"Vielleicht bin ich ein bisschen anders"

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Lukas Rotpuller polarisiert.

Es gibt wohl keinen anderen Fußballer in der österreichischen Bundesliga, bei dem die Meinungen über seine Person derart auseinandergehen.

Die einen "lieben" den 25-Jährigen, die anderen können mit dem Burgenländer überhaupt nichts anfangen.

Selbst innerhalb der Austria-Fans scheiden sich die Geister. Gibt es dafür einen Grund?

Im LAOLA1-Interview erklärt Rotpuller, wie er mit seiner Rolle umgeht, wann er sich die Haare schneiden würde und wie er sich seine Zukunft vorstellt.

LOALA1: Lukas, du bist ein sehr polarisierender Spieler. Hast du eine Erklärung, warum so viele Leute eine Meinung über dich haben?

Lukas Rotpuller: Dass ich polarisiere, ist mir auch schon aufgefallen, aber für mich absolut nicht wichtig. Es ist einfach so. Vielleicht bin ich ein bisschen anders, aber dagegen habe ich nichts (lacht). Die Menschen sollen das tun, was sie wollen. Ich werde jedenfalls niemanden sagen, wie er sein Leben leben soll. Jeder soll seinen Weg verfolgen, den er vorhat, ob sympathisch oder nicht, spielt keine Rolle.

LOALA1: Ist es aber nicht auch eine Art Anerkennung, wenn jeder eine Meinung über dich hat. Immerhin kann nicht jeder Fußballer in Österreich behaupten, dass ihn jeder kennt und weiß, wer er ist?

Rotpuller: Es ist gut möglich, dass ich ein bisschen auffalle. Das ist nicht irgendwie aufgesetzt oder showmäßig, sondern so bin ich einfach. Das werde ich nicht ändern. Wenn man jetzt wegen einer Frisur, oder wegen seiner emotionalen Art und Weise am Platz wiedererkannt wird, ist es auch okay.

LAOLA1: Apropos Friseur: Was muss passieren, damit du dir die Haare schneidest?

Rotpuller: Ich habe schon oft gehört, dass ich mir die Haare schneiden soll – einige empfehlen es mir sogar. Aber solange ich es nicht als notwendig empfinde, wird es nicht passieren. Ich kann nach wie vor in den Spiegel schauen  (lacht). Vielleicht geschieht irgendwann etwas und ich mache eine Wette und meine Haare sind der Wetteinsatz. Oder es passiert ganz blitzartig und ich entscheide von heute auf morgen und man sieht mich plötzlich mit einer Kurzhaar-Frisur. Das kann durchaus passieren, denn ich bin recht spontan.

LAOLA1: Du hast zuletzt folgendes Zitat auf Instagram  gepostet: "Einen Löwen interessiert es nicht, was Schafe über ihn denken". Hat es dafür einen Anlassfall gegeben?

Rotpuller: Nein, solche Zitate finde ich einfach sehr interessant. Wenn sie zu mir passen, stelle ich sie gerne online. Einige wird das womöglich nerven, anderen wiederum gefallen.


LAOLA1: Dein Vertrag läuft im Sommer 2017 aus. Hast du dir schon Gedanken über deine Zukunft gemacht?

Rotpuller: Mein erster Ansprechpartner ist natürlich die Austria. Wenn sie es wollen, werden wir uns bei Zeiten zusammensetzen und schauen, was herauskommt. Beide Seiten sollen schlussendlich zufrieden sein und sagen können, dass wir uns das so vorstellen können.

LAOLA1: Reizt dich ein Wechsel ins Ausland?

Rotpuller: Klar kann ich mir das vorstellen. Es muss aber alles korrekt und sicher sein. Die oberste Priorität ist, dass die neuen Aufgaben reizvoll sind.

LAOLA1: Im Winter gab es bei dir einen heißen Flirt mit Osmanlispor aus der Türkei. Im Sommer war es dagegen relativ ruhig. Oder wissen wir da etwas nicht?

Rotpuller: Über solche Dinge spreche ich nicht. Das Beste ist, gar nicht viel zu reden, solange nichts fix ist bzw. nicht wirklich etwas Konkretes am Tisch liegt. Ich mag nicht wenn man etwas an die große Glocke hängt, obwohl nichts dran ist.

LAOLA1: Gibt es eigentlich irgendwelche Länder, die du kategorisch ausschließen würdest, wie es etwa dein Ex-Kollege Alexander Gorgon, der nicht nach Russland oder die Türkei wechseln wollte, getan hat?

Rotpuller: Wenn es so weit sein sollte, muss man natürlich alles abschätzen. Aber solange das Thema nicht relevant ist, mache ich mir darüber keine Gedanken.

LAOLA1: Zum Sportlichen: Das erste Saisonviertel neigt sich dem Ende entgegen. Was war aus deiner Sicht gut, was eher schlecht?

Rotpuller: Es war bis jetzt keine herausragende Saison, aber auch nicht unbedingt schlecht. Wir haben leider gegen die "größeren" Teams keine gute Performance abgeliefert, dafür haben wir die anderen Mannschaften mit Ausnahme von Ried auswärts alle bezwungen und auch unser Spiel aufziehen können.

LAOLA1: Ihr konntet in der Liga keine Partie zu Null spielen, habt bereits 16 Gegentore bekommen (nur Admira kassierte mit 20 mehr). Hast du eine Erklärung dafür?

Rotpuller: Das sind natürlich viel zu viele Gegentore – alleine in den Duellen gegen Salzburg, Rapid und Sturm haben wir elf Stück gefangen. Wir sind eine Mannschaft, die - wenn sie in Rückstand liegt - versucht, alles nach vorne zu werfen. Da kannst du natürlich schon einmal einen Gegentreffer kassieren. Wir sind da oft ins offene Messer gelaufen.   

LAOLA1: Dennoch macht es den Anschein, dass du und Petar Filipovic gut harmoniert.

Rotpuller: Das finde ich auch. Oft gab es für den Gegner gar nicht so viele Torchancen, aber die wenigen wurden eben eiskalt genützt.

LAOLA1: Anders als letzte Saison passt dafür die Heimbilanz. Zwar wurde das Derby verloren, ansonsten gab es aber nur Siege. Warum läuft es heuer daheim besser?

Rotpuller: Das ist schwierig zu sagen. Klar spielt es sich vor den eigenen Fans leichter, aber das Spielfeld ist überall gleich groß. Warum es einmal besser und einmal schlechter läuft, ist nicht leicht zu erklären.

LAOLA1: Du hast die Fans angesprochen. Wie frustrierend sind die aktuellen Zuschauerzahlen bei euren Heimspielen?

Rotpuller: Wir würden uns natürlich mehr Fans im Stadion wünschen, aber das ist jedermanns Entscheidung. Wir können nur mit Siegen und guten Leistungen unseren Teil leisten und hoffen, dass bald mehr Leute kommen.

Das Gespräch führte Martin Wechtl

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