SKN vor Mammut-Monat: "Jetzt ist die heiße Phase"

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13 Tage hatte Karl Daxbacher seit dem letzten Meisterschafts-Spiel Zeit, seine Mannschaft auf diesen April vorzubereiten.

Ein April, der für den SKN St. Pölten zum intensivsten und möglicherweise wichtigsten Monat seit dem Aufstieg in die Erste Liga werden könnte.

Auf die Niederösterreicher warten acht Spiele in 28 Tagen, davon zwei englische Wochen in der Liga, ein Cup-Halbfinale bei der Admira und zu Beginn und am Ende ein sogenanntes "Sechs-Punkte-Spiel" gegen einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg.

Alle Mann an Bord

Den Beginn macht das Gastspiel beim LASK (ab 20:30 Uhr im LAOLA1-Liveticker) im voraussichtlich voll besetzten Paschinger Waldstadion.

Daxbacher setzte zu Beginn der Länderspielpause auf Erholung - mit Erfolg. "Jetzt stehen alle Spieler zur Verfügung, so dass wir optimistisch in das Spiel gehen können", so der SKN-Coach im Gespräch mit LAOLA1. Nur der Langzeitverletzte Marcel Holzmann (Kreuzbandriss) ist kein Thema.

Lukas Thürauer, Michael Ambichl und Ex-LASK-Spieler Tomasz Wisio mussten zwischendurch mit dem Physiotherapeuten arbeiten, sind nun aber wieder voll bei Kräften.

Druck nicht wegschieben

Auch ohne Routinier Wisio war die Defensive zuletzt das Prunkstück der Wölfe. Gleich drei Mal in Folge gewann man, ohne ein einziges Gegentor zu erhalten - allerdings jeweils nur mit 1:0.

Der Trainer weiß den Erfolg daher richtig einzuschätzen. "Wir sind nicht so souverän, dass wir gegen irgendeinen Gegner großartig glänzen und sie vom Feld schießen. Aber das geht unseren Konkurrenten auch so."

Aufgrund des jüngsten Siegeslaufs liegt der SKN vier Punkte vor den zweitplatzierten Linzern. Dass nur der LASK unter Zugzwang stehe, lässt Daxbacher aber nicht gelten.

"Wir sollten den Druck nicht wegschieben, sondern er sollte schon da sein. Ein Erfolg wäre für uns genauso wichtig."

"Zu Beginn der Meisterschaft haben sie sich total der Red-Bull-Philosophie verschrieben, davon sind sie ein wenig abgekommen."

Daxbacher über den LASK

Die bisherigen Duelle in dieser Saison endeten jeweils mit 1:0-Erfolgen für die Heimmannschaft. Kleinigkeiten dürften auch diesmal entscheiden. Was sich Daxbacher von seinem Ex-Klub erwartet?

"Da haben wir uns schwer getan"

"Zu Beginn der Meisterschaft haben sie sich total der Red-Bull-Philosophie verschrieben, davon sind sie ein wenig abgekommen. Aber sie werden situativ pressen und nach Ballverlust anrennen", rechnet der Trainer, mit dem die Linzer Athletiker zuletzt 2007 in die Bundesliga aufgestiegen sind, mit einem aggressiven Gegner.

Zieht der LASK den Vollgasfußball à la Red Bull durch, kann das den SKN vor Probleme stellen - das habe man beim Spiel des SKN in Liefering trotz des 2:1-Sieges gut beobachten können.

"Wenn wir angepresst worden sind, haben wir uns schwer getan. Da wird man sehen, wie wir dem Druck standhalten, ob wir das mit spielerischen Mitteln lösen können, oder mit langen Bällen arbeiten können wie gegen Liefering, als uns dann der Umschwung gelungen ist." 

Allerdings meldet Daxbacher Zweifel an, ob der LASK in puncto Spielanlage wirklich so offensiv auftreten wird. "Zuletzt wollten sie mehr die Abwehr stabilisieren. Es kommt außerdem auch auf das Personal an. Wenn Dovedan oder Fabiano nicht spielen können, fehlen Spieler, die für das totale Pressing prädestiniert sind."

Keinen Kontakt mehr nach Linz

Dass er über seinen ehemaligen Arbeitgeber bestens Bescheid weiß, wird im Gespräch mit Daxbacher schnell klar. Dabei ist die Verbindung zum LASK nicht mehr so intensiv, wie man sie vielleicht vermutet hätte.

"Es gibt eigentlich keinen Kontakt mehr zu Verantwortlichen. Linz ist Vergangenheit, St. Pölten ist meine Aufgabe", sagt der 62-Jährige. Nur noch vereinzelt gäbe es Bekanntschaften - mit dem Tormanntrainer oder dem Zeugwart.

Der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Aufgaben werden schwer genug. Daxbacher hat auch einen Plan, wie man den Mammut-Monat April möglichst erfolgreich bestreiten kann.

Die Sache mit dem Aberglauben

"Das Training wird stark reduziert werden, es ist auch wichtig, wie man die Spiele im Kopf verkraftet - das ist fast wichtiger als der körperliche Aspekt. Vielleicht machen wir deshalb auch noch einmal ein Teambuildung, um allen Spielern die bestmögliche mentale Vorbereitung zu ermöglichen."

Dass Fußball vor allem Kopfsache ist, wird vor allem in St. Pölten beherzigt. Seit Herbst simuliert man Auswärtsspiele zuhause, reist sogar gemeinsam per Bus in die NV Arena an.

Beim ersten Mal vor dem Heimsieg gegen den LASK. "Wir sind damals mit Auswärtssiegen aus einer Schwächephase gekommen und haben das dann ausprobiert", erklärt Daxbacher.

"Es hat aber nicht nur mit Aberglaube zu tun, sondern es ist generell wichtig, am Spieltag gemeinsam zu essen und sich vorzubereiten. Das mit dem Bus ist natürlich ein Gag, aber der Busunternehmer macht uns das gratis."

Kampf um die Zukunft

Das dürfte auch für Ehrenrunden gelten, wenn der SKN am Saisonende Meister wird. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Es wartet der April, der nicht nur für den Verein, sondern auch für viele Spieler entscheidend wird.

"Es gibt zwar Optionen, aber es laufen einige Verträge aus. Die Spieler wollen natürlich wissen, wie es weitergeht, aber für den Verein ist es schwer zu planen. Vielleicht kann man nach diesem Monat sagen, wohin die Reise geht", meint Daxbacher.

Denn er weiß: "Jetzt ist die heiße Phase."

 

Andreas Terler



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