"In Asien kann man auch schön leben"

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Nachdem Alexander Gorgon am Mittwoch verkündet hat, dass er seinen auslaufenden Vertrag bei der Wiener Austria nicht verlängert, tauchen vermehrt Gerüchte über seine Zukunft auf.

Die Suwon Bluewings aus Südkorea sollen ebenso interessiert sein wie Legia Warschau aus Polen und AEK Athen aus Griechenland.

„Man kann auch in Asien sehr schön leben“, sagt der 27-Jährige im LAOLA1-Interview. Noch habe er aber von keinem Verein einen Vertrag vorliegen, versichert der Offensivspieler.

„Gogo“ spricht über seinen Abschied bei den Veilchen, in welche Länder er bestimmt nicht wechseln wird und seine Chancen, doch noch Torschützenkönig zu werden.

LAOLA1: Du hast am Mittwoch verkündet, die Austria im Sommer zu verlassen. Wie geht es dir damit?

Alexander Gorgon: Das hat sich ja schon länger abgezeichnet, aber ich wollte es nicht zu früh kundtun bzw. war ich mir noch nicht so wirklich sicher. Diesmal war ich mir sicher, deswegen habe ich es auch gesagt. Es ist ein seltsames Gefühl, ich bin seit über 20 Jahren beim Verein und werde jetzt ein neues Kapitel aufschlagen. Es ist Wehmut dabei – ich habe bei der Austria sehr schöne Sachen erlebt.

LAOLA1: Was erwartest du vom letzten Heimspiel? Welche Emotionen erwartest du?

Gorgon: Es ist schwer, das vorherzusehen. Wenn plötzlich alle Dämme brechen, kann es schon sehr emotional werden. Ich stelle mich auf alles sein.

LAOLA1: Sportdirektor Franz Wohlfahrt hat gesagt, er „will noch etwas probieren“. Geht noch etwas?

Gorgon: Solange ich noch nirgends unterschrieben habe, will ich keine Brücke niederreißen, keine Tür verschließen. Ich werde mir anhören, was er zu sagen hat.

LAOLA1: Wirst du die Austria als Torschützenkönig verlassen?

Gorgon: Das werden wir nach dem Sturm-Spiel sehen. Zwei Tore fehlen noch, um mit Soriano gleichzuziehen. Vielleicht gelingt mir ja eine Überraschung.

LAOLA1: Werden deine Kollegen extra viele Bälle zu dir spielen oder geht ihr die Partie ganz normal an?

Gorgon: Darüber mache ich mir nicht zu viele Gedanken – wenn’s passiert, dann passiert’s. Es bringt nichts, zu verkrampfen und nur daran zu denken, weil dann klappt es erst recht nicht. Aber natürlich denke ich, dass mir meine Kollegen helfen wollen. Ich will jedenfalls das alles hier mit einem positiven Erlebnis beenden – das Positivste wäre ein Sieg.

LAOLA1: In den vergangenen Tagen sind immer mehr Gerüchte über deine Zukunft aufgetaucht. Wie ist der Stand der Dinge?

Gorgon: Es ist seit Monaten dasselbe Spielchen. Jeder fragt mich, wie es aussieht, und ich sage: „Solange ich nichts unterschrieben habe, verrate ich sicher nicht, um welche Klubs es sich handelt.“ Es laufen im Hintergrund Gespräche, aber ich habe noch keinen Vertrag vorliegen.

"Türkei, Russland und Kasachstan will ich nicht machen"

LAOLA1: Suwon Bluewings, Legia Warschau und AEK Athen – das sind drei der aktuellsten Gerüchte.

Gorgon: Ich habe seit letztem Winter noch mehr gehört und dahinter hat nie wirklich etwas gesteckt. Wenn man mit Toren auf sich aufmerksam macht und ablösefrei zu haben ist, kann man das Interesse einiger Vereine wecken. Ich werde mich aber sicher zu keinen Aussagen hinreißen lassen, wie der Stand der Gespräche ist. Es steht wirklich noch in den Sternen, wo ich hingehe. Ich hoffe, ich kann zwischen mehreren Optionen wählen, das wäre ein Luxusproblem.

LAOLA1: Kommt deine Familie auf jeden Fall mit oder ist es für dich vorstellbar, alleine ins Ausland zu gehen und deine Familie in Wien zu lassen?

Gorgon: Grundsätzlich kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Familie nicht mitkommt. Aber natürlich kann es aufgrund irgendwelcher Umstände anders laufen. Ich bin aber darauf bedacht, eine Destination auszuwählen, wo die Lebensqualität für meine Familie kein Problem ist.

LAOLA1: Kannst du gewisse Länder ausschließen?

Gorgon: Türkei, Russland und Kasachstan will ich nicht machen.

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LAOLA1: Muss es Europa sein?

Gorgon: Nein, auf keinen Fall. Es gibt genug exotische Sachen, wo die Familie mitkommen und ein wunderschönes Leben haben kann. Auf den ersten Blick würden da viele Leute „Oh mein Gott“ denken, aber wenn man sich genauer erkundigt, weiß man erst richtig Bescheid. Es gibt nicht nur Europa auf der Welt, man kann auch in Asien sehr schön leben.

LAOLA1: Hast du dir eine Deadline gesetzt?

Gorgon: Keine konkrete. Wenn ich aber schon in der ersten Juni-Woche wüsste, wo es hingeht, wäre es einfacher, gewisse Sachen zu planen.

LAOLA1: Bist du jemals vor einer ungewissen Zukunft gestanden?

Gorgon: Es war so ähnlich, als ich lange verletzt war und mein Vertrag ausgelaufen ist, ich dann aber doch noch einen neuen bekommen habe. Damals war die Ungewissheit schon groß. Jetzt habe ich es zum ersten Mal in der eigenen Hand. Ich weiß jetzt, warum mein Vater immer zu mir gesagt hat: „Sei froh, dass du noch ein paar Jahre Vertrag hast.“ (lacht) Natürlich ist die Situation nicht sehr angenehm, aber ich blicke sehr positiv in die Zukunft. Ich habe in den letzten zwei, drei Wochen gute Leistungen gebracht.

LAOLA1: Hast du in der letzten Zeit den Druck gespürt, dass jetzt wirklich Spiele anstehen, die über deine persönliche Zukunft bestimmen könnten?

Gorgon: Ja. Man weiß ja, dass einen bei den Spielen irgendwelche Leute beobachten. Da macht man sich ein paar Tage vor dem Spiel Gedanken darüber. Am Spielfeld kann ich das aber ausblenden. Ich habe mich nicht gehemmt gefühlt.

Das Gespräch führte Harald Prantl


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