"Jetzt läuft schon Justin Bieber"

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Nein, Joachim Standfest ist nicht das erste Mal auf Trainingslager in der Türkei. 

Seit rund zehn Jahren kommen die Bundesligisten nun schon traditionell nach Belek, Side oder wie der Wolfsberger AC nach Lara. Weil neben der Infrastruktur vor allem auch der Preis stimmt. 

„Ich glaube, ich bin nun auch schon zehn Mal hier gewesen. Das ist aber nicht weiter schlimm, früher war ich auch schon in Spanien oder Italien“, erzählt der 35-Jährige. 

Aktuell sieht es nach Karriereende aus“

 Der 34-fache Teamspieler kam viel herum. Möglicherweise ist es für den Außenverteidiger aber das letzte Mal an der türkischen Riviera. Zumindest was den Fußball betrifft. 

„Grundsätzlich sieht es aktuell so aus, dass ich im Sommer meine Karriere beenden werde“, erklärt der Steirer im Gespräch mit LAOLA1 im Team-Hotel, hält sich dabei aber eine Hintertür offen.

 „Sollte sich jemand zusammensetzen wollen, bin ich der Letzte, der ablehnt. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass man nie nie sagen sollte. Wenn es mir körperlich gut geht und die Leistungen passen, kann man sicher reden“, will der Steirer die Schuhe noch nicht endgültig an den Nagel hängen.

 „Ich habe noch immer Spaß daran, fahre jeden Tag gerne zum Training. Bislang haben die Leistungen gepasst, aber es kann ja im fortgeschrittenen Alter sein, dass man dann plötzlich nicht mehr mit kann. An das muss man immer denken.“

 Standfest aber gesprächsbereit

Seitens seines Trainers Heimo Pfeifenberger muss sich Standfest keine großen Sorgen machen: „Er ist absolut nicht wegzudenken und ich hoffe, dass er weiter Top-Leistungen im Frühjahr und die nächsten Jahre für den WAC bringt.“ Sein Vertrag läuft allerdings im Sommer aus.

„Der WAC ist natürlich mein erster Ansprechpartner. Ich fühle mich hier sehr wohl, habe hier noch eine überraschend gute Zeit verbringen dürfen, denn meine Karriere hätte ja auch schon zuvor beendet sein können. Wenn der WAC möchte, dann kann man sicher darüber reden.“

Klar ist bislang nur: Standfest möchte nicht als Absteiger seine Karriereende beenden.

„Das wäre kein würdiger Abschluss. Es wird sowieso ein Kampf bis zum Schluss. Wir müssen gleich von Anfang an dran bleiben. Wir wissen, warum wir da stehen, wo wir stehen. Wir sind aber eine gestandene Mannschaft, das ist ein Vorteil“, so der zweifache Meister.

Und darauf bereitet man sich eben in Lara vor. Zwischen den Einheiten sieht er den Jungen beim FIFA-Zocken gerne einmal über die Schulter, selbst spielt er aber kaum noch.

„Für das bin ich technisch nicht mehr begabt genug. Früher war ich der Beste, aber jetzt gibt es mehr als zwei Knöpfe, da funktioniert es nicht mehr so“, lacht Standfest.

Guns N'Roses statt Justin Bieber

Dafür lässt er mit folgender Aussage aufhorchen: „Ich habe ein Buch mit und lese die Biografie von Dave McKagan, jetzt wo Guns N'Roses wieder zurückkehrt, muss ich mich informieren.“

„Ja, da habe ich eh ein paar Verständigungsprobleme mit meinen Kollegen. Jetzt läuft schon Justin Bieber vor dem Spiel"

Musik-Geschmäcker sind verschieden

Standfest gibt weiteren Einblick in seinen Musikgeschmack.

„Das war Anfang der 90er, als Musik für mich interessant wurde. Neben Guns N'Roses auch Nirvana und Red Hot Chilli Peppers. Da bin ich hängen geblieben, das verfolgt einen auch.“

Als Teenager spiegelte der Jung-Kicker auch diese Musikrichtung: „Ab 15 durfte ich mich selbst anziehen und war so gekleidet. Lange Haare habe ich auch immer wieder einmal versucht.“

Nun sind aber 20 Jahre vergangen – und nicht nur der Fußball hat sich verändert.

„Ja, da habe ich eh ein paar Verständigungsprobleme mit meinen Kollegen. Jetzt läuft schon Justin Bieber vor dem Spiel“, schüttelt Standfest grinsend den Kopf und sucht vor der Partie das Weite.

„Ich dreh dann meine Runden, gehe zum Zeugwart, zum Masseur. Früher war es so, dass wir Lieder gehört haben, um durch Betonwände zu laufen. Jetzt tanzen sie eben in der Kabine. So ändern sich die Zeiten.“

Aus Belek berichtet Bernhard Kastler

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