Neuer SCR-Coach, alte Probleme: "Ein Warnschuss"

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"Das war ein Warnschuss", stellte Sportdirektor Andreas Müller nach Rapids 0:1 in Altach unmissverständlich fest.

Unter Neo-Trainer Mike Büskens sollten die Ausrutscher bei den vermeintlich Kleinen endlich ein Ende haben, stattdessen hat man mit den alten Problemen zu kämpfen.

"Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. In der Phase vor dem Gegentor sind wir nachlässig geworden und wurden dafür bestraft", erinnerte die Begründung des Trainers bei "Sky" an jene von Zoran Barisic im vergangenen Jahr.

CASHPOINT SCR Altach
SK Rapid Wien
1:0 (0:0)

"Es ist leider kein Wunschkonzert"

Auch die Spieler wussten, dass sie sich gegen engagiert auftretende Hausherren nicht mit Ruhm bekleckerten.

"Wir haben nicht die richtigen Mittel gefunden, gegen einen Gegner, der sich clever angestellt hat. Dann verlieren wir durch einen etwas billigen Gegentreffer", resümierte Abwehrchef Christoph Schösswendter.


Der Wahnsinns-Assist von Oberlin auf VIDEO:
(Artikel wird unten fortgesetzt)


Für Kapitän Stefan Schwab war es ein Spiel "auf Messers Schneide". Geht es nach ihm, muss die Partie so schnell wie möglich abgehakt werden, um schon am Donnerstag im Europa-League-Quali-Rückspiel gegen Torpedo Zhodino eine Antwort zu geben.

"Nichtsdestotrotz müssen wir den Kopf oben lassen und schauen, dass es weitergeht.  Natürlich wollen wir solche Spiele nicht verlieren, aber es ist leider kein Wunschkonzert."

Müller kritisiert taktischen Fehler

Ernüchternder fällt da schon die Analyse von Müller aus, der schon in der vergangenen Saison oft genug auf den Tisch hauen musste. Nach Partien gegen den WAC, Mattersburg, Grödig oder auch Altach - bei den Vorarlbergern konnte man gar schon seit drei Spielen nicht mehr gewinnen.

"Wir hatten ein sehr schlampiges Passspiel. Außerdem hatten wir überhaupt keine Überzeugung im Abschluss. Und dann ist es auch noch so: "Wenn es vorne nicht klappt, muss man das auch merken. Dann spiele ich auf das 0:0. Das ist dann auch ein taktischer Fehler, den wir gemacht haben, dass wir dem Gegner dann noch so eine Möglichkeit zum Siegtreffer geben."



Oberlins Traum-Assist war schließlich nur möglich, da Rapid halbherzig attackierte und somit ein Spieler drei Verteidiger düpieren konnte. Das war aber nicht das einzige, was dem sportlichen Leiter sauer aufstieß.

"Einige Spieler hatten nicht die Form, die wir erwarten"

Mit dem "Warnschuss" bezog er sich vor allem auf folgende Tatsache: "Einige Spieler hatten überhaupt nicht die Form, die wir von ihnen erwarten. Da muss sich der eine oder andere an die Nase packen."

Auch das erinnert an die Saison 2015/16, als Leistungsträger im Europacup oder in großen Spielen über sich hinauswuchsen, in den vermeintlichen Selbstläufern jedoch nicht im Stande waren, ihre Leistung abzurufen.



Das 5:0 im ersten Pflichtspiel im neu eröffneten Allianz-Stadion vor toller Kulisse dürfte dem einen oder anderen laut Müller nicht gut getan haben. Schon in Zhodino biss man sich gegen einen spielerisch limitierten, aber defensiv disziplinierten Gegner die Zähne aus.

Gegen Altach war es ähnlich. Denn auch wenn es Schösswendter gerne hätte, werden die erfolgreichen Gegner nicht von ihrem Abwehr-Bollwerk abkehren. Viel mehr gilt es, Lösungen zu finden. Lösungen, nach denen man schon die letzten Jahre vergeblich suchte.

"Zuletzt sind uns zwei Gegner gegenübergestanden sind, die alles andere als Fußball spielen wollten. Es ist so erlaubt, jeder darf mit den Mitteln agieren, wie er will. Wir haben jetzt zwei Gegner gehabt, die das defensiv sehr stark machen. Da müssen wir uns ankreiden lassen, dass wir nicht dazu in der Lage sind, die nötigen Mittel zu finden, um Zählbares rauszuholen. So stehst du am Ende mit einem Nuller da."

Wie sieht Büskens' Reaktion aus?

Vorgänger Barisic wurde oftmals der fehlende "Plan B" vorgeworfen, auch wenn er diesen Vorwurf nie verstehen konnte.

Sein Nachfolger Büskens kündigte flexiblere Systeme an, schreckte auch im Vorfeld nicht vor zwei Stürmern zurück - bisher rückte er aber nicht von seiner Linie ab und bekam so ebenfalls Probleme gegen tiefstehende Gegner.

Auch weil die Chancenverwertung nicht zufriedenstellend war. "Jetzt haben wir zweimal nicht getroffen, davor schon einige Male. Wir müssen ruhig und abgeklärt bleiben vor dem Tor. Wir müssen die Schüsse aufs Tor bringen, dann bekommt man meist eine zweite Chance", so Büskens.

Es wird interessant, ob es dem Deutschen gelingt, die Mannschaft in die Pflicht zu nehmen und mit Fortlauf seines Engagements, Lösungen zu finden. Seinem Vorgänger war dies schlussendlich nicht gelungen.






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