Ungewohnte Schwächen bei Alaba

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Pep Guardiola ist ein Meister der Rotation.

Kaum ein Trainer wechselt derart häufig seine Startformation wie der Spanier.

Um das Ganze zu untermauern: Im Dezember ließ der Katalane gegen die Hertha und gegen Gladbach zweimal in Folge dieselbe Startelf auflaufen. Es war das erste Mal nach 100 Pflichtspielen und sollte bis dato ein Ausrutscher bleiben.

Der  45-Jährige gönnt seinen Stars so viele Pausen wie möglich, Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine solche stellte lange Zeit David Alaba dar.

Bis zu seiner Kapselverletzung, die er sich im November zuzog, war der 23-Jährige gesetzt. Einzig gegen Frankfurt (0:0) kam er lediglich als Joker ins Spiel, ansonsten stand der ÖFB-Legionär stets in der Startelf und führte die Team-interne Statistik mit den meisten Einsatzminuten an.

Alaba zuletzt als Einwechselspieler

Zuletzt sah das allerdings ganz anders aus. Der polyvalente Alaba wurde gleich zweimal in Folge, bei der Hertha und gegen Gladbach, auf die Ersatzbank verbannt. Ungewöhnlich, da er seit Rückrundenbeginn in sämtlichen Matches von Beginn an ran durfte.

Guardiola ist nicht entgangen, dass sein flexibelster Spieler derzeit nicht gerade in Bestform agiert. Immer wieder leistete sich Alaba in den letzten drei, vier Wochen ungewohnte Fehlpässe, reagierte manchmal behäbig und war an dem einen oder anderen Gegentor mitschuldig. (Siehe: Alaba als „Flop des Spiels“)

So auch im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Atletico Madrid, als der FCB durch einen Treffer von Saul Niguez mit 0:1 verlor und die Ausgangsposition für das Rückspiel ungleich schwieriger wurde.

Der Wiener war mitnichten der Hauptschuldige, ließ sich aber wie seine spanischen Teamkollegen Thiago, Juan Bernat und Xabi Alonso lehrbubenhaft vernaschen, ehe der 21-Jährige seinen Sololauf mustergültig vollendete.

„Er ist auf mich zugekommen. Ich habe versucht, das kurze Eck zuzumachen. Das hätte ich besser machen können“, urteilte er selbstkritisch im „Sky“-Interview. Nicht unerwähnt bleiben soll sein Lattenknaller, der beinahe für den Ausgleich gesorgt hätte, doch irgendwie war es symptomatisch, dass der Ball nicht ins Tor wollte.

"kicker" stellt Alaba kein gutes Zeugnis aus 

Man darf Alaba keinesfalls den Willen absprechen, er kämpft und rackert, ist in Deutschland mit 2.642 Ballkontakten die Nummer eins der Bundesliga und opfert sich für das Team auf. Es fehlen aber doch einige Prozent zu seiner Verfassung im Herbst.

Untermauert wird die Abwärtstendenz ganz deutlich vom „kicker“. Das Fachmagazin vergibt traditionell nach jedem Spiel Noten. Im Herbst bekam Alaba im Schnitt eine 3,1 in der Liga, im Frühjahr hält er bei 3,3. Noch augenscheinlicher wird ein Blick auf die Champions-League-Begegnungen. Alaba wurde in der Hinrunde durchschnittlich mit der Note 2,88 bewertet, im Frühjahr hält er bei einer glatten 4.

Guardiola entgingen die Leistungsschwankungen freilich nicht, sodass er darauf reagierte und Alaba die erwähnten Auszeiten gönnte. Damit ist er kein Einzelfall, auch sein Lieblingsschüler Thiago, Kapitän Philipp Lahm oder zuletzt Franck Ribery und Thomas Müller mussten wohl oder übel auch mal von draußen zusehen.

Guardiola nicht unschuldig an der Situation

Der Katalane ist zugleich auch nicht ganz unschuldig daran, dass Alaba in dieser entscheidenden Saisonphase und nur wenige Wochen vor Beginn der EURO seiner Topform hinterher jagt. Aufgrund personeller Engpässe und dem überragenden Spielverständnis wurde der Österreicher immer wieder auf verschiedenen Positionen hin und her geschoben.

Der 23-Jährige, der sich selbst im zentralen Mittelfeld am wohlsten fühlt, wurde zuletzt vorwiegend im Abwehrzentrum aufgeboten. Dort lieferte er als „Aushilfs-Innenverteidiger“ zwar ordentliche Leistungen ab, aber eben nicht mehr.

Immer wieder änderte Guardiola während der Spiele seine Formation, Leidtragender war häufig der ÖFB-Star, der je nach Bedarf links hinten, links im Mittelfeld oder auch in der Zentrale eingesetzt wurde.

Alaba sollte wieder auf links gesetzt sein

Keine Frage, Alabas Wandelbarkeit gehört zu seinen großen Stärken, man kann es aber auch übertreiben. Mit der Rückkehr des lange verletzten Jerome Boateng, Javi Martinez und Medhi Benatia sind drei Innenverteidiger fit, sodass keine Not mehr besteht, den Wiener dort aufzubieten.

Guardiola sollte sich gut überlegen, ob er seinen Musterschüler nicht doch lieber auf seiner Bayern-Stammposition links hinten zum Zug kommen lässt, denn dort war er in den letzten Jahren mit Abstand am effektivsten.

Dann würden wohl auch die Chancen steigen, dass David Alaba rechtzeitig wieder seine Bestform erreicht und er in puncto Pep-Rotation wieder zur Ausnahme der Regel mutiert.

Christoph Nister

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