"Das Angebot war sehr überraschend"

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Der SV Horn ist kein Aufsteiger wie jeder andere.

Für das Projekt von Keisuke Honda und seinem Bruder Yoji ist die Erste Liga nicht mehr als eine Zwischenstation.

Noch bevor die Saison begonnen hat, liebäugelt man mit dem sofortigen Aufstieg in die Bundesliga. Die erste Reifeprüfung wartet bei den Jungbullen vom FC Liefering (ab 18:30 Uhr im LAOLA1-Liveticker).

"Es ist ein Projekt mit sehr großen Ambitionen", lässt Cheftrainer Masanori Hamayoshi im Gespräch mit LAOLA1 übersetzen. Behilflich ist dem 45-Jährigen ein Dolmetscher aus Deutschland, der ihn auf Schritt und Tritt begleitet.

Ein Trainer, mehrere Sprachrohre

Auch beim Training. "Wir haben Spieler aus verschiedenen Ländern. Japaner, Holländer und welche aus dem früheren Jugoslawien. Mit den Holländern geht es auf Englisch, wir versuchen jede Sprache direkt zu sprechen", meint Hamayoshi.

Für klare Worte auf Deutsch bzw. Tirolerisch steht immer noch Co-Trainer Christoph "Gischi" Westerthaler zur Verfügung.

Im aktuellen Transferfenster hat sich der Meister der Regionalliga Ost auf den heimischen Markt konzentriert. Prominentester Neuzugang ist Benjamin Sulimani, der zuletzt den SV Grödig nicht vor dem Abstieg bewahren konnte.

International hat man sich mit Mittelfeldspieler Toni Varela verstärkt, immerhin 25-facher Nationalteamspieler von den kapverdischen Inseln.

Ziel ist es, heimische und japanische Talente ins Waldviertel zu locken: "Wir wollen das von beiden Seiten angehen, haben aber auch selbst eine große Jugendabteilung. Wir müssen die österreichischen Vereine beobachten, wollen aber auch Spieler aus unserer Jugend hochziehen."

"Sehr sensibel"

Die aktuellen Kaderspieler aus Japan sind großteils noch keine festen Größen im Team. Einzig Stürmer Shota Sakaki (22), ein ehmaliger U19-Teamspieler, war in der Vorsaison mit 23 Einsätzen, in denen er fünf Tore erzielte, gesetzt.

Zum Kapitän, zumindest beim Cup-Auftaktsieg gegen Traiskirchen, wurde mit Rintaro Yajima ein Mittelfeldspieler ernannt, der in der Vorsaison nur auf fünf Einsätze kam.

"Die Spieler sind sehr sensibel. Es geht darum, wie man mit ihnen umgeht. Da gibt es schon Unterschiede. Man muss geduldig sein", meint Trainer Hamayoshi zu seinen jungen Landsleuten.

Fünf Jahre - oder eben sieben

Wie es mit der Geduld von Keisuke Honda aussieht, wird man sehen. Am Plan in Horn hält man derzeit fest, man erlaubt sich aber ein Zeitpolster.

"Das Projekt läuft über fünf Jahre. In dieser Zeit wollen wir das höchste Ziel, also die Champions League, erreichen. Wenn das nicht klappt, bedeutet das nicht, dass das Projekt beendet ist", erklärt Hamayoshi.

"Wenn es ein oder zwei Jahre später passiert, ist das auch kein Problem."

Der überraschende Ruf

Mit Honda steht der Chefcoach in ständigem Kontakt. Dass ausgerechnet er auserkoren wurde, um das Projekt in Horn nach der plötzlichen Trennung von Hans Kleer sportlich zu leiten, war so nicht zu erwarten.

Immerhin ist es für Hamayoshi nicht nur die erste Cheftrainer-Station bei einem Profiverein, sondern auch das erste Engagement außerhalb Japans, noch dazu auf einem anderen Kontinent.

"Ich kenne Keisuke schon lange. Damals, als er noch auf die High School ging, habe ich bei Nagoya Grampus als Scout gearbeitet und ihn beobachtet. Das Angebot ist sehr überraschend gekommen. Eigentlich hatten wir in den letzten zehn Jahren gar nicht mehr so häufig Kontakt."

 

Andreas Terler


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