Die Tops und Flops der 29. Runde

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Ein neidvoller Blick in Richtung Regionalliga Ost, ein GM-Effekt, ein misslungener Geburtstag und ganz viele misslungene Pässe.

Die 29. Bundesliga-Runde bietet wieder interessante Erkenntnisse. Wir haben die Tops und Flops!

Derby of Love

Am ersten Blick könnte man meinen, in der Bundesliga sind die Frühlings-Gefühle ausgebrochen! Kaum lacht die Sonne, lachen auch die Kassiere der Vereine, da die Zuschauer-"Massen" in die Stadien strömen. 7.868 Fans besuchten im Schnitt die Spiele der 29. Runde - damit ist dieser Spieltag in der Rangliste dieser Saison ganz weit vorne mit dabei. Blöd so gesehen, dass es den zweiten Blick gibt. 24.800 der insgesamt 39.343 Zuschauer entfielen nämlich auf das Gipfel-Treffen zwischen Rapid und Salzburg. Dieser Besuch ist aller Ehren wert. Aber sonst? Sagen wir so: Unser Daumen nach oben geht an das "Derby of Love" zwischen dem Wiener Sportklub und der Vienna. 7.821 Zuschauer ließen sich dieses Kult-Duell der Regionalliga Ost trotz TV-Übertragung nicht entgehen, womit die beiden kleinen Wiener Vereine alle vier Bundesliga-Spiele vom Samstag locker in die Tasche steckten. Oder anders gesagt: Stimmt das Produkt, kommen auch die Leute. In Richtung eines so manchen Oberhaus-Klubs kann man nur sagen: Einfach zum Nachdenken...!


ZUSCHAUER-TENDENZ

Runde Top Flop Gesamt Schnitt
1. 15.100 (Rapid-Ried) 1.079 (Grödig-Altach) 36.826 7.365
2. 17.357 (Salzburg-Rapid) 2.940 (Admira-Mattersburg) 40.244 8.049
3. 13.300 (Rapid-WAC) 1.667 (Grödig-Austria) 27.490 5.498
4. 12.500 (Austria-Rapid) 1.212 (Grödig-Admira) 28.896 5.779
5. 14.876 (Sturm-Rapid) 2.402 (Admira-Ried) 35.089 7.018
6. 16.800 (Rapid-Grödig) 4.217 (Altach-Admira) 39.661 7.932
7. 14.300 (Rapid-Mattersburg) 1.454 (Grödig-Ried) 35.608 7.122
8. 8.347 (Salzburg-Grödig) 2.233 (Admira-WAC) 32.790 6.558
9. 15.500 (Rapid-Admira) 1.142 (Grödig-Mattersburg) 32.857 6.571
10. 6.410 (Austria-WAC) 3.345 (Admira-Sturm) 23.764 4.753
11. 23.200 (Rapid-Salzburg) 1.721 (Grödig-Sturm) 36.623 7.325
12. 7.715 (Salzburg-Admira) 3.079 (Ried-Mattersburg) 28.921 5.784
13. 32.200 (Rapid-Austria) 2.109 (Admira-Grödig) 58.479 11.696
14. 14.700 (Rapid-Sturm) 1.226 (Grödig-WAC) 32.288 6.458
15. 11.822 (Austria-Salzburg) 1.815 (Admira-Altach) 27.949 5.590
16. 9.623 (Salzburg-Sturm) 2510 (Ried-Grödig) 32.515 6.503
17. 16.400 (Rapid-Altach) 2.036 (Grödig-Salzburg) 33.460 6.692
18. 6.244 (Austria-Sturm) 2.700 (Mattersburg-Grödig 22.065 4.413
19. 12.700 (Rapid-Ried) 1.020 (Grödig-Altach) 27.549 5.509
20. 14.167 (Salzburg-Rapid) 1.919 (Admira-Mattersburg) 30.899 6.180
21. 13.700 (Rapid-WAC) 1.436 (Grödig-Austria) 25.159 5.032
22. 12.500 (Austria-Rapid) 1.124 (Grödig-Admira) 26.215 5.243
23. 12.571 (Sturm-Rapid) 2.150 (Admira-Ried) 29.805 5.961
24. 14.200 (Rapid-Grödig) 2.700 (Mattersburg-WAC) 35.155 7.031
25. 13.200 (Rapid-Mattersburg) 1.320 (Grödig-Ried) 26.815 5.363
26. 7.771 (Salzburg-Grödig) 2.014 (Admira-WAC) 25.544 5.109
27. 13.000 (Rapid-Admira) 1.176 (Grödig-Mattersburg) 29.303 5.861
28. 7.011 (Austria-WAC) 3205 (Admira-Sturm) 26.818 5.364
29. 24.800 (Rapid-Salzburg) 2000 (Grödig-Sturm) 39.343 7.868
GESAMT: 928.130 6.401

Sturms GM-Effekt

Darüber, ob es den Trainer-Effekt wirklich gibt, scheiden sich die Geister. Mal funktioniert ein Wechsel des Coaches, mal weniger. Einen "General-Manager-Effekt" scheint es jedoch zu geben, wenn man die Situation in Graz etwas flapsig sehen möchte. In Spiel 1 nach der Ankündigung von Gerhard Goldbrich, die sportlichen Agenden im Sommer an einen noch zu bestellenden Geschäftsführer Sport abzugeben, klappte es für Sturm plötzlich mit einem Sieg. Natürlich ein Zufall, dennoch ein interessantes Timing. Und wenn der Knopf nach 93 Minuten mal aufgeht, dann so richtig. Dann kann man nämlich in Minute 94 gleich noch einmal treffen. Herzliche Gratulation an Andreas Gruber zu diesem Doppelpack. Vor der Saison setzte er sich fünf bis zehn Tore als Ziel. Nun steht der 20-Jährige bei drei Treffern - noch ist also alles drinnen. Ob auch die "Blackies" ihre Ziele erreichen werden, hängt wohl davon ab, ob dieser Last-Minute-Erfolg in Grödig im Rückblick der Notausgang aus der Krise war...


Admiras Spaß-Fußball

4:0, 1:0, 3:0 - die vergangenen Wochen hätten für die Admira nicht besser laufen können! Allzu viele Gute-Laune-Hotspots hat die Bundesliga derzeit ohnehin nicht zu bieten, da bieten die Niederösterreicher eine richtig wohltuende Abwechslung. Ob Lukas Grozurek - Doppeltorschütze in Mattersburg - oder der im Frühjahr plötzlich aufblühende Christoph Knasmüllner: Es macht wirklich Spaß, der Sensations-Truppe dieser Saison beim Kicken zuzuschauen. Spaß ist auch ein gutes Stichwort. Vielleicht hilft es, dass die Südstadt keine humorfreie Zone ist. Wenn sich Trainer Ernst Baumeister und seine Spieler via TV in Interviews gegenseitig veräppeln, steht dies stellvertretend für die lockere Stimmung bei der Admira. Im Sommer rückt Baumeister zu Gunsten von Oliver Lederer auch offiziell wieder in die zweite Reihe zurück. Ihn als Schmähführer (und wenn nötig als Spaßbremse) weiterhin an Bord zu behalten, ist aber definitiv eine gute Idee.


Windbichlers verpatzter Ehrentag

Leider sind sie aufgelegt, die Floskeln. "Seinen 25. Geburtstag hat sich Richard Windbichler bestimmt ganz anders vorgestellt" oder "das schönste Geschenk hat sich Windbichler nicht gerade gemacht". An seinem runden Geburtstag bekam der Innenverteidiger nach vier Spielen auf der Ersatzbank wieder einmal eine Chance in der Startelf der Austria. Nutzen konnte er sie nicht wirklich. Sein Elfmeter-Foul an Hannes Aigner samt Roter Karte wegen Torraubs war die Schlüsselszene bei der Niederlage der Veilchen in Altach. Nach der fälligen Sperre könnte im Kampf um einen Stammplatz wieder Geduld gefragt sein. Ruft man sich Windbichlers starke Leistungen bei der Admira in Erinnerung, ist es ohnehin eine eher negative Überraschung, wie schwer sich die Defensivkraft zurzeit am Verteilerkreis tut. Aber Fußball ist das eine, der Ehrentag das andere - deshalb: Alles Gute zum Geburtstag!


Salzburger Pausen-Ansprache

Diese aufgelegten Wortspiele dank Salzburg-Trainer Garcias Vorname sind wahrlich überstrapaziert. Aber selbst diesmal, wo er im Spitzenspiel gegen den SK Rapid durch krankheitsbedingte Abwesenheit glänzte, kommt man nicht ganz um diese herum. Denn "Oscar"-reif war bei den Mozartstädtern beim 1:1 in Wien weder die Leistung, noch anscheinend die Kabinensprache seiner beiden Stellvertreter Ruben Martinez und Rene Aufhauser. Diese zeigte scheinbar gar keine Wirkung, da das Team nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff in Rückstand geriet. Da drängte sich die Frage auf, ob der verbale Aufweckversuch in der Halbzeit in Englisch oder in Deutsch abgehalten wurde (oder den Spielern nur Spanisch vorkam)? Die Fremdsprache, da es die Spieler vom spanischen Chefcoach gewohnt sind? Oder preschte Aufhauser als Deutsch-Dolmetscher vor? Oder aber wurde nur Garcias SMS verlesen? "Es gab Kontakt", bestätigte Aufhauser. Abgemacht war scheinbar nicht, welcher der beiden Assistenten welche Rolle übernehmen sollte. Aber es stellte sich schnell heraus, dass das spanische Temperament von Martinez nicht zu zügeln ist und er die Coaching Zone für sich beansprucht. Zum Leidwesen seines österreichischen Kollegen, der sich dafür der wartenden Pressemeute stellen durfte. Ist doch auch etwas Schönes!


Pass auf!

Statistiken sind längst ein treuer Begleiter des Fußballs geworden. Sie spielen sicher noch nicht eine so dominante Rolle wie etwa im US-Sport, aber wegzudenken sind sie nicht mehr. Auch bei LAOLA1 nicht - sei es in Echtzeit in unserem Live-Ticker, der alle Daten der Spieler und Teams in einem Match bietet, oder auf unseren Statistik-Seiten, deren Daten-Tiefe wir ständig erweitern. Diese Stats bringen jedoch nicht immer nur angenehme Erkenntnisse zu Tage und bestätigen den Eindruck der Schonkost bisweilen allzu augenscheinlich. Bei der Partie WAC gegen Ried war unser zuständiger Redakteur zur Pause bereits der Verzweiflung nahe, so armselig war das Gebotene. Alleine die Passstatistik der SV Ried untermalt dies. 74 gelungenen Zuspielen standen nach 45 Minuten sage und schreibe 72 Fehlpässe gegenüber. Wenn jeder zweite Pass zum Gegner geht, lässt das eben nur schwerlich mit der Zunge schnalzen. Mit Spielende betrug das Verhältnis immerhin 175 zu 141, wobei eine Quote von 55,38 immer noch unterirdisch schlecht ist. Mit Patrick Möschl (4 zu 8) und Alberto Prada (18 zu 20) beendeten zwei Feldspieler die Partie mit negativer Passquote. Kontrahent WAC (62,95 Prozent) machte es nur unwesentlich besser. Auch bei der Begegnung Grödig (57,58) gegen Sturm (63,84) hatten misslungene Zuspiele Hochkonjunktur. Da kann man sich echt nur wünschen: Passt besser auf!


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