St. Pölten-LASK: Der große Showdown

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Es kann nur einen geben!

Heute steigt ab 20:30 Uhr der große Showdown in der Ersten Liga zwischen dem SKN. St. Pölten und dem LASK.

Der Tabellenführer empfängt am drittletzten Spieltag in der ausverkauften NV-Arena Verfolger LASK, der drei Punkte zuückliegt und die "Wölfe" mit einem Sieg wieder überholen kann. Die bisherigen Saisonduelle gewann immer das Heimteam - zu Null.

Sollten die Gastgeber gewinnen, ist der Aufstieg auch aufgrund des leichteren Restprogramms (Wr. Neustadt/H, FAC/A) so gut wie besiegelt. Der LASK muss noch gegen Kapfenberg und bei Liefering antreten.

Vor dem großen Titel-Showdown beleuchtet LAOLA1 die beiden Aufstiegsaspiranten.

  • Die Vereine

Der SKN St. Pölten ist der Nachfolger des FCN St. Pölten und damit auch des VSE St. Pölten, ihn gibt es seit dem Jahr 2000. Dank der Übernahme der AKA St. Pölten startete man in der 2. Landesliga und nicht ganz unten, 2008 gelang der Aufstieg in die Erste Liga. Der Klub wird in Niederösterreich von den politischen Kräften favorisiert, was sich auch im Bau der NV-Arena manifestiert hat. Landeshauptmann Erwin Pröll gilt - vorsichtig formuliert - als Fan des SKN. Er war auch beim bisherigen Klub-Highlight zu Gast, als man 2014 in der Europa-League-Quali PSV Eindhoven unterlag. Das Highlight des LASK liegt schon einige Jahre zurück. 1965 holte man als erster Nicht-Wiener-Klub die Meisterschaft, zudem das Double. In der jüngeren Vergangenheit taumelte der Verein mehr vor sich hin, spielte zuletzt 2011 in der Bundesliga und musste 2012 nach Lizenz-Entzug in die Regionalliga absteigen. 2014 gelang unter neuer Fühung der Wiederaufstieg in die Erste Liga, 2015 wurde der Aufstieg verpasst.



  • Die Funktionäre

Hier geht es vor allem um zwei Personen, die umstritten sind. Beide sind aber die offiziellen Sportchefs. Frenkie Schinkels hat diese Funktion in St. Pölten über, doch wenn man mit Spielern spricht, scheint es nicht so, als dass sich der TV-Experte Tag und Nacht mit dieser Aufgabe beschäftigen würde. Vielmehr soll General Manager Andreas Blumauer hier die meisten Fäden ziehen. Schinkels wird in der Öffentlichkeit auch kaum als SKN-Sportdirektor wahrgenommen. Das ist bei Jürgen Werner und dem LASK anders. Nur hat der das Problem, als Spielerberater UND Sportvorstand kritische Blicke auf sich zu ziehen. Deswegen sucht er wohl nun auch einen General Manager. Doch Werner ist der Architekt des "LASK neu" und wird auch weiter die Pläne vorzeichnen, egal wer kommt. Zuletzt kam auf, dass Alexander Friedl (Admira) dafür im Gespräch ist. Was Schinkels und Werner verbindet, war ein medial ausgetragenes Wortgefecht im Herbst. Werner stellte damals die Intelligenz-Frage (Story).



  • Die Trainer

Auf der einen Seite der Trainer-Sir Karl Daxbacher, auf der anderen Seite der Trainer-Jungspund Oliver Glasner. Die Konstellation hat es natürlich in sich, nachdem Daxbacher vor einem Jahr nach einem 0:3 beim Titel-Konkurrenten Mattersburg von den Linzern vor die Tür gesetzt wurde. Die Klubführung handelte nervös und gab das später auch als Fehler zu. Daxbacher heuerte wieder in St. Pölten an, das er bereits von 2000 bis 2002 erfolgreich (Meister 2. Landesliga, Meister Landesliga) trainierte. Der LASK hätte aber ohnehin nicht ewig mit Daxbacher zusammengearbeitet, wollte man doch früher oder später einen Trainer, der einen moderneren Zugang wählt. Man hat sich für früher und Glasner entschieden, dem wiederum die Erfahrung fehlt. Mit der SV Ried wurde er in seiner ersten und einzigen Saison in der Bundesliga Sechster. Per Paukenschlag wechselte Glasner 2015 nach Linz, gemeinsam mit Ried-Kumpel Michael Angerschmid will er den LASK zurück in die Bundesliga führen. Auch Daxbacher arbeitet nicht alleine, hat mit Jochen Fallmann und Christoph Muezell (zuvor LASK) tatkräftige und nicht unwesentliche Unterstützung.



  • Die Teams

Eine Statistik zeigt, auf welchem Niveau beide Teams agieren: Mit 71 Punkten nach 33 Runden kann der SKN den Punkterekord der Ersten Liga von der Admira (2000) und Ried (2005) übertreffen. Beide sind mit 77 Zählern aufgestiegen. Der LASK kann den noch mit drei Siegen egalisieren. Klar ist, beide Teams haben Bundesliga-Tauglichkeit. Viele Spieler auf beiden Seiten haben bereits in der Bundesliga gespielt, wobei der LASK hier im Vorteil liegt. Rene Gartler oder Christopher Drazan haben sich etwa auch schon im Ausland versucht. Die Linzer Truppe hat auch einen im Durchschnitt um 65.000 Euro höheren Marktwert als jene aus St. Pölten (laut transfermarkt.at). Von der Spielanlage her spielt der LASK das, was Glasner als Assistenztrainer von Roger Schmidt mit etabliert hat. Das ist auch Karl Daxbacher nicht entgangen: "Der LASK versucht in fast jeder Phase des Spiels zu pressen und möglichst schnell nach vorne zu spielen. Da hat man Red-Bull-Anleihen genommen." Glasner sagt: "Beide Teams sind durch Standards stets gefährlich, verfügen über ein gutes Spiel mit dem Ball und sind auch im Konter stark. Sie können alles bedienen, um erfolgreich Fußball zu spielen, nicht umsonst haben wir und St. Pölten so viele Punkte gemacht und im Frühjahr sehr, sehr konstant gespielt." Klar ist, egal wer aufsteigt, wird auch sportlich eine Bereicherung für die Bundesliga sein.


LASK-Tormann Pavao Pervan antizipiert und liefert diesen Assist zum 3:1:


  • Das Umfeld

Am Freitag wird auch Bundesliga-Stimmung aufkommen in der NV-Arena, denn die ist mit 8000 Zuschauern ausverkauft. In punkto Stadion liegt St. Pölten klar im Vorteil, wurde die schmucke Arena doch erst 2012 eröffnet. Für 26 Millionen Euro. Die "Sportstadt" Linz brachte es im selben Zeitraum für mehr Geld fertig, die alte Linzer Gugl zu sanieren - damit sie genauso ist wie vorher: für den Fußball ungeeignet. Der LASK, der bis 2021 in einer neuen Arena spielen will, nennt ab kommender Saison das Paschinger Waldstadion, wohin man so oft es geht ausweicht, sein Zuhause, und weicht nach Linz aus. Das wurde bei der Lizenzierung, die man zur Abwechslung ohne Probleme oder Auflagen bekam, angegeben. Was das Fan-Potenzial betrifft, hat der LASK hier freilich die Oberhand, wobei der Schnitt von 3635 klar unter dem in der Aufstiegssaison 2006/07 liegt. St. Pölten, das ein deutlich ruhigeres Umfeld als der Traditionsverein hat, kommt auf 2450 Zuschauer pro Heimspiel, was dem Stadion nicht gerecht wird. Es ist aber davon auszugehen, dass sich das mit einem Bundesliga-Aufstieg zum Besseren ändert. Einen ersten Vorgeschmack gibt es heute beim großen Erste-Liga-Showdown.

 

Bernhard Kastler


SKN-Stürmer Bernd Gschweidl stoppt auch ein technischer Fehler nicht:


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