Liefering: Mit U23-Weltauswahl zum Titel?

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Der überraschende Tabellenführer der Ersten Liga heißt Kapfenberger SV.

Seit der vergangenen Runde führt die Mannschaft von Neo-Trainer Abdulah Ibrakovic die Tabelle sensationell an, nachdem der FC Liefering nach vier Siegen zum Auftakt erstmals Punkte lassen musste. Aber ein 1:1 auswärts bei Wacker Innsbruck ist wahrlich kein Beinbruch, am Freitag kommt es nun zum Spitzenduell mit den Falken (18:30 Uhr im LAOLA1-Ticker).

Diese Woche sang Leipzig-Sportchef Ralf Rangnick einmal mehr ein Loblied auf jenes Team, an dem er schon in seiner Salzburger Zeit viel Gefallen hatte.

„Liefering ist gut genug, um mit einer U18 Tabellenführer zu sein. Der FC Liefering ist für mich die beste, jüngste, attraktivste U23-Mannschaft in Europa und das soll auch in den nächsten Jahren so bleiben", so der Deutsche beim von "Sky" organisierten Journalisten-Talk in Leipzig.

Zehn Tage zuvor fand Salzburgs sportlicher Leiter Christoph Freund bei "Talk und Tore" sehr ähnliche Worte, um das eigene Farmteam zu bezeichnen: "Wir haben eine richtig spannende Liefering-Mannschaft, eine der interessantesten U23-Mannschaften von ganz Europa."

Keine Frage, wie schon in den vergangenen Jahren werden hier mögliche Stars von morgen herangeführt. Im Idealfall auch internationale Kaliber. Gleich ein Dutzend Nationen sind im aktuellen Kader vertreten.

Österreich (13), Brasilien (4), Deutschland (3), Ghana (3), Mali (2), Polen (1), Südkorea (1), Japan (1), Frankreich (1), Kosovo (1), Dänemark (1), Bosnien-Herzegowina (1).

Und die U23-Weltauswahl hat in dieser Saison einiges vor. Auch wenn sie aus bekannten Gründen nicht aufsteigen darf und es nie offiziell kommunizieren würde, will man in der vierten Saison seit dem Aufstieg erstmals den Titel holen.

"Wir spielen, um Spieler besser zu machen. Aber wir müssen ihnen auch vermitteln, um was es im Fußball geht, nämlich Siege einzufahren. Schlussendlich wollen wir so weit oben wie möglich stehen", sagt Co-Trainer Franz Schiemer, der sich wie Rangnick und Freund begeistert von der Truppe von Trainer Thomas Letsch ("Hervorragender Trainer") zeigt.

„Wir sind eine U19-Mannschaft, mit 20 ist man schon alter Spieler. Es spielen 17- bis 19-Jährige. Das ist sensationell, dass man das auf diesem Niveau spielen kann, das ist weltweit einzigartig.“


Traumtore en masse im Spiel gegen den LASK:

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In der Vorbereitung konnte man RB Leipzig ein 4:4 abtrotzen und Ajax Amsterdam sogar sensationell mit 4:3 besiegen. Damals traf etwa auch noch Dimitri Oberlin für die "Jungbullen", nun ist der 18-jährige Schweizer als Altach-Leihspieler der Führende der Torschützenliste in der Bundesliga.

Eine Spielklasse darunter führt Lieferings Mergim Berisha, der dieser Tage am Fließband trifft, selbige an. Samuel Tetteh aus Ghana, der für kolportierte 700.000 Euro den Weg nach Österreich gefunden haben soll, hält auch schon bei vier Scorer-Punkten.

Red Bull gab für Talente aber schon deutlich mehr aus.  Für Oberlin und Dayot Upamecano, der erst 17 Jahre ist und aktuell ständig bei den Profis weilt, jeweils rund zwei Millionen. Hinter beiden Spielern waren ganz andere Teams wie Manchester United oder Bayern München her, doch die Würfel fielen auf Salzburg. Auch wegen der Spielpraxis, die man sogar in der Kampfmannschaft bekommen kann.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich sofort zu so vielen Einsätzen in Salzburg komme", meinte etwa Dimitri Oberlin jüngst im Gespräch mit LAOLA1.

Manche spielen nur noch in Salzburg

Upamecano könnte am Samstag gegen Mattersburg bereits seinen fünften Einsatz bei den Profis in dieser Saison bekommen, Konrad Laimer und Bernardo sind ohnehin nicht mehr aus der Profi-Mannschaft wegzudenken. Hee-Chan Hwang gehört ebenso dem Profikader an, Diadie Samassekou aktuell auch. Sie wären allesamt für Liefering spielberechtigt.

Doch es drängen immer mehr Spieler nach. Nicht nur aus der eigenen Akademie, sondern eben weil man auch Spieler dazuholt. "Grundsätzlich haben Liefering und Salzburg einen Riesenfundus an hochtalentierten Innenverteidigern", sagt etwa Rangnick, der ja einen solchen sucht und sich von Martin Hinteregger eine Absage einhandelte.

Bei Liefering spielen aktuell der 18-jährige Igor (BRA) und Super-Verletzungs-Pechvogel Asger Sörensen (DEN). "Das sind alles Spieler, die irgendwann in einer ersten europäischen Liga, außerhalb von Österreich, spielen können", sagt Rangnick und deutet damit an, dass Benno Schmitz und Naby Keita nicht die letzten Salzburger waren, die den Weg nach Leipzig finden könnten.


Der Liefering-Kader 2016/17:

Spieler

Position Alter Nation
Tor
Carlos Miguel Coronel TW 19 BRA
Bartlomiej Zynel TW 18 POL
Lawrence Ati TW 19 GHA
Felix Wilfing TW 17 AUT
Abwehr
Igor IV 18 BRA
Asger Sörensen IV 20 DEN*
Luan IV 20 BRA
David Gugganig IV 19 AUT
Luca Meisl IV 17 AUT
Dayot Upamecano IV 17 FRA*
Michael Switil LV 19 AUT
Gideon Mensah LV 18 GHA
Sandro Ingolitsch RV 19 AUT
Maximilian Mayer RV 18 AUT
Mittelfeld
Bernardo DM 21 BRA*
Diadie Samassekou DM 20 MLI*
Emir Karic DM 19 AUT
Maximilian Schuster DM 18 GER
Xaver Schlager ZM 18 AUT*
Nico Gorzel ZM 18 GER
Daniel Raischl ZM 19 GER
Amadou Haidara ZM 18 MLI
Konrad Laimer ZM 18 AUT*
Hannes Wolf RM 17 AUT
Masaya Okugawa LA 20 JPN
Samuel Tetteh LA 20 GHA
Lorenz Grabovac LA 19 AUT
Oliver Filip RA 18 AUT
Angriff
Mergim Berisha ST 18 KOS
Alexander Schmidt ST 18 AUT
Smail Prevljak ST 18 BIH*
Hee Chan Hwang ST 20 KOR*

* Kooperationsspieler FC Red Bull Salzburg


Salzburg will Niveau der Bundesliga verbessern

Auf der anderen Seite wird es nicht jeder Lieferinger bei Salzburg schaffen. Marco Hödl etwa. Der 19-Jährige traf in der U16 für die Salzburger in 26 Spielen 27 Mal. In der U18 in 32 Spielen 20 Mal. Vergangene Saison traf er noch in der Youth League zwei Mal in vier Spielen. Sein Vertrag wurde allerdings nicht verlängert, nun ist er vereinslos.

Andere wiederum trumpfen früher oder später bei anderen Klubs in Österreich auf. Nikola Dovedan etwa akuell bei Altach, bei der Austria sind die ehemaligen Lieferinger Flügelspieler Felipe Pires und Lucas Venuto am Werk. Ein etwas älteres Beispiel ist Stefan Schwab. Der Saalfeldner spielte im Salzburg-Nachwuchs und bei den Juniors, nun ist er (aktuell) Rapid-Kapitän. Die neu gebaute und 2014 eröffnete Red-Bull-Akademie soll dieses Modell in naher Zukunft fördern, wie Freund erläutert.

„Das wird sich in Zukunft noch verstärken, weil wir wirklich einen Pool an guten, interessanten Spielern, die auch bei anderen Vereinen unterkommen werden und da wird sich hoffentlich dadurch auch das Niveau der österreichischen Liga verbessern. Spieler, die es bei uns nicht ganz schaffen, können richtig gute Verstärkungen für andere Mannschaften sein, weil sie gut ausgebildet sind.“

Schiemer: "Wir sind ein Vorzeigeklub, was die Ausbildung betrifft.“ Xaver Schlager, der schon Profi-Einsätze hatte und etwa im Sommer-Trainingslager dabei war, führt die "next Generation" als Kapitän an. Berisha, Tetteh oder der jüngste Neuzugang Amadou Haidara (1. Tor mit 1. Ballkontakt) zeigen schnell auf dieser Bühne auf.

Und vielleicht gelingt am Ende ja sogar wirklich der ganz große Coup.


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