Ivica Osim ist 75 Jahre alt

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Happy Birthday, Ivica Osim!

Am Freitag feiert der "Strauß von Zeljo" seinen Jahrestag, Glückwünsche aus Österreich dürfen ihm gewiss sein. Nicht nur in seiner Heimat Bosnien genießt Osim den Status einer lebenden Legende.

Seinen Ex-Klub Sturm Graz, mit dem er zwei Mal Meister (1998, 1999) und drei Mal Cupsieger (1996, 1997, 1999) wurde sowie drei Mal in der Champions League (1998 bis 2001) spielte, verfolgt er nach wie vor. Ohnedies ist Graz, wie er immer betont hat, "zweite Heimat" geworden.


Sturms Ära in der Champions League:


"Trainer des Jahrhunderts"

Immer wieder reist Osim mit seiner Frau Asima nach Graz, wo auch Tochter Irma wohnt. Oft für mehrere Wochen. Seit einem 2007 während der Tätigkeit als Japans Teamchef erlittenen Schlaganfall schätzt Osim die medizinische Betreuung im LKH Graz. Auch nach Liebenau kehrt er immer gerne zurück. Am 11. Mai im letzten Saisonheimspiel gegen Mattersburg ist ein Stadionbesuch geplant. In den vergangenen Tagen war Sturms "Trainer des Jahrhunderts" aber gesundheitlich angeschlagen.

Ivan "Ivica" Osim wurde 1941 in Sarajevo als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Der tierischer Vergleich kam durch seine eleganter Spielkunst zustande, die ihn von einem Stammclub Zeljeznicar mit 29 Jahren nach Frankreich (Racing Paris, Valenciennes, Sedan, RC Straßburg) verschlug. Osim wurde 20-mal ins jugoslawische Nationalteam und 1969 in die All-Star-Elf der EM berufen. 1978 wechselte er vom Rasen auf die Trainerbank.

 

Das Leben ist viel zu lang, um Optimist zu sein.

Mit Zeljeznicar verdiente er sich seine ersten Lorbeeren als Trainer. Osim formte aus der multikulturellen Mannschaft aus der bosnischen Hauptstadt einen Spitzenklub, den er gegen die Konkurrenz von Roter Stern und Partizan Belgrad, Hajduk Split und Dinamo Zagreb in der Meisterschaft zweimal auf Rang zwei und ins Cupfinale führte und mit dem Halbfinal-Einzug im UEFA-Cup auch international für Aufsehen sorgte.

1992 trat er unter Tränen zurück

1986 trat Osim die Nachfolge von Bora Milutinovic als Teamchef der jugoslawischen Nationalmannschaft an. Bei der WM 1990 scheiterte Jugoslawien erst im Viertelfinale im Elferschießen an Argentinien, die Qualifikation für die EM 1992 gewannen die Jugoslawen gegen den späteren Europameister Dänemark und Österreich beeindruckend. Doch Jugoslawien wurde von der EM ausgeschlossen. Mit dem Kriegsbeginn 1991 war der Vielvölkerstaat auseinandergebrochen.

Der Krieg raubte auch Osim einen Teil seiner Identität. 1992 trat er unter Tränen zurück. "Ich kann mich sicher nicht mehr so freuen wie früher, nach dem was in Bosnien oder Jugoslawien passiert ist. Ich habe Probleme, zu vergessen", sagte er einmal. Der bekennende Atheist ("Meine Religion ist der Fußball") wurde oft als Grübler tituliert, auch als Pessimist oder Skeptiker. Nur eines steht fest: Optimist ist Osim keiner. "Das Leben ist viel zu lang, um Optimist zu sein", meinte er.


Das Skandalspiel Sturm gegen Parma:


Im Juli 1994 begann Osims Sturm-Ära. Die Steirer übernahm er als Mittelständler, gewann dank Offensivfußball zweimal den Meistertitel (1998, 1999), dreimal den Cup (1996, 1997, 1999) und schaffte dreimal den Einzug in die Champions League (1999 bis 2001). Im September 2002 kam nach Streitereien mit dem damaligen Club-Präsidenten Hannes Kartnig der Abschied. Anfang 2003 rief Japan, wo Osim drei Jahre später zum Teamchef aufstieg.

"Ich will nur meine Dankbarkeit ausdrücken"

Seine gesundheitlichen Probleme bedeuteten schließlich das Ende der Trainertätigkeit des dreifachen Vaters. Seiner Liebe Fußball blieb Osim als Berater des bosnischen Verbandes treu, den aktuellen Teamchef Mehmed Bazdarevic betreute er einst bei Zeljeznicar. Seine beiden Heimatländer würde Osim nur allzu gerne öfters auf dem Spielfeld sehen. "Österreich hat früher immer gegen Ungarn gespielt, warum nicht jetzt immer gegen uns?", meinte er im Vorjahr.

In Graz ist Osim nach wie vor in aller Munde. Im Jänner wurden Stimmen für eine Petition gesammelt. Die zum Stadion führende Conrad-von-Hötzendorf-Straße sollte zur Ivica-Osim-Straße werden. Die Stadt will jedoch keine Straßen oder Plätze nach lebenden Personen benennen. Osim nahm dies gegenüber dem "Standard" in gewohnter Demut entgegen: "Ich will nur meine Dankbarkeit ausdrücken, dass man sich in Österreich noch immer an mich erinnert."


LAOLA Meins

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