Die Top-Storys der Ersten Liga: Plätze 5-1

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PLATZ 5: DIE KLAGENFURTER ABWÄRTSSPIRALE

Sieg in der Relegation gegen Parndorf, Aufstieg, ein enormes Einkaufsprogramm, ein fulminanter Saisonauftakt, vollmundige Ankündigungen. Bis Ende August hing der Klagenfurter Fußballhimmel voller Geigen. Sollte das Projekt Profifußball in der Kärntner Landeshauptstadt nach all den Negativbeispielen wirklich gut gehen? Nein. Im Herbst wurden Ungereimtheiten bezüglich der Bezahlung der Spieler publik, im Winter Sparmaßnahmen eingeleitet. Gleichzeitig begab man sich sogar über das AMS auf die Suche nach neuen Spielern. "Die Lage ist prekär, aber nicht hoffnungslos", meinte Präsident Peter Svetits im Jänner. Nun ja. Im Februar war die Ära von Trainer Manni Bender Geschichte, zwischen Runde 21 und 29 verlor das Team neun Mal in Folge. Die Lizenz wurde dem Klub in erster und zweiter Instanz verweigert. Ob das ständig neutrale Schiedsgericht noch umstimmen lässt, oder die Talfahrt nach dem Aufstieg schnurstracks in die Bedeutungslosigkeit zurückführt, entscheidet sich am Montag.



PLATZ 4: DER TITEL-SHOWDOWN

Es war zweifelsohne das Spiel der Saison in der Ersten Liga. Vielleicht nicht vom spielerisch Gebotenen, aber vom ganzen Rundherum, von dem, was auf dem Spiel stand. In der in der Ersten Liga erstmals ausverkauften NV-Arena kam es am 34. Spieltag zum großen Duell um den Aufstieg zwischen St. Pölten und dem LASK. Und die 7500 Fans wurden nicht enttäuscht. Bei starkem Regen schenkten sich die beiden Teams nichts, kämpften um jeden Zentimeter und konnten auch Tore bejubeln. St. Pölten führte schnell 2:0, doch die Linzer verkürzten und hätten noch vor der Pause dank guter Chancen vorne liegen können. Doch nach der Pause nutzte St. Pölten auch den dritten Abwehrfehler und brachte den Sieg nach einer hektischen Schlussphase mit Gerangel und purer Emotion über die Bühne. Die Dämme brachen, als sich der Underdog vorentscheidend durchsetzen konnte.


PLATZ 3: DER ANFANG VOM ENDE DER ERSTEN LIGA

Es begann schon im Sommer, als der Vertrag von Schirmherr Herbert Prohaska nicht mehr verlängert wurde. Im Frühjahr äußerte sich Österreichs Jahrhundert-Spieler dann bei LAOLA1 und kritisierte den Weg, den die Liga einschlug (Hier zur Story). Wenige Wochen später ist diese Erste Liga am Papier eigentlich schon Geschichte. Vorstand Christian Ebenbauer preschte in einem "Kurier"-Interview vor, mittlerweile steht die Liga-Reform ante portas. Die zweithöchste Spielstufe soll aber weder zehn Klubs haben, noch ganz professionell sein. Die favorisierte Lösung sieht eine semi-professionelle Liga mit 16 Klubs vor - inklusive Amateur-Teams der Bundesligisten. Die geilste Erste Liga aller Zeiten zeigte, dass sie doch nicht so geil war, und Teams wie Austria Salzburg und Austria Klagenfurt mehr für Probleme als für Lösungen sorgten...


PLATZ 2: SIR KARL UND MEISTERLICHE REKORDE

Die Feel-Good-Story dieser Saison! Karl Daxbacher wurde im Frühjahr 2015 nach einem 0:3 beim Titelkonkurrenten SV Mattersburg als LASK-Trainer entlassen, obwohl noch genügend Spiele ausständig waren, um die Burgenländer von Platz eins zu holen. St. Pölten bedankte sich bei den Linzern, verpflichtete "Sir Karl" und steigt nun nach einer Rekord-Saison auf. Daxbacher, der dem Klub Anfang des Jahrtausends die ersten beiden Meistertitel bescherte, kehrte nach Niederösterreich zurück und machte aus einem Underdog im Titelkampf nach einem schwachen Saisonstart zu einem Rekord-Meister. 80 Punkte sind Rekord in der Ersten Liga, 26 von 36 Spielen wurden gewonnen. Am Ende bleibt eine historische Saison mit Märchen-Charakter stehen. Daxbacher kam, sah und stieg mit dem SKN St. Pölten auf. Chapeau!



PLATZ 1: SALZBURG SUCHT PLATZ ZUM SPIELEN

Es war DIE Never-Ending-Story in dieser Saison! Die leidige Platz-Suche von Austria Salzburg. Der Aufsteiger kam voller Euphorie in den Profi-Fußball - und dann ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Das eigene Stadion in Maxglan war zu Saisonbeginn noch nicht fertig, man spielte seine Heimpartien erst in Schwanenstadt, durfte am neunten Spieltag endlich im eigenen Zuhause ran. Es folgten Heimpartien gegen den LASK und Innsbruck in Wien (!) am FAC-Platz. Schlussendlich spielten die Violetten sogar noch in der NV-Arena gegen den LASK, weil man in Floridsdorf das Risiko-Spiel nicht mehr austragen wollte. Man übernahm sich dermaßen mit den Kosten, dass man noch 2015 Insolvenz beantragen musste. Das bedeutete den Lizenzverlust, zumindest konnte die Austria die Saison noch zu Ende spielen. Und dennoch war diese Erste-Liga-Saison eben nicht nur geil...


DAS LAOLA1-TEAM DER SAISON

 

Andreas Terler / Bernhard Kastler / Julian Saxer

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