Die Gründe für den Fehlstart der Titelfavoriten

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Vor dem Saisonstart der Ersten Liga schienen die ersten beiden Plätze bereits vergeben zu sein.

Die beiden Traditionsklubs LASK Linz und FC Wacker Innsbruck machten keinen Hehl aus ihrem Ziel, in die Bundesliga aufsteigen zu wollen. Angesichts des deutlich höheren Budgets (die nicht aufstiegsberechtigten Lieferinger ausgenommen) gegenüber der Konkurrenz war auch nichts anderes zu erwarten.

Nach drei Liga-Spieltagen und einer Cup-Runde herrscht jedoch sowohl bei Schwarz-Weiß als auch bei Schwarz-Grün Katerstimmung. Im ÖFB-Cup blamierten sich die Innsbrucker mit einer 6:7-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen Mannsdorf, die Linzer zitterten sich nach Verlängerung gegen Parndorf mit 3:2 in die nächste Runde.

Auch im Liga-Alltag erging es den ehemaligen österreichischen Meistern nicht besser. Vier Punkte nach drei Spielen, daraus resultieren die Plätze fünf und sechs. Viel zu wenig für die Ansprüche der beiden Teams. LAOLA1 sucht vor dem direkten Duell (Freitag, 20.30 Uhr im LAOLA1-Ticker) nach Gründen für den Fehlstart.

Ein neuer Trainer braucht Zeit

Diese Ausrede gilt natürlich nur für Wackers Maurizio Jacobacci. Der Italo-Schweizer hat im Sommer das Amt von Klaus Schmidt übernommen und arbeitet seitdem nur für ein Ziel – den Aufstieg in die höchste Spielklasse. Doch bislang scheint die Mannschaft die Ideen des 53-Jährigen nur bedingt am Feld umsetzen zu können.


Frühes Pressing und Antizipieren verlangt Jacobacci von seinen Spielern. Das Bemühen der Profis ist zwar zu sehen, doch noch passieren zu viele individuelle Fehler, um diese Taktik auch tatsächlich umzusetzen. „Es dauert mindestens drei Monate, bis gewisse Dinge wirklich funktionieren und dann auch automatisch umgesetzt werden können“, kündigte der Neo-Coach bereits vor Saisonstart im LAOLA1-Interview an.

Sein Linzer Pendant Oliver Glasner ist dagegen schon seine zweite Saison in Amt und Würden, dennoch scheint es auch beim LASK so, als hätten einige Spieler die taktischen Vorgaben der Ried-Legende noch immer nicht verinnerlicht.

Die Defensive ist nicht sicher

Vor Beginn der Saison erklärten die beiden Chefbetreuer unisono, verstärktes Augenmerk auf eine kompakte Defensive zu legen. „Wir haben in 36 Runden 35 Tore kassiert. Wenn das noch besser wird, brauchen wir selbst nicht so viele Tore erzielen“, erhoffte sich Glasner gar eine Besserung zur starken letzten Saison.

Davon ist bislang allerdings wenig zu sehen. Die Linzer mussten bereits acht Gegentreffer hinnehmen, Innsbrucks Pascal Grünwald musste immerhin vier Mal hinter sich greifen. „Wir müssen uns cleverer anstellen“, fordert daher Glasner.

Besonders bitter sind dabei natürlich individuelle Fehler, die zu Gegentore führen. Gegen Liefering bzw. Wattens leisteten sich zuletzt die beiden Abwehrchefs Christian Ramsebner und Harald Pichler folgenschwere Patzer.

Verfehlte Transferpolitik?

Nach gerade einmal vier Pflichtspielen wäre es verfrüht, die Transfers der beiden Teams zu kritisieren. Dennoch hört man bereits vereinzelt kritische Stimmen, speziell aus dem Lager der Linzer. Sieht man sich die Abgänge an und vergleicht sie mit den Zugängen ist dies durchaus verständlich.


Mit Philipp Huspek, Christopher Drazan, Nikola Dovedan oder Thomas Hinum wurden gleich mehrere Top-Spieler verabschiedet, die ersten drei kicken nun sogar in der Bundesliga. Geholt wurde lediglich Rajko Rep und der Brasilianer Paulo Otavio. Keeper Filip Dmitrovic wurde zuletzt noch als Ersatz für den verletzten Stammkeeper Pavao Pervan verpflichtet. Kurzum: Der LASK hat an qualitativer Breite im Vergleich zum Vorjahr eingebüßt.

Der FC Wacker ging mit einem neuen Sextett in die Saison. Besonders aufzeigen konnte von den Neuzugängen bislang noch keiner, zudem wurde auch in dieser Transferphase verabsäumt, einen echten Spielmacher zu verpflichten. Diese Rolle muss nun der 19-jährige Rami Tekir einnehmen.

Die Gegner

Bei aller Kritik sollte man nicht vergessen, dass der LASK und FC Wacker Innsbruck nicht die einzigen Teams in der Ersten Liga sind, die Fußball spielen können.

Der LASK konnte das Derby gegen Blau-Weiß für sich entscheiden, Punkte ließ man gegen das starke Team von Austria Lustenau und den mit Toptalenten gespickten FC Liefering liegen.

Ähnlich die Situation bei den Tirolern. Gegen den letztjährigen Beinahe-Absteiger FAC holte man drei Punkte, auswärts gegen Kapfenberg (1:1) werden sich wohl noch viele andere Teams schwer tun. Die Niederlage im Tirol-Derby gegen WSG Wattens ist natürlich bitter, angesichts der Aufstiegseuphorie der Werkself kann dies jedoch schon einmal passieren.

Im direkten Duell wird sich nun entscheiden, wer tatsächlich einen Fehlstart hinlegt und welcher Verein noch einmal die Kurve bekommt.

 

Julian Saxer

LAOLA Meins

LASK

Verpasse nie wieder eine News ZU LASK!

Einfach über LAOLA Meins diesem Thema folgen, und individuell und persönlich alle Infos erhalten!

LAOLA Meins

FC Wacker Innsbruck

Verpasse nie wieder eine News ZU FC Wacker Innsbruck!

Einfach über LAOLA Meins diesem Thema folgen, und individuell und persönlich alle Infos erhalten!

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare