Lewandowski hat noch immer keinen Treffer am Konto. Trotzdem bleiben die Polen ein gefährlicher Außenseiter. Sie stehen kompakt, machen kaum Fehler und schlagen vorne eiskalt zu. Agiert Portugal im Viertelfinale gegen die Mannschaft von Adam Nawalka ebenso vorsichtig wie gegen Kroatien, so erwartet die Fans zwar kein Fußball-Leckerbissen, aber ein heißer Tanz auf Messers Schneide. Eine Überraschung ist drinnen.

7. (10.) Wales

Einen Erfolg können die Waliser jetzt schon für sich verbuchen. Sie sind bei dieser Europameisterschaft weiter gekommen als Erzrivale England. Ob es jedoch wirklich für mehr reichen wird? Gegen Nordirland legten Gareth Bale und Co. im Viertelfinale keine Glanzvorstellung hin. Im Offensivspiel ist man vom Superstar sowie seinen Nebenmännern Aaron Ramsey und Joe Allen abhängig. Das macht Wales ausrechenbar. Mit Belgien wartet nun aber ein Gegner, der sich an den Briten schon in der Qualifikation die  Zähne ausbiss. Ein 0:0 und einen 1:0-Sieg holten die Waliser gegen den EURO-Geheimfavoriten. Viele Tore sind also auch im Viertelfinale mit Wales-Beteiligung nicht zu erwarten. Trotzdem könnte Wales als Überraschungsmannschaft ins Semifinale einziehen.

6. (14.) Island

Ganz Fußball-Europa verneigt sich vor den Isländern. Die Engländer hatten bei der 1:2-Blamage im Achtelfinale keine Mittel gegen den dichten Defensiv-Block aus dem hohen Norden. Rein von den Namen her gelten die Isländer freilich weiterhin als größter Außenseiter des Turniers. Mit dieser Euphorie und dem Flow, den diese Mannschaft umgibt, scheint jetzt aber alles möglich. Zumal die Stärke bei Standardistuationen (Einwürfe!) einst schon Griechenland zum EM-Titel führte. Mit Frankreich wartet nun ein weiterer Gegner, der sich am engen 4-4-2 der Isländer die Zähne ausbeißen könnte. Vielleicht gibt es die nächste Sensation! Zu wünschen wäre es der sympathischen Elf aus Island.

5. (10.) Portugal

Was war das für ein grausamer Kick, den uns die Portugiesen gegen Kroatien bescherten. Bis zur 117. Minute kein Schuss direkt auf das Tor, ehe Ricardo Quaresma die portugiesischen Fans erlöste. Es war ein weiteres Spiel, in dem die Mannschaft von Fernando Santos nicht restlos überzeugte. Trotzdem steht sie nun im Viertelfinale. Das hat durchaus etwas Positives an sich. Schöpfen die Portugiesen endlich ihr volles Potenzial aus, so könnte der Weg bis ins Finale führen. Das liegt nicht nur am schwachen Turnierbaum, der nur noch Polen sowie Wales oder Belgien als mögliche Gegner bereithält. Auch individuell hat Österreichs ehemaliger Gruppengegner mit Hochkarätern wie Ronaldo, Nani oder Quaresma genügend Qualität, um bis ins Endspiel vorzudringen.

 


Unsere Top-Elf der Gruppenphase:


4. (5.) Belgien

Grande Eden Hazard! Der belgische Chelsea-Star lieferte gegen Ungarn eine Wahnsinns-Vorstellung ab. Nicht nur deswegen sehen viele Fans in Belgien wieder jenen Geheimfavoriten, der den üblichen Verdächtigen im Kampf um den EM-Titel ein Schnippchen schlagen kann. Die überragende Qualität von Hazard, de Bruyne, Lukaku und Co. spricht dafür. Fraglich bleibt, ob die Belgier auch taktisch gut genug eingestellt sind, um harte Gegner zu knacken. Gegen Italien scheiterte die Wilmots-Elf an dieser Aufgabe. Nicht jedes Team wird den Belgiern so viel Platz zum Kontern geben wie Ungarn.

3. (4.) Frankreich

In Hälfte eins bekam die „Equipe Tricolore“ gegen Irland gar nichts auf die Reihe, doch nach einer Umstellung zur Pause (Coman statt Kante) lief es besser. Antoine Griezmann rückte damit ins Zentrum – ein Schachzug, der sich als Goldgriff herausstellte. Mit einem Doppelpack schoss der Atletico-Stürmer den Gastgeber ins Viertelfinale. Teamchef Didier Deschamps scheint die perfekte Mischung für seine Startelf noch immer nicht gefunden zu haben. Deswegen prägten knappe Siege gegen Außenseiter den bisherigen Turnierverlauf. Gegen andere Favoriten könnten sich die physisch starken Franzosen, denen das Konterspiel liegt, leichter tun. Das „Problem“: Mit Island wartet nun ein weiterer Underdog. Nimmt die Deschamps-Elf diese Hürde, könnte es mit der Euphorie im Rücken bis zum Europameister-Titel gehen.

2. (3.) Italien

Nach dem Belgien-Spiel lieferte die „Squadra Azzurra“ gegen Spanien die nächste Demonstration italienischer Taktik-Kunst ab. Genial, wie die Männer vom Stiefel das spanische Ballbesitzspiel mit geschicktem Pressing unterbinden konnte. Dazu zeigte man vor allem in der ersten Hälfte selbst einen schönen Offensiv-Fußball. Antonio Conte gilt wahrscheinlich schon jetzt als bester Trainer des Turniers. Aus einer fußballerisch limitierten Mannschaft holt er das Maximum heraus. In der Defensive macht den Italienern rund um das Abwehrtrio „BBC“ (Barzagli, Bonucci, Chiellini) sowie Torhüter Gigi Buffon sowieso niemand etwas vor. Die Feuerprobe kommt jetzt gegen Deutschland. Gelingt es Conte auch den Weltmeister taktisch auseinander zu nehmen, so sind die Italiener wohl kaum zu stoppen.

1. (1.) Deutschland

Noch immer hat das DFB-Team in diesem Turnier kein Gegentor kassiert. Dazu scheint die Mannschaft von Jogi Löw mit jedem Spiel an Qualität hinzuzugewinnen. Gegen die Slowakei ließen die Deutschen überhaupt nichts anbrennen. Beeindruckend, wie sehr die Außenverteidiger nach vorne drängten. Bayern-Youngster Joshua Kimmich entpuppt sich dabei rechts hinten immer mehr als Goldgriff. Dazu harmonieren auch die Offensiv-Kräfte immer besser. Julian Draxler, der auch als Torschütze glänzte, zeigte in Abwesenheit von Mario Götze, warum Löw so große Stücke auf ihn hält. Insgesamt präsentiert sich Deutschland sowohl offensiv als auch defensiv als das gefestigtste Team dieser Europameisterschaft. Zudem besitzt das Weltmeister-Team noch immer Potenzial auf mehr. Geht nun auch Einzelkönnern wie Thomas Müller oder Mesut Özil endgültig der Knopf auf, so könnte sogar die starke Defensive von Angstgegner Italien auseinandergenommen werden. In die Runde der letzten Acht gehen die Deutschen jedenfalls als Top-Favorit.


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