Wechselspiele zwischen Sturm und Rapid

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Bei Duellen zwischen Sturm und Rapid sind Emotionen garantiert - auch am Verhandlungstisch. 

Transfers zwischen Wien-Hütteldorf und Graz gab es in der Bundesliga-Historie einige. Derzeit profitieren die "Blackies" unter anderem von den früheren Rapidlern Deni Alar und Philipp Huspek und lachen von der Tabellenspitze.

In der Vergangenheit wurde aber jede Menge Staub aufgewirbelt, besonders wenn ein Sturm-Kicker es wagte, bei den Grün-Weißen anzuheuern.

Als nach einem erbitterten Meisterkampf 1999 der Vertrag eines jungen Stürmer-Talents namens Roman Wallner in Graz für ungültig erklärt wurde und er zu Rapid wechselte, polterte Präsident Hannes Kartnig: "Die präpotenten Rapidler dürfen nicht Meister werden, da ist mir der GAK noch lieber!"

Dieser Wechsel und weitere Transfers zwischen Schwarz-Weiß und Grün-Weiß in der Diashow.

Der Schlager Sturm gegen Rapid am Samstag ab 16 Uhr im LAOLA1.at-LIVE-Ticker!

Heribert Weber kam 1974 mit 19 Jahren zum SK Sturm und schaffte in seinen vier Jahren in Graz den Sprung ins Nationalteam, das damals von Helmut Senekowitsch trainiert wurde.

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1978 folgten der Wechsel zu Rapid und große Erfolge. Vier Mal wird er mit den Grün-Weißen Meister, vier Mal Cupsieger. Der Bundesliga-Rekordspieler war Teil jenes Teams, das es 1985 bis ins Europacup-Finale der Cupsieger schaffte, und wurde zu Rapids Ehrenkapitän ernannt.

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Rapid und Sturm scheinen auch in der Vita von Alfred Hörtnagl direkt hintereinander auf. Die Wiener leihten den Mittelfeldspieler aber nur aus Tirol für die Saison 1993/94. Unter Neo-Trainer Dokupil konnte man sich nicht auf einen weiteren Deal einigen.

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Daher schlug der SK Sturm zu. 1,3 Millionen Schilling überwies Hannes Kartnig nach Innsbruck für den Transfer. Mit Sturm konnte Hörtnagl 1996 den ersten Cupsieg der Klubgeschichte feiern, ehe es ihn nach Griechenland zu AO Kavala zog.

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Anfang der 1990er ging in Graz der Stern des Arnold Wetl auf. In einer aufstrebenden Grazer Mannschaft wurde der Mittelfeldspieler zum Leistungsträger, Trainer Ivica Osim machte ihn zum Kapitän. 1996 folgte der Wechsel zum FC Porto, der aufgrund von Vertrags-Ungereimtheiten zum Nulltarif erfolgte. Kartnig klagte sogar bei der UEFA - und scheiterte.

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In Portugal wurde Wetl nicht glücklich, weshalb ihn Rapid 1997 nach Österreich zurückholte. Gegen Sturm jubelt er hier 1999 beim 2:0-Sieg.

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2001 ging Hannes Kartnig bei Sturm wieder auf große Einkaufstour, versöhnte sich mit Wetl und holte ihn zurück an die Mur. Das erste Spiel nach der Rückkehr ging verloren. Gegen Rapid. Taument, Wallner und Neukirchner (Eigentor) bzw. Feldhofer trafen zum 3:1-Sieg. 2004 beendete er seine Sturm-Laufbahn und wechselte nach Gratkorn.

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Mittelstürmer Marcus Pürk kam 1994 vom Stadtrivalen Austria zu Rapid. Ein Deal, der sich finanziell lohnen sollte. Für rund 10 Millionen Schilling zog es ihn 1995 zu Real Sociedad.

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Ein Jahr später steckte Pürk im Sturm-Dress! Kartnig holte ihn per Leihe um 1,2 Millionen Schilling retour. Die Grazer rüsteten damals mit u.a. mit Giuseppe Giannini, Martin Hiden und Enzo Gambaro mächtig auf. Wirklich glücklich sollte Pürk in Graz aber nicht werden.

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So kehrte er 1997 Kartnig und Co. den Rücken und für zwei Saisonen nach Wien heim. Danach spülte er erneut Geld in Rapids Kassen. Für zehn Millionen Schilling folgte Pürk Landsmann Christian Prosenik zu 1860 München.

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Mit nicht einmal 17 Jahren debütierte Roman Wallner für Sturm in der Champions League, er sorgte aber auch für großen Ärger zwischen den Grazern und Rapid. Der Vertrag des großen Talents wurde 1999 für sittenwidrig erklärt und aufgelöst. Es folgte der Wechsel. Ausgerechnet nach Hütteldorf.

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Und es folgten jede Menge Tore. Zwischen 1999 und 2004 traf Wallner für Rapid in 154 Einsätzen 49 Mal, ehe Hannover 96 den Goalgetter unter Vertrag nahm. Elf (!) weitere Klubs stehen danach noch in seinem Lebenslauf.

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Beim Sturm-Trainingslager 1999 tauchte plötzlich György Korsos auf. Präsident Kartnig hatte in Györ zugeschlagen und den Teamspieler für fünf Jahre verpflichtet. Er blieb auch nach der glorreichen Champions-League-Zeit in Graz. Bis zur Saison 2003/04, als Sturm knapp dem Abstieg entkam.

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In Hütteldorf durfte er 2005 prompt über den Meistertitel jubeln und war in der anschließenden Champions-League-Gruppenphase gesetzt. Punkte holte man gegen Bayern, Juve und Brügge jedoch keine. 2006 folgte die Trennung von Grün-Weiß. Er wechselte zu Xanthi nach Griechenland.

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Aus dem Sturm-Nachwuchs kämpfte sich Ferdinand Feldhofer bis in die Kampfmannschaft. Er stand 1999 im Meisterkader der Grazer und gab mit 19 Jahren in Marseille (0:2) sein Debüt in der Champions League. Im Herbst 2001 ging er im Streit.

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Kartnig verbannte ihn wegen Vertrags-Streitigkeiten zu den Amateuren, obwohl er für das WM-Quali-Spiel in Israel sogar in den ÖFB-Teamkader nachnominiert wurde. Mithilfe der Fußballer-Gewerkschaft löste er seinen Vertrag auf und wechselte zu Rapid. Auch in Wien wurde er Meister (2005) und später bei Sturm ein drittes Mal (2011).

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Es war ein überraschender Transfer in Grün-Weiß, als im Sommer 2003 Mehdi Pashazadeh ablösefrei aus Irans höchster Spielklasse nach Wien wechselte. In seiner einzigen Saison bei Rapid war der Defensiv-Allrounder aber gesetzt.

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Im Mai 2004 dann der Wechsel nach Graz, wo er aber aufgrund von einer Verletzung nur zu vier Einsätzen kam. Im Winter wurde der Dreijahres-Vertrag einvernehmlich aufgelöst. Pashazadeh wechselte zur Admira.

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Andreas Lukse konnte bei Rapid nie wirklich Fuß fassen. Nur zehn Pflichtspiele machte der Keeper im Dress der Wiener. Mehrmals wurde er verliehen. 2009 nach Graz.

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Dort konnte Lukse - wie hier zu sehen - das 100-Jahr-Jubiläum des Klubs feiern und trug mit seinem einzigen Pflichtspieleinsatz seinen Teil zum späteren Cupsieg 2010 bei. In Runde zwei hielt er beim 1:0 in Wattens den Kasten sauber.

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Das Gefühl für Sturm gegen Rapid und für Rapid gegen Sturm zu treffen kennt Mario Sonnleitner. Bei den Blackies hatte er aufgrund seiner GAK-Vergangenheit keinen leichten Stand, entwickelte sich aber zum Stammspieler. Nach dem Cupsieg wollte er eigentlich ins Ausland...

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... und landete bei Rapid, wo er seit 2010 unter Vertrag steht und satte 248 Pflichtspiele absolviert hat - inklusive dreier Treffer gegen seinen Ex-Klub.

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Mit zehn Toren und elf Assists war die Debütsaison für den Angreifer Robert Beric alles andere schlecht. Das "Geschenk" von Frank Stronach wurde aber mit Graz nie wirklich warm.

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Er kehrte der Steiermark den Rücken, um bei Rapid richtig durchzustarten. 33 Tore in 49 Pflichtspielen erzielte der slowenische Teamstürmer bei den Grün-Weißen. Auch gegen Sturm ist er erfolgreich. Im Sommer 2015 führte ihn sein Weg nach St. Etienne - für die stolze Ablösesumme von 5,5 Millionen Euro.

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Der Stern des Florian Kainz ging einst in der Europa-League-Qualifikation gegen Juventus auf. Im Finish der Meistersaison 2010/11 wurde er mit wichtigen Toren und Assists endgültig zum Publikumsliebling. Die Grazer stagnieren danach, der Wunsch nach Veränderung wird laut. 2014 dann der Lockruf aus Wien.

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Nach Beric war er der zweite Sturm-Kicker, der in diesem Sommer zu Rapid wechselte. Vereinzelte Teile des Sturm-Anhangs ließen ihrer Wut (siehe Bild) freien Lauf. Sogar ein Schweinekopf wurde im Fanblock gepfählt.

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Kainz zeigte sich weitgehend unbeeindruckt und geigte in der 2015/16 auf. Mit 19 Vorlagen wurde er zum Assistkönig der Liga. Wie bei Beric machte Rapid gutes Geld bei seinem Wechsel im Sommer nach Bremen (3,5 Mio. Euro).

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Den Weg in die andere Richtung hat Philipp Huspek in diesem Sommer gewählt. Bei Rapid machte er nur zehn Spiele, auch eine Leihe zum LASK sollte sich nicht als Schritt nach vorne erweisen.

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Sturm schnappte sich den Flügelflitzer ablösefrei, der Oberösterreicher scheint seine neue Chance zu nützen. Nach fünf Liga-Spielen hält er bereits bei einem Tor und drei Assists.

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Wesentlich länger trug Deni Alar das grün-weiße Dress. 43 Mal durfte er von 2011 bis 2016 über Tore für den SCR jubeln. Die abgelaufene Saison verlief aber enttäuschend. Der Zeltweger kam zu wenigen Einsätzen und wenn, dann meist im Mittelfeld, wo er sich nicht wohlfühlt.

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Sturm holte ihn ablösefrei und lässt ihm als hängende Spitze viele Freiräume. Diese vermag er in den bisherigen Auftritten perfekt zu nützen - fünf Ligaspiele, fünf Tore!

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