Dober: Zurück aus der "Scheißgasse"

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Andreas Dober möchte wieder mit dem Kickboxen beginnen.

2013 hat der kampfsportbegeisterte Verteidiger des SKN St. Pölten erste Erfahrungen gesammelt, im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga will der „Aggressive Leader“ damit nun fortsetzen.

„Es ist ein guter Ausgleich zum Fußball, da kann man seine Aggressionen richtig rauslassen, ohne dass man gleich eine Karte bekommt“, lacht Tattoo-Fan Dober beim Interview mit LAOLA1.

Der 29-Jährige spricht vor dem Duell mit Tabellenführer Wacker Innsbruck (Freitag, 20:30 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) über die spannende Meisterschaft und die Hass-Liebe mit Peter Pacult.

LAOLA1: Wie sehr hat das 2:4 in Lustenau die Stimmung getrübt?

Andreas Dober: Jede Niederlage trübt die Stimmung, aber es war klar, dass es wieder einmal eine Niederlage geben würde. Es ist nichts passiert, zumal Wacker und LASK Remis gespielt haben. Wir haben uns die Tore selbst geschossen, so war die Niederlage schnell abgehakt. Für uns ist jetzt jede Partie ein Finale. Am Freitag können wir Innsbruck überholen. Das wäre auch ein Ausrufezeichen.

Ich bin nicht dünnhäutig, mir ist egal, wenn ich kritisiert werde oder mich jemand nicht leiden kann. Das geht mir am Arsch vorbei. Das hört sich vielleicht arrogant an, aber ich kann mir ja auch nicht über jeden Gedanken machen.

LAOLA1: Welchen Konkurrenten schätzt du stärker ein: Wacker oder LASK?

Dober: Der LASK ist mit diesem Kader Favorit. Da sollten sie eigentlich an erster Stelle stehen. Aber daran sieht man auch wieder, dass Geld nicht Fußball spielt. Ich weiß noch nicht wirklich, wie stark Wacker jetzt ist, zumal ich auch die bisherigen Partien gegen sie gefehlt habe. Von dem her kann ich die Frage nicht wirklich beantworten, aber auf dem Papier denke ich, dass der LASK stärker ist.

LAOLA1: Was spricht für euch im Titelkampf?

Dober: Wir haben nicht den Druck wie der LASK. Wir wollen aufsteigen, sie müssen. Unser Zusammenhalt spricht für uns. Wir beweisen das auch jede Woche auf dem Platz. Keiner schwimmt gegen den Strom, jeder zieht mit und das macht einfach Spaß. Vor Lustenau haben wir inklusive Cup acht Siege in Folge eingefahren, das spielt natürlich mit und macht die Sache einfacher.



LAOLA1: Ihr habt von der Beurlaubung Karl Daxbachers vor einem Jahr beim LASK profitiert.

Dober: Ja, auf jeden Fall. Er ist ein guter Trainer, hat viel Erfahrung und einige Erfolge gefeiert. Er bringt die richtige Mischung mit, was Spaß und Ernst betrifft. Mit Jochen Fallmann und Christoph Muezell hat er zudem zwei gute Assistenten an seiner Seite, die das allesamt sehr gut steuern.

LAOLA1: Wie bewertest du die Arbeit von Sportdirektor Frenkie Schinkels?

Dober: Er hat gute Neuzugänge geholt und wir stehen nicht umsonst fast ganz oben.

LAOLA1: Kommen wir zu dir: Eine Rückkehr in die Bundesliga dürfte für dich, vor allem nach dem, was du alles durchgemacht hast, der große Antrieb sein, oder?

Dober: Auf jeden Fall. Zum einen war ich Meister mit Rapid, habe in der Champions League und im Nationalteam gespielt, zum anderen war ich in einer Scheißgasse. Ich habe es nicht immer lustig gehabt, jetzt läuft es in einem Verein, in dem es mir gut geht. Jeder Spieler will natürlich aufsteigen und ich würde lügen, wenn es nicht mein Ziel wäre, noch einmal Bundesliga zu spielen.

LAOLA1: Du bist der „Aggressive Leader“ dieses Teams. Eine Rolle, die du dir bewusst aussuchst?

Dober: Ich mache eben gerne meine Papp’n auf. Wenn man das aber tut, muss man auch Leistung bringen. Ich denke, das tue ich auch. Ich fühle mich sehr wohl in der Rolle, gehe auch voran und halte den Kopf hin, wenn es einmal nicht so läuft. Ich bin ein Typ, der polarisiert. Und wenn das, was ich mache, nicht aufgeht, muss ich mit den Konsequenzen leben. Ich bin nicht dünnhäutig, mir ist egal, wenn ich kritisiert werde oder mich jemand nicht leiden kann. Das geht mir am Arsch vorbei. Das hört sich vielleicht arrogant an, aber ich kann mir ja auch nicht über jeden Gedanken machen. Ich bin wie ich bin. Und wer mich kennt, kann mich in der Regel auch gut leiden.

LAOLA1: Du wirst in diesem Monat noch 30 Jahre alt. Hast du dich über die Jahre verändert?

Dober: Eigentlich nicht. Ich bin immer noch der, der ich vor etwa sieben Jahren war. Ich möchte mich auch gar nicht verändern. Das einzige, was sich verändert, ist das Alter. Aber auch das macht mir nichts, ich fühle mich pudelwohl und spiele hoffentlich noch lange Fußball. Ich habe noch große Ziele.

LAOLA1: Und zwar?

Dober: In erster Linie jetzt natürlich aufsteigen und danach will ich mich mit St. Pölten in der Bundesliga etablieren. Ich fühle mich hier auch echt pudelwohl, es passt alles von vorne bis hinten. Man muss sich keine Gedanken machen, was nicht alles passt, wie das etwa auf Zypern der Fall war. Ich lebe in Wien und es ist alles so, wie ich mir das vorgestellt habe. Im Allianz Stadion vor 25.000 Zuschauern zu spielen, das möchte ich auch noch schaffen.

Es war eine Hass-Liebe zwischen mir und Peter Pacult. Ich habe zwar fast immer unter ihm gespielt, dennoch hat er mir oft eine am Deckel gegeben. Vielleicht habe ich das gebraucht. Wenn es läuft, bin ich eher einer, der einen Schritt weniger macht und der wieder einen Tritt in den Arsch braucht. Pacult hat das gemacht, die Zeit war positiv.

LAOLA1: Du hast vorhin von der "Scheißgasse" gesprochen. Was war am schlimmsten?

Dober: Die Zeit, in der ich ein halbes Jahr arbeitslos war. Ich bin nach meiner Zeit bei Rapid, wo ich beim größten Verein Österreichs immer vorne mitgespielt habe, nicht fit zu Hartberg gekommen, habe dort gegen den Abstieg in der zweiten Liga gespielt. Das war schon eine sehr harte Zeit. Aber ich habe mich nie hängen lassen, habe an mich geglaubt. Ich hatte sicher auch die richtigen Leute um mich und später hat mich St. Pölten aufgefangen. Da konnte ich mich wieder ins Rampenlicht spielen.

LAOLA1: Interessanterweise hattest du nur einen Trainer länger als für 33 Spiele, ausgerechnet Peter Pacult (137).

Dober: Weil es wohl keiner länger mit mir aushält (lacht). Es war eine Hass-Liebe zwischen uns. Ich habe zwar fast immer unter ihm gespielt, dennoch hat er mir oft eine am Deckel gegeben. Vielleicht habe ich das gebraucht. Wenn es läuft, bin ich eher einer, der einen Schritt weniger macht und der wieder einen Tritt in den Arsch braucht. Pacult hat das gemacht, daher war die Zeit positiv.

LAOLA1: Und der Sohnemann fängt nun bei Rapid an?

Dober: Genau, in der U6! Es macht ihm sehr viel Spaß und er schaut auch gerne, was der Papa macht, ist da genauso stolz wie umgekehrt. So lange er Spaß dran hat, soll er es machen. Ich lege ihm keine Steine in den Weg, ich will  ihn natürlich unterstützen. Zumal ich auch viele falsche Leute im Fußball kennengelernt habe. Ich werde ihm sicher ein besserer Berater sein, als ein paar, die ich gehabt habe. Vielleicht spielt er einmal bei Rapid, das würde schon einiges können (lacht).

 

Das Interview führte Bernhard Kastler


Samstag gegen Admira vielleicht schon im Kader 󾭞🏻󾌩

Posted by Andreas Dober on Donnerstag, 10. März 2016

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