Keita: Der nächste Millionen-Transfer

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Er ging früher als erwartet, aber Naby Keita ging wie erwartet.

Nach zwei Saisonen bei Red Bull Salzburg wechselte der 21-Jährige am Montag zum Schwestern-Klub nach Leipzig. Rund um das Ende der vergangenen Saison wurde von der sportlichen Leitung gebetsmühlenartig wiederholt, man würde mit dem "Bundesliga-Spieler der Saison" in die Champions-League-Qualifikation gehen.

Just wenige Stunden, nachdem man den ersten Gegner per Auslosung erfuhr, wurde der Transfer in der Welt von Red Bull offiziell. Die Überraschung hielt sich natürlich in Grenzen, hörte man doch schon im Mai, dass der Wechsel beschlossene Sache sei.

PSG soll noch dran gewesen sein

Zuletzt gab es Gerüchte, wonach der Salzburger Schlüsselspieler der vergangenen Double-Saison die englische Premier League präferieren würde, am Ende wurde es dann doch Deutschland. Auch weil es zuletzt "nur" noch eine Anfrage von Paris St. Germain gegeben haben soll, wie der "Kurier" berichtet. 

In jedem Fall war es ein Transfer mit Ansage, auch wenn sein Vertrag in Salzburg Anfang März bis 2021 vorzeitig verlängert wurde. Doch wie der zweitbeste Spieler der Saison, Florian Kainz (wechselte zu Bremen), wollte auch Keita nach zwei anständigen Saisonen hierzulande den nächsten Schritt machen. Wie eben andere in den letzten Jahren auch.

Leipzig-Sportchef Ralf Rangnick holte ihn genauso wie Benno Schmitz, Stefan Ilsanker, Peter Gulacsi oder Marcel Sabitzer von Salzburg nach Leipzig. Bis auf Ilsanker wurden auch alle Spieler von Rangnick in seiner früheren Doppel-Funktion an die Salzach geholt.

Millionen durch Transfers

Ähnlich wie damals bei Sadio Mane kam Keita dank Gerard Houllier, früher Head of Global Soccer bei Red Bull und nun Berater, nach Salzburg. Mane forcierte seinen Wechsel nach England mit teilweise unlauteren Mitteln, Keita kommt nun nach Leipzig.

Wie schon Mane bringt auch der Mittelfeldspieler, der nach einem halben Jahr Eingewöhnungszeit ab Anfang 2015 nicht mehr aus der Salzburger Startelf wegzudenken und Anfang 2016 mit Malaria zu kämpfen hatte, einen zweistelligen Millionenbetrag ein. Die "Leipziger Volkszeitung" berichtete zuletzt von 15 Millionen Euro. Auch wenn beide Vereine denselben Mäzen im Rücken haben, verfügen beide über einen Etat, mit dem sie haushalten müssen.

Und alleine wegen des FIFA-Transfersystems, über das die Wechsel abgewickelt werden, muss auch offiziell Geld fließen.

LAOLA1-Informationen zufolge dürfte die Summe nicht ganz den 15 Millionen entsprechen, aber auch nicht unter Keitas Marktwert von elf Millionen Euro liegen. Manes Wechsel zu Southampton brachte damals 15 Millionen. Überhaupt konnte Salzburg in den vergangenen Jahren auch Geld mit Verkäufen machen. Bis 2014 war Marc Jankos Wechsel zu Twente Enschede das Höchste der Gefühle - die Niederländer haben 2010 sieben Millionen hingelegt. Seit 2014 hat sich viel getan, wie diese Tabelle veranschaulicht:


Spieler

Gekommen von/für Gewechselt zu/für Gewinn
Sadio Mane FC Metz/4 Mio. Southampton/15 Mio. 11 Mio.
Kevin Kampl Aalen/3 Mio. Dortmund/12 Mio. 9 Mio.
Alan Desp. Brasil/3,5 Mio. Evergrande/11 Mio. 7,5 Mio.
Stefan Ilsanker SVM/ablösefrei RB Leipzig/3 Mio. 3 Mio.
Peter Gulacsi Liverpool/ablösefrei RB Leipzig/3 Mio. 3 Mio.
Felipe Pires RB Leipzig/ablösefrei FSV Frankfurt/1 Mio. 1 Mio.
Martin Hinteregger Nachwuchs Gladbach/2,5 Mio. 2,5 Mio.
Naby Keita FC Istres/1,50 RB Leipzig/13 Mio. 11,50 Mio.
TOTAL: 48,5 Mio.

Anm.: Es handelt sich um kolportierte Ablösesummen. (Quellen: u.a. transfermarkt.at)


Rund 50 Mio. Euro Gewinn seit 2012

Die 2012 bei der Bestellung von Ralf Rangnick und auch vom Deutschen ausgerufene Transferpolitik, mit Spielern Geld zu machen, zeigt auch nachhaltig Wirkung. Insgesamt wurden nun schon rund 50 Millionen Gewinn erzielt, drei der oben genannten Spieler (Hinteregger, Alan, Ilsanker) waren allerdings schon vor der Ära Rangnick in Salzburg oder wurden noch vor seiner Bestellung verpflichtet, erhöhten aber in dessen Amtszeit ihren Marktwert entscheidend.

Die heutigen Red-Bull-Verantwortlichen in Salzburg, Geschäftsführer Jochen Sauer und Sportchef Christoph Freund, halten sich auch weiterhin an diese Transferpolitik.

Die Verpflichtung von Munas Dabbur soll kolportierte 3,5 Millionen Euro gekostet haben. Aus Salzburg hört man, dass man für keinen neuen Spieler mehr als fünf Millionen Euro ausgeben würde. Marc Rzatkowski (ausgesprochen: Schatkowski) soll für rund zwei Millionen vom FC St. Pauli gekommen sein.

Die Millionen, die man für Keita bekommt, sollen investiert werden. Mindestens ein Flügelspieler soll noch den Weg nach Salzburg finden, solch einen wird es auch nach dem sportlich herben Verlust von Keita brauchen. Vergangene Saison war das Salzburger Spiel zu abhängig von Keita und Kapitän und Goalgetter Jonatan Soriano.

Wer ersetzt Naby Keita?

Je früher noch jemand kommt, desto besser, schließlich startet in der Woche nach dem EM-Finale am 10. Juli die Mission Europacup-Qualifikation. Egal ob Champions League oder Europa League - das glasklare Salzburger Ziel heißt, in eine Gruppenphase zu kommen und nicht wie vergangene Saison im Herbst nur Zuschauer zu sein. 

Mit Dabbur und Rzatkowsi kamen Spieler, die ihre Qualität schon in vergleichbaren Ligen unter Beweis stellten. Freund/Sauer holen mittlerweile nicht nur noch Talente, die sich erst entwickeln müssen, sondern gleich helfen können. Je früher sie sich unter Oscar Garcia einfinden, desto besser für den Sommer der Wahrheit der Salzburger.

Rzatkowski, der vergangene Saison in 28 Partien für St. Pauli sieben Tore und sechs Assists erzielte, soll mitunter in die großen Fußstapfen Keitas treten. Wahrscheinlich soll es aber im Verbund gelingen, zumal Christoph Leitgeb zuletzt wieder mit der Mannschaft trainierte und Reinhold Yabo, der Individualtraining absolviert, doch noch eine Verstärkung für Salzburg sein könnte. Doch beide werden nach langer Pause ihre Zeit brauchen.

Man darf gespannt sein, wer noch kommt und was Meister-Trainer Garcia, der nach Munas Dabbur mit Fredrik Gulbrandsen einen weiteren Stürmer zu Jonatan Soriano bekam, aus seiner "neuen" Mannschaft herausholt. Wirtschaftlich ein Gewinn, wiegt Keitas Abgang schwer. Aber der Abgang aus der österreichischen Bundesliga ist für einen 21-Jährigen nach zwei starken Jahren ganz normal.



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