Das ist Benficas 80-Mio.-Talent Renato Sanches

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Wenn Fans auf das Spielfeld laufen, sind zumeist die ganz großen Stars das Ziel von Liebesbekundungen.

Umso bemerkenswerter ist, welchen Weg ein portugiesischer Anhänger bei der 0:1-Pleite gegen Bulgarien einschlug. Nicht Real-Ikone Cristiano Ronaldo war sein Ziel, sondern der junge Renato Sanches.

Um den 18-jährigen Benfica-Profi herrscht ein Hype – nicht nur in Portugal, sondern in ganz Europa.

Unzählige Spitzenvereine sollen an dem Mittelfeldspieler interessiert sein. Von manchen Experten wird er sogar als größtes U20-Talent der Welt bezeichnet. Seine im Vertrag festgeschriebene Ausstiegsklausel liegt nicht umsonst bei 80 Millionen Euro. Manchester United soll schon 60 Millionen für ihn geboten haben.

Wendepunkt der Saison

Mit dem FC Bayern darf sich ein weiterer Top-Klub im Champions-League-Viertelfinale aus nächster Nähe vom Youngster überzeugen. Dass es Benfica überhaupt bis dorthin geschafft hat, ist zu einem Gutteil auch der Verdienst des Supertalents.


Denn die „Adler“ erholten sich zu Saisonbeginn nur langsam von einem im letzten Sommer erlittenen Schock. Erfolgscoach Jorge Jesus wechselte direkt von Benfica zu Erzrivale Sporting – ein Tabubruch im portugiesischen Fußball.

Nachfolger Rui Vitoria startete schlecht in die neue Spielzeit. Nach einer herben 0:3-Schlappe gegen das nun von Jesus betreute Sporting stand Benfica am Ende des achten Spieltages nur auf Rang sechs der Tabelle.

Doch dann kam Renato Sanches.

Beeindruckende Statistik

Ab der neunten Runde eingesetzt, kassierte Benfica mit ihm wettbewerbsübergreifend in 26 Partien nur zwei Niederlagen. Zum Vergleich: Ohne ihn setzte es in 16 Spielen sechs Pleiten.

Seine gewaltige Power im Mittelfeld macht für Benfica den Unterschied aus. Der 18-Jährige bringt schon jetzt die perfekten körperlichen Voraussetzungen für einen Weltklasse-Sechser mit. Gleichzeitig ist er aber trotz seiner Zweikampfstärke kein reiner Abräumer, sondern sorgt mit seiner Dynamik auch für Unordnung in den gegnerischen Abwehrreihen. Mit ihm als Leistungsträger gelang dem Rekordmeister der Sprung zurück an die Tabellenspitze.

„Zu sehen, wie Renato Sanches reift und sich entwickelt, macht uns alle bei Benfica stolz. Er bringt alles mit, um ein ganz großer Star zu werden“, erklärte Benfica-Legende und Akademie-Leiter Nuno Gomes zuletzt in der „Sport Bild“.

Robert Almer sollte sich in Acht nehmen

Der Youngster selbst bleibt ein wenig bescheidener: „Ich bin noch jung und muss noch sehr viel lernen. Aber ich bin mir sicher, dass meine Teamkollegen und alle um mich herum mir dabei helfen werden.“

Tatsächlich wirkt der 1,76 m große Jung-Profi in manchen Situationen noch etwas grün hinter den Ohren. Zum Beispiel, wenn er übermotiviert in Zweikämpfe geht oder bei einem Pass lieber viel Risiko nimmt anstatt die Sicherheitsoption zu wählen.

Als größte Stärke gilt dagegen seine Schusskraft, mit der er so manch gegnerischen Torhüter in Angst und Schrecken versetzt. Auch ÖFB-Goalie Robert Almer sollte sich davor hüten, könnte der Jung-Nationalspieler (zwei Einsätze) bei der EURO doch mit Portugal auf Österreich treffen.

Verschwörungstheorie rund um sein Alter

Sanches lebt seinen Traum. Momentan geht ihm alles ganz leicht von der Hand. Das war nicht immer so, hat der 18-Jährige in seinem Leben doch schon viel durchgemacht. Nur fünf Monate nach der Geburt trennten sich seine Eltern - der Vater stammt von den Inseln Sao Tome und Principe, die Mutter von den Kap Verden.

Sie zog den kleinen Renato in der Nähe des Lissabonner Flughafens auf. Erst mit mit fünf Jahren wurde er getauft und offiziell gemeldet. Verschwörungstheoretiker zweifelten deswegen immer wieder, ob sein biologisches Alter mit jenem auf dem Spielerpass übereinstimmt. Medizinische Tests haben die Kritiker aber mittlerweile verstummen lassen.

So geht der Hype um den Benfica-Youngster weiter. In Portugal gilt er als Idol der Jugendlichen mit afrikanischer Herkunft. Mit Eusebio hatte auch die größte portugiesische Fußball-Legende aller Zeiten afrikanische Wurzeln. Vielleicht kann Renato Sanches in seine fußballerischen Fußstapfen treten.

 

Jakob Faber

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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