Der LAOLA1-Stammtisch zur 16. Runde

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Aber Hallo!

Der SK Rapid Wien kann nach einer Länderspielpause doch gewinnen - und wie.

Jonatan Soriano trifft auch wieder.

Und Hannes Aigner stellt einen Rekord auf.

Ja, es gibt einiges zu besprechen im LAOLA1-Stammtisch.

In dieser Saison fragen wir uns: Welche Lehren hatte die jeweilige Runde zu bieten? Manche ernsthafter, manche wie gewohnt mit Augenzwinkern.

Garniert und aufgelockert wird dieser Erkenntnisgewinn natürlich wie gehabt durch einige bewährte Rubriken.

Nehmt Platz und macht es euch gemütlich!

  • RAPIDS STÜRMER KÖNNEN DOCH NOCH TREFFEN: Was hatten Philipp Prosenik, Matej Jelic, Deni Alar und Tomi Correa bis vor dem 6:1 Rapids in Mattersburg gemeinsam? Ladehemmung, gerade einmal fünf Treffer dieser vier Akteure landeten in 16. Runden auf dem grün-weißen Konto. Nicht unbegründet wurde der Barisic-Truppe bereits ein Stürmerproblem nachgesagt. Gegen Mattersburg bewiesen jedoch zumindest zwei der vier Angreifer, dass sie das Runde doch noch ins Eckige bugsieren können. Für Philipp Prosenik war es der erste Doppelpack, für Sommer-Neuzugang Matej Jelic der zweite Saisontreffer. Kapitän Steffen Hofmann verwies aber trotz der Torflaute zuletzt auf die Arbeit und große Laufbereitschaft, welche die Stürmer leisten müssen. Wenn sie dann auch noch treffen, werden sie für Rapid umso wichtiger. Auch Stefan Schwab meinte daraufhin: "In der heutigen Zeit ist es natürlich schwer, da Stürmer nur an Toren gemessen werden." Dementsprechend groß war die Erleichterung bei den Torschützen. "Es gibt Schlimmeres als einen Doppelpack, so kann es weitergehen", meinte Prosenik.


  • BÜRGER WAR MATTERSBURGS EINZIGE OFFENSIVE: Manchmal sagt die Statistik sehr wohl so ziemlich alles über eine Leistung aus, wie zum Beispiel über den inferioren Auftritt des SV Mattersburg. Defensiv war Tag der offenen Tür, offensiv war eigentlich nur Patrick Bürger präsent. Nicht nur wegen seines Tores. Und dies ist insofern bemerkenswert, da er erst zur zweiten Halbzeit ins Spiel kam. Dennoch feuerte die Nummer 33 fünf von acht Mattersburger Torschüssen ab. Wobei von den anderen drei Versuchen jene von Thorsten Röcher und Karim Onisiwo geblockt wurden (siehe Grafik). Somit blieb abseits von Bürger nur die Chance von Röcher übrig. Mager, mager, mager.

  • FLEXIBILITÄT IST NICHT MATTERSBURGS STÄRKE: Wenn man nach 29 Minuten mit 0:3, nach 35 Minuten mit 0:4 und nach 39 Minuten mit 0:5 zurückliegt, sollte man eigenltich sein System und seine Ausrichtung hinterfragen und etwas ändern. Trainer Ivica Vastic' überraschendes 3-5-2-System ging nach hinten los, und trotzdem sah er tatenlos zu, wie sich Rapid in einen Rausch spielte. Umstellungen? Vorerst Fehlanzeige. Dazu wollte er die Pause abwarten, warum auch immer. Erst danach fing man sich, als Onisiwo ins Mittelfeld zurückbeorderte. Vastic meinte nur: "Wenn man zur Pause mit 0:5 hinten liegt, wird es schwierig, noch an sich zu glauben." Warum also nicht schon früher? "In der zweiten Hälfte war es ein bisschen besser und die Mannschaft hat sich nicht abschießen lassen. Nach einigen Situationen hat sich die Mannschaft aufgegeben." Unflexibilität betrifft aber auch das Spielermaterial. Wenn Aktivposten wie Jano und Michael Perlak sowie der eine oder andere Defensivspezialist einen rabenschwarzen Tag erwischen, fehlen den Burgenländern Alternativen.

 

BILD DES SPIELTAGS:

  • GLUDOVATZ LÖST DEN JAHRHUNDERT-TRAINER AB: Als "Dreiviertel-Innviertler" bezeichnet sich Paul Gludovatz inzwischen. Erlebt hat der Burgenländer bei der SV Ried inzwischen ja auch schon einiges. Seit dem 1:0 gegen die Grödig ist der 69-Jährige auch ganz offiziell Rekordhalter bei den Oberösterreichern. Durch sein 143. Bundesliga-Spiel auf der Rieder Betreuerbank zog er mit Vereins-Legende Klaus Roitinger gleich, kommendes Wochenende wird er ihn beim Heimspiel gegen die Austria überholen. Hoffentlich bleiben uns seine eigenwilligen taktischen Varianten noch eine Zeit lang erhalten. Gegen Grödig bot er mit Bernhard Janeczek, Thomas Reifeltshammer, Petar Filipovic, Thomas Bergmann, Michele Polverino, Oliver Kragl, Florian Hart, Gernot Trauner und Denis Streker gleich neun Spieler auf, deren Fußball-DNA nicht gerade für Offensive steht. Logisch, dass den Siegtreffer mit Reifeltshammer ein Verteidiger erzielte.

  • AIGNER IST ALTACHS NEUER REKORDHALTER:
Gut, es sind lediglich 15 Treffer notwendig, um der Rekord-Bundesliga-Torschütze des SCR Altach zu sein. Aber immerhin. Hannes Aigner darf sich schon in seiner zweiten Saison mit den Vorarlbergern in der höchsten Spielklasse als solcher bezeichnen, zuvor schoss der gebürtige Tiroler den SCRA bereits zum Aufstieg. Mit seinem Siegtreffer gegen den WAC ließ der 34-Jährige in der vereinsinternen Bundesliga-Schützenliste den Brasilianer Leonardo hinter sich. Zweistellig trafen ansonsten nur Kai Schoppitsch und Roland Kirchler (jeweils 11) beziehungsweise Louis Ngwat-Mahop (10). Von der Offensivkraft aus Kamerun droht wohl auch die größte Gefahr für Aigner, den Rekord wieder abgeben zu müssen. Denn ansonsten sind die Altacher nur bedingt mit Goalgettern gesegnet.

  • LARRY IST ZU FLOTT: Zwei Mal wurde Olarenwaju Kayode gegen die Admira zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen. Sehr zum Leidwesen des "Windhunds", wie Admiras Oliver Lederer die Sprintrakete bezeichnete. Pässe in die Tiefe und auf die Schnelligkeit des Nigerianers zu vertrauen, ist ohnehin ein sehr gängiges Rezept bei Austria Wien. Dies belegt auch folgende beeindruckende Statistik. Sage und schreibe 30 Mal wurde der 22-Jährige in dieser Saison bereits wegen Abseits zurückgepfiffen. Dass er die Liga damit mit Respektabstand anführt, ist eine Untertreibung. Denn Roman Wallner liegt mit 15 Abseitsstellungen auf Rang zwei. Kayode kam also auf doppelt so viele.

 

  • RACHE IST SÜSS: Folgendes Video wird sich Srdjan Spiridonovic in den kommenden Tagen wohl immer und immer wieder anschauen. Unschön war er einst, sein Abgang von Austria Wien. Nach Problemen mit Ex-Trainer Nenad Bjelica musste er erst zu den Amateuren und schlug schließlich den Umweg über Italien (Vicenza, Messina) zur Admira ein. Umso schöner für den 22-Jährigen, dass ihm sein erster Bundesliga-Treffer ausgerechnet gegen den Stammklub gelang. Minute 93 war auch nicht das allerschlechteste Timing für den Ausgleich. "Das Tor war wie ein Stich ins Herz", konstatierte mit Richard Windbichler ein Ex-Admiraner im Dress der Austria.

  • ES GIBT NOCH HOFFNUNG AUF STURMS LINKER AUSSENVERTEIDIGERPOSITION: Er ist seit Sommer in Graz, aber jetzt fällt er zum ersten Mal richtig auf. Die Rede ist von Charalampos Lykogiannis. Eine Herausforderung für jeden TV-Kommentator (Pariasek-Lautsprache: "Lückotschannis") und eine echte Bereicherung für die linke Außenverteidigerposition des SK Sturm. In den letzten Jahren war die Position quasi in Besitz von Christian Klem, dies könnte sich - nicht nur weil dieser gerade verletzt ist - nun ändern. Der Grieche, dessen Name auf Deutsch übrigens Wolfshans lauten würde, hat sich nach einem Muskelbündelriss zurückgekämpft und konnte in Salzburg erstmals in der Liga von Beginn an zeigen, dass er eine gute Neuverpflichtung ist. Der 22-Jährige war der beste Zweikämpfer am Feld - 77% gewonnen (10/3) - sehr präsent (70 Ballkontakte) und erzielte ein sehenswertes Kopfballtor zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Franco Foda kann zwar zum zwölften Mal keinen Sieg aus der Bullen-Arena mitnehmen, dafür aber die Erkenntnis, dass er jetzt doch vielleicht so etwas wie Konkurrenzkampf hinten links hat.

ZUSCHAUER-TENDENZ

Runde Top Flop Gesamt Schnitt
1. 15.100 (Rapid-Ried) 1.079 (Grödig-Altach) 36.826 7.365
2. 17.357 (Salzburg-Rapid) 2.940 (Admira-Mattersburg) 40.244 8.049
3. 13.300 (Rapid-WAC) 1.667 (Grödig-Austria) 27.490 5.498
4. 12.500 (Austria-Rapid) 1.212 (Grödig-Admira) 28.896 5.779
5. 14.876 (Sturm-Rapid) 2.402 (Admira-Ried) 35.089 7.018
6. 16.800 (Rapid-Grödig) 4.217 (Altach-Admira) 39.661 7.932
7. 14.300 (Rapid-Mattersburg) 1.454 (Grödig-Ried) 35.608 7.122
8. 8.347 (Salzburg-Grödig) 2.233 (Admira-WAC) 32.790 6.558
9. 15.500 (Rapid-Admira) 1.142 (Grödig-Mattersburg) 32.857 6.571
10. 6.410 (Austria-WAC) 3.345 (Admira-Sturm) 23.764 4.753
11. 23.200 (Rapid-Salzburg) 1.721 (Grödig-Sturm) 36.623 7.325
12. 7.715 (Salzburg-Admira) 3.079 (Ried-Mattersburg) 28.921 5.784
13. 32.200 (Rapid-Austria) 2.109 (Admira-Grödig) 58.479 11.696
14. 14.700 (Rapid-Sturm) 1.226 (Grödig-WAC) 32.288 6.458
15. 11.822 (Austria-Salzburg) 1.815 (Admira-Altach) 27.949 5.590
16. 9.623 (Salzburg-Sturm) 2510 (Ried-Grödig) 32.515 6.503
GESAMT: 550.000 6.875

  • SCHWEIZER SCHIEDSRICHTER MÖGEN'S HART: Ihre Linie war klar, die Entscheidungen dennoch nicht immer nachvollziehbar. Das Schiedsrichter-Team beim Sonntags-Schlager RB Salzburg gegen Sturm Graz aus der Schweiz wusste jedenfalls aufzufallen. Alain Bieri und seine Kollegen ließen nämlich ziemlich viel durchgehen. Vorteil: Das Spiel wurde nicht kleinlich zerpfiffen. Nachteil: Klare Vergehen wurden manchmal nicht geahndet bzw. ignoriert. So pfiff der 36-Jährige unter anderem kurz vor der Pause einfach ab, als Valon Berisha sich nach einem klaren Foul am Boden wälzte. Martin Hinteregger sah nach seiner völlig unnötigen Attacke gegen Throsten Schick nur Gelb und kam nach der Pause als letzter Mann gegen Bright Edomwonyi ohne Sanktionen davon. "Für mich war das eine klare rote Karte", beschwerte sich Sturm-Coach Foda.

 

  • DER SKN ST. PÖLTEN IST GANZ SCHÖN ABERGLÄUBISCH. ABER ERFOLGREICH: Wacker? LASK? St. Pölten! Nach einem durchwachsenen Start eilen die Niederösterreicher in der Ersten Liga derzeit von Sieg zu Sieg und liegen als Zweiter nur noch zwei Punkte hinter Innsbruck. Das 2:0 gegen den FAC war der vierte Erfolg in Serie, kein anderer Klub der Liga hat in den letzten fünf Runden so viele Zähler einheimsen können wie der SKN (12). Woran liegt das? Unter anderem an der Tatsache, dass man jetzt auch zu Heimspielen mit dem Bus anreist. Das mag eigenartig klingen, ist aber so. Denn neben dem FC Wacker sind die Wölfe das auswärtsstärkste Team, die letzten fünf Partien in der Fremde wurden gewonnen. "Im Heimspiel wird mit Sicherheit der Busfahrer gebucht. Wenn die Spieler dran glauben, machen wir es weiterhin", sagt Trainer Karl Daxbacher. Na dann, alles Gute auf der ewigen Auwärtstour, lieber SKN St. Pölten!

DIE HEATMAPS UND TAKTIKTAFELN:

 

Euch sind die zahlreichen Features in unserem LIVE-Ticker sicher schon aufgefallen.

Vor allem die LIVE-Statistiken können richtig viel.

  • Ein Klick auf das Feuer im linken Menü bringt euch zur Heatmap.
  • Ein Klick auf das Auge im linken Menü zur Taktiktafel.
  • NEU: Mit einem Klick auf die Rubrik "Spielerstatistik" könnt ihr in Echtzeit mitverfolgen, wie viele Ballkontakte, Zweikämpfe oder Torschüsse ein Spieler in der jeweiligen Partie schon hatte.

Wenn man sich diese Features genauer ansieht, gewinnt man jede Menge spannende Erkenntnisse.

Die Übersicht aller Heatmaps, Taktiktafeln und Spieler-Stats gibt es natürlich weiterhin.

 DER BLICK INS ARCHIV:

 

ENDLICH! 27 Jahre alt und Verteidiger musste Patrick Salomon werden, um seinen ersten Bundesliga-Treffer zu erzielen. Im 40. Spiel in der höchsten Spielklasse war es so weit, gegen den Wolfsberger AC gelang dem Altach-Profi das 1:0. Vielleicht hilft es, dass er neuerdings als Rechtsverteidiger aufgestellt wird. Auch wenn sich die Anzahl seiner Bundesliga-Einsätze in Grenzen hält, ist Salomon schon länger im bezahlten Fußball präsent. Im Nachwuchs der Austria ausgebildet, verschlug es ihn 2008 über den FAC zu Austria Lustenau. Unser Vergleichsfoto zeigt ihn 20-jährig im Dress der Vorarlberger. Von 2010 bis 2012 heuerte er wieder bei der Austria an, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Also ging es wieder ab ins Ländle. Erst erneut zu Lustenau, seit 2014 verstärkt Salomon den SCR Altach.

BILDERRÄTSEL:


Auch in dieser Saison bemühen wir wieder unser Fotoarchiv. Ihr sagt uns, wen wir gefunden haben. Ein fairer Deal, wie wir meinen. Challenge accepted?

Die Auflösung aus der 15. Runde: Das war offenbar schwieriger als erwartet. Die richtige Antwort lautet Issiaka Ouedraogo. Der heutige WAC-Stürmer startete seine Österreich-Karriere bei den RB Juniors. User "addlestiffi" wusste es am schnellsten.

FRAGE:
Ab dem kommenden Wochenende ist Klaus Roitinger also endgültig nicht mehr Rieder Rekord-Trainer in der Bundesliga. Das waren noch Zeiten... 1998 stellte er sich zum Gruppenfoto mit acht anderen Bundesliga-Trainern. Mit welchen?

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