"Schwaub": Zwei für Marcel Koller?

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In der nächsten Woche gibt Teamchef Marcel Koller den ersten Kader nach der EURO bekannt.

Noch ist die Herangehensweise des Schweizers unklar. Während die einen davon ausgehen, dass er seinem Stamm die Treue hält, glauben andere an einen kleinen Umbruch. Von solch einer Umgestaltung könnten auch zwei Spieler des SK Rapid Wien profitieren: Stefan Schwab und Louis Schaub.

Beide zeigen sich in dieser Saison in Hochform, beide erzielten beim 4:0-Kantersieg gegen die Admira je einen Doppelpack. Der Spitzname „Schwaub“ war geboren.

Aus „Euro-Louis“ wird „Liga-Louis“

Speziell Schaub ist derzeit der wohl auffälligste Spieler der Grün-Weißen. Mit seinen Tempo-Dribblings stellt der 21-Jährige die Verteidiger des Landes vor große Probleme.

Oftmals wurde der Offensivmann als „Euro-Louis“ bezeichnet, weil er in der Europa League immer wieder für Tore sorgt. Diesen Spitznamen kann man nun ad acta legen. Denn auch in der Bundesliga netzt Schaub am Fließband.

Vier Tore stehen in den ersten vier Bundesliga-Spielen auf dem Konto. „Die Saison ist noch sehr jung. Ich bin froh, wenn ich der Mannschaft mit Toren weiterhelfen kann“, freut sich der Linksfuß im Gespräch mit LAOLA1, will aber nicht abheben.

Laut einem Rapid-Spieler ist die Admira mit dem 0:4 noch gut bedient:
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So wird aus „Euro-Louis“ nun „Liga-Louis“. Die Meinung des gebürtigen Deutschen: „Wenn es dann weiterhin so gut läuft, kann ich mich damit anfreunden.“

Der Hauptgrund für seine aktuelle Überform? Früher hatte Schaub immer wieder mit Blessuren zu kämpfen, nun ist er seit einiger Zeit verletzungsfrei. „Es war sehr wichtig, dass ich die Vorbereitung voll mitmachen konnte. Ich habe Kraft und fühle mich zurzeit sehr wohl.“

Schwab die zentrale Figur

Wohl fühlt sich auch Stefan Schwab. Als Spielgestalter ist der Salzburger nicht nur ob seiner Position als Mittelfeldspieler eine der zentralen Figuren im Spiel der Hütteldorfer. Schwab dirigiert, treibt an, erobert Bälle und verteilt sie mit seinen gefürchteten Spielverlagerungen. Und er strahlt Torgefahr aus.

„Persönlich ist es ein schönes Erlebnis. Zwei Tore in einem Spiel – ich weiß nicht, wie oft ich das in meiner Karriere schaffe“, lacht der 25-Jährige, beschwichtigt aber im selben Atemzug: „Bei uns freut sich jeder für jeden. Ich wäre genauso glücklich, wenn Louis (Schaub/Anm.) noch zwei gemacht hätte oder, wenn Joelinton getroffen hätte. Es ist gut, wenn wir viele torgefährliche Spieler haben, dann sind wir unberechenbar.“

Das Duo dürfte auch die Blicke von Marcel Koller auf sich gezogen haben. Der Teamchef war beim Spiel gegen die Admira im Allianz Stadion vor Ort. Die starken Leistungen der beiden sowie die Treffer wird auch der 55-Jährige nicht übersehen haben.

Trainer Mike Büskens nach dem Kantersieg gereizt:
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Nationalteam? „Teamchef muss entscheiden“

Während Schwab im Herbst 2015 bereits einmal im Kader stand, aber nicht zum Einsatz kam, wurde Schaub noch nie einberufen. Vielleicht ändert sich das bald. Koller bewies unter anderem bei Ex-Rapidler Florianz Kainz, der im November 2015 sein Team-Debüt feierte, dass er gute Leistungen in der Bundesliga belohnt.

Wie schätzen die Kicker selbst ihre Karten ein? „Es ist schwer zu sagen. Ich will gar nicht viel darüber nachdenken oder reden, sondern mich auf Rapid konzentrieren. Man wird sehen, was passiert. Ich will meine Leistungen über einen längeren Zeitraum bestätigen, der Rest liegt nicht in meiner Hand“, sagt Schwab.

Schaub legt es ähnlich an: „Das muss der Teamchef entscheiden. Ich gebe mein Bestes und schaue, dass ich Woche für Woche Leistung bringe. Das werde ich auch weiterhin so machen.“

Und wer weiß, vielleicht dürfen sich „Schwaub“ in Kürze nicht nur über Tore freuen, sondern auch über die Einberufung ins Nationalteam.

 

Matthias Nemetz/Claus Schlamadinger

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