Die offenen Fragen zur Liga-Reform

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Es waren die nächsten Schritte in Richtung Ligareform, die am Donnerstag in Klagenfurt gemacht wurden.

Bundesliga-Vizepräsident und ÖFB-Präsidiumsmitglied Markus Kraetschmer spricht bei LAOLA1 von einem „sehr intensiven“ Tag.

Zunächst stand die Klub-Konferenz, an der Vertreter aller 20 Bundesliga-Vereine teilnahmen, am Programm, anschließend gab es eine ÖFB-Sitzung.

Welches Playoff-Modell?

„Es wurde teilweise emotional diskutiert, aber eigentlich erkennen alle, dass wir Reformbedarf haben“, berichtet Kraetschmer. Wohin der Weg geht, ist noch ein bisschen klarer: „Die Kombination 12+16 ist jenes Modell, das von den meisten präferiert wird. Das ist auch für den ÖFB vorstellbar.“

Eine Zwölfer-Liga in der obersten Spielklasse bedeutet auch ein Playoff-System. In der Hinrunde spielen alle Teams je zweimal gegeneinander, also gibt es 22 Spieltage. Ob danach in ein oberes und ein unteres Playoff mit je sechs Klubs geteilt wird, ist noch unklar. Am Donnerstag wurden zwei Playoff-Modelle vorgestellt, eine Detaildiskussion steht aber noch aus.

Wer ist für die zweite Liga zuständig?

Die meisten Fragezeichen stehen hinter der zweithöchsten Spielklasse. Im ÖFB-Präsidium stünde man einer 16er-Liga „offen“ gegenüber, berichtet Kraetschmer.

Aber: „Es gilt noch einige wichtige rechtliche und wirtschaftliche Fragen zu klären.“ Ob die Verantwortung für diese Liga die Bundesliga oder der ÖFB haben soll, ist ebenso noch nicht ganz klar wie deren Finanzierung.

Wird das Finanzamt zufriedengestellt?

Einen Schritt auf die Fußballvereine des Landes zugemacht hat das Finanzministerium. Bisher sah der Wartungserlass vor, dass die Vereine ihre Profi-Abteilung bis 1. Jänner 2017 ausgegliedert haben müssen. Nun sieht es ganz danach aus, als ob die Umsetzung erst am 1. Jänner 2018 geschehen müsse.

Kraetschmer: „Das Finanzministerium hat etwas in Aussicht gestellt, das aber nur dann gilt, wenn wir eine zeitnahe Entscheidung treffen. Es würden gewisse Übergangsfristen eingeräumt werden, wenn wir jetzt die Grundsatzentscheidung treffen. Diese Bereitschaft kann für die Lösung der Sache sicher dienlich sein.“ Das heißt: Wenn die Bundesliga eine Reform beschließt, bleibt den Klubs ein Jahr mehr Zeit, um den Wartungserlass umzusetzen.

Wann kommt es zur Umsetzung?

Das bedeutet aber nicht, dass die neue Liga-Struktur schon zur Saison 2017/18 in Kraft treten muss. Ein Großteil sei aber „für eine zeitnahe Umsetzung“, so Kraetschmer. Auch er ist dafür: „Ich bin kein Freund davon, dass wir jetzt noch diskutieren und analysieren und Arbeitsgruppen machen und dann in einem Jahr zur gleichen Entscheidung kommen, dass 12+16 die beste Lösung ist. Das wäre ein unnötiges Verschleppen.“

Ihm ist aber klar: „Wenn es die eine oder andere offene Thematik gibt, kann es sein, dass es erst 2018/19 zu einer Umsetzung kommt.“

Die restlichen Hürden müssen rasch genommen werden. Am 31. Mai gibt es die nächste Sitzung der Bundesliga-Klubs. „Da wird ein Grundsatzbeschluss angestrebt“, stellt Kraetschmer klar. Derzeit sieht es ganz danach aus, als ob die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit gefunden werden könnte. „Den Eindruck habe ich absolut“, ist Kraetschmer optimistisch.

Harald Prantl

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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