Fünf Gründe, warum Real die Wende schafft

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Die peinliche 0:2-Pleite in Wolfsburg hat dem Selbstvertrauen Real Madrids nicht geschadet.

Vor dem Rückspiel warten die Königlichen mit deftigen Kampfansagen auf. „Am Dienstag ist Krieg. Wir werden auf das Feld laufen, um Wolfsburg zu überrollen“, sagt etwa Dani Carvajal.

Superstar Cristiano Ronaldo spricht indes von einer „magischen Nacht“ im Bernabeu-Stadion, auf die sich die Fans schon freuen können. „Wir werden unser Leben auf dem Platz lassen“, fügt Lucas Vazquez hinzu.

Tatsächlich stehen die Chancen für einen Aufstieg des Favoriten besser als man das vermuten könnte. Zwar verfügen auch die Wolfsburger zweifellos über viel Qualität, doch den Madrilenen ist die Aufholjagd zuzutrauen. Fünf Gründe, die für den Aufstieg Reals in CL-Halbfinale sprechen:

1. Ronaldo in Top-Form

Zum sechsten Mal in Folge 30 Saisontore – das ist in Spanien noch keinem Spieler zuvor gelungen, nicht einmal Lionel Messi. Mit seinem Treffer beim 4:0 gegen Eibar schrieb Cristiano Ronaldo Geschichte. Zwar konnte auch er im Hinspiel nicht viel gegen die Wolfsburg-Defensive ausrichten, doch beim 2:1 im „Clasico“ hat er mit seinem Siegestreffer gezeigt, dass er im richtigen Moment Spiele entscheiden kann. Dazu kann der Portugiese auf die Hilfe von Gareth Bale und Karim Benzema bauen. Vor allem der Waliser hat in dieser Saison gezeigt, was er drauf hat. Nicht nur aufgrund seiner 15 Tore und 13 Asssists (in 23 Spielen) schätzen ihn einige Experten momentan sogar als wichtigsten Bestandteil des BBC-Trios ein.


2. Carvajal statt Danilo

So mancher Experte ätzte, der österreichische Flitzer hätte beim 0:2 in Wolfsburg mehr Zweikämpfe gewonnen als Danilo. Ein ums andere Mal ließ sich der Rechtsverteidiger von Gegenspieler Julian Draxler schwindlig spielen. Die Fans quittierten die katastrophale Leistung mit Pfiffen bei seiner Einwechslung im darauffolgenden Spiel gegen Eibar. Statt Danilo wird der ehemalige Leverkusener Dani Carvajal im Rückspiel von Beginn an spielen. Er kennt Gegenspieler Draxler aus seiner Zeit in der Bundesliga, wo er gegen den Ex-Schalker mit Bayer sogar 2013 einen Sieg einfuhr. Auch beim 2:1 im „Clasico“ bewährte sich der 24-jährige Spanier, bevor ihn Zinedine Zidane für das Wolfsburg-Spiel aus der Startelf nahm. Mit ihm sollte die Real-Defensive an Sicherheit gewinnen.

3. Die Lehren aus dem Hinspiel

In Wolfsburg hätte das Spiel bereits nach 15 Minuten zu Gunsten von Real entschieden sein können. Ein mögliches Elfer-Foul an Gareth Bale wurde genauso wie Cristiano Ronaldos hauchdünner Abseitstreffer nicht gegeben. Dazu vergab Karim Benzema eine Riesen-Möglichkeit. Erst danach ging Wolfsburg 2:0 in Führung und die Königlichen taten sich schwer. Die dicht gestaffelte Defensive der Deutschen ließ kaum etwas zu, der Real-Spielaufbau klappte nicht. In dieser Phase des Spiels waren die Abstände zwischen Defensive und Offensive zu groß, weswegen Wolfsburg die Passwege aus der Real-Abwehr leicht zustellen konnte. So kam es zu einem Quergeschiebe in den hinteren Reihen. Auch Zinedine Zidane werden diese Fehler aufgefallen sein. Im Heimspiel wird sie Real nicht noch einmal machen.


4. Real kann Geduld bewahren

Toni Kroos gibt die Marschroute vor: „Wir müssen offensiv, aber gleichzeitig vernünftig spielen und dürfen nicht unseren Kopf verlieren.“ Der Deutsche weiß, wovon er spricht. Erhält Real ein Gegentor, müssen mindestens vier eigene Treffer für den Aufstieg her. Deswegen werden die Königlichen nicht hemmungslos auf das gegnerische Tor stürmen, sondern geduldig auf ihre Chancen warten. Auch ein frühes Führungstor würde ihnen nützen. Kroos warnt jedenfalls vor Wolfsburg: „Sie haben viele gefährliche Spieler, nicht nur Julian Draxler. Wir müssen als Team verteidigen.“

5. Die Spieler lieben Zidane

Wer Real-Trainer sein will, braucht Erfolg. Kaum kassierten die Madrilenen die 0:2-Pleite in Wolfsburg, machten schon Gerüchte über eine mögliche Rückkehr von Jose Mourinho  die Runde. Florentino Perez soll den Portugiesen kontaktiert haben. Der Präsident ging mit der Bestellung von Chefcoach-Neuling Zidane ein Risiko ein. Ob der Franzose langfristig gesehen der richtige Mann für die hohen Ansprüche des Klubs ist, darüber herrscht in Madrid noch immer Uneinigkeit. Bei einem vorzeitigen CL-Abschied wäre Zidane jedenfalls angezählt. Dabei lieben die Spieler den dreifachen Weltfußballer. Nach dem Abgang des unpopulären Rafa Benitez sorgte Zizou für gute Stimmung. Gut möglich, dass die Real-Profis gegen Wolfsburg nicht nur für die eigene Ehre, sondern auch für den Job ihres Trainers spielen.

Champions-League-Sieger, Welt- und Europameister sowie dreifacher Weltfußballer. Das war Zinedine Zidanes Spieler-Karriere:

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Zinedine Yazid Zidane wurde am 23. Juni 1972 als Sohn algerischer Einwanderer in Marseille geboren. Als 14-Jähriger verließ er seine Heimatstadt, um in der Fußball-Akademie von Cannes seine Karriere zu starten.

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Nachdem er Cannes zum ersten internationalen Startplatz seit 1949 führte, wechselte er 1992 zu Bordeaux.

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1996 drang Zidane mit Bordeaux bis ins UEFA-Cup-Finale vor, wo er und seine Kollegen den Bayern mit einem Gesamtscore von 1:5 unterlagen. Danach war er für Frankreich bei der EM im Einsatz.

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Juventus schnappte sich daraufhin den besten Spieler der vergangenen Ligue-1-Saison. Nach anfänglichen Schwierigkeiten trumpfte er in der CL bei einem 5:0 gegen Rapid mit drei Assists erstmals auf.

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Mit der „Alten Dame“ erreichte er 1997 und 1998 das CL-Finale. Beide Male, zunächst gegen Dortmund, dann gegen Real, verpasste er jedoch den Titel.

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Bei der WM 1998 lief es besser. Nach einer Roten Karte im zweiten Spiel gegen Saudi Arabien drehte Zidane nach Ablauf seiner Sperre groß auf.

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Mit zwei Kopfball-Toren im WM-Finale führte er die „Equipe Tricolore“ zum WM-Pokal. Zudem wurde er 1998 erstmals Weltfußballer.

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Zwei Jahre später triumphierte er mit Frankreich auch bei der Europameisterschaft. 

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Nach zwei Meistertiteln mit Juventus (1997, 1998) nahm er 2001 Abschied aus Italien.

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Für 150 Milliarden Lire (rund 75 Millionen Euro) wechselte er zu Real Madrid. Dies war zum damaligen Zeitpunkt der Transferrekord.

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Mit den „Königlichen“ feierte er den größten Triumph 2002, als Leverkusen im CL-Finale 2:1 besiegt wurde.

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Zidanes Traumtor von damals kennt wohl jeder Fußball-Fan.

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Ein Jahr später konnte der Franzose mit Real seinen einzigen spanischen Meistertitel erringen. Ansonsten war die Ära der „Galaktischen“ von eher wenigen Titeln gesegnet.

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Sein letztes Spiel für die Madrilenen bestritt er am 7. Mai 2005. Standesgemäß erzielte er beim 3:3 gegen Villarreal selbst ein Tor.

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Nach dem Ende seiner Vereinskarriere sollte mit der WM 2006 jedoch noch ein Highlight folgen. 

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Eigentlich hatte Zidane nach einer enttäuschenden EM 2004 schon seine Nationalteam-Laufbahn beendet. Ein Jahr vor der WM holte ihn Teamchef Raymond Domenech jedoch zurück in den Kader.

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Bei der Endrunde in Deutschland hatte der Spielmacher zunächst Probleme, seine Qualitäten abzurufen. Doch ab der K.o.-Phase startete er durch und führte Frankreich mit zwei Toren und ebensovielen Assists ins Finale.

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Auch dort trug sich Zidane per Elfer als Torschütze ein, ehe seine Karriere in der 110. Minute des Endspiels tragisch endete.

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Der Hitzkopf, der sich in seiner Laufbahn immer wieder Aussetzer leistete, beförderte Marco Materazzi mit einem plötzlichen Kopfstoß zu Boden. 

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Zidane sah Rot, Frankreich verlor das Finale im Elferschießen. Das verhängnisvolle Ende eines echten Virtuosen am Spielfeld.

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