Die süße Rache des Jens Stryger Larsen

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Rache kann bekanntlich süß sein.

„Es waren auf den Tag genau ein Jahr und zehn Tage“, rechnet Jens Stryger Larsen im Gespräch mit LAOLA1 vor.

Der Däne spielt auf den 3. März 2015 an. Jenes Datum, an dem seine bis dahin relativ reibungslos verlaufene Austria-Karriere einen schweren Rückschlag erleiden sollte.

Beim Gastspiel bei Sturm Graz erlitt der Rechtsverteidiger einen Meniskusriss. Der Beginn einer langen Leidenszeit. Erste dachte man, es sei für ihn das Saisonende. Letztlich war jedoch sogar sein Bundesliga-Jahr 2015 mit diesem Missgeschick beendet.

„Die härteste Zeit, die ich je erlebt habe“

376 Tage später durfte er das Stadion in Graz-Liebenau mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen. Beinahe hätte er die Austria am vergangenen Sonntag zum Sieg geschossen, erst der späte Ausgleich Sturms verhinderte seine Kür zum Matchwinner.

„Das Tor ist natürlich nett, weil ich mich genau in diesem Stadion verletzt habe und so lange ausgefallen bin, also konnte ich ein wenig Revanche nehmen“, grinst Stryger Larsen, „gleichzeitig ist es schwierig, glücklich zu sein. Wenn man so lange führt, fühlt es sich ein bisschen mehr wie eine Niederlage an. Aber ein Tor gibt immer Selbstvertrauen.“


Für den 25-Jährigen selbst war es dennoch ein persönlicher Sieg.

„Es war die härteste Zeit, die ich jemals erlebt habe“, blickt die Abwehrkraft auf ihr letztes Jahr zurück.

Slow down

Zwei Operationen und eine Reha-Phase, die länger gedauert hat, als ursprünglich angenommen. Im Herbst war der Däne zwar wieder matchfit, kam jedoch nur bei den Amateuren zum Einsatz. Lediglich im Cup-Spiel gegen den SCR Altach gönnte ihm Trainer Thorsten Fink Anfang November ein Gastspiel bei den Profis, bei denen er vor seiner Verletzung eine Stammkraft war.

Gerade für einen verletzten Spieler kann ein Trainerwechsel zum Nachteil werden. Fink übernahm die Veilchen vergangenen Sommer. Stryger Larsen konnte ihn erstens nicht von seinen Qualitäten überzeugen, zweitens konnte er die Vorstellungen des neuen Coaches nicht in der Trainingsarbeit auf dem Feld erlernen.

„Es war schon eine schwierige Situation“, erinnert sich der Skandinavier, „aber wir hatten natürlich viele Gespräche und er wollte, dass ich nichts überstürze. Als Fußballer willst du natürlich spielen, sobald du dich fit fühlst. Also war es ganz schön hart für mich, als ich nicht richtig zum Kader gehörte und nur bei den Amateuren gespielt habe.“

„Slow down“ hätte ihm Fink stets geraten. „Vielleicht wollte ich auch zu viel. Aus jetziger Sicht kann ich verstehen, dass es gut für mich war, eine komplette Vorbereitung zu absolvieren und dabei auch genau zu lernen, wie ich mich in unserem System zu positionieren habe und wie wir das Spiel aufbauen wollen.“

Kampf um Stammplatz

Inzwischen ist die Handbremse des Trainers längst gelöst. Mit Ausrufezeichen wie jenem in Graz hat Stryger Larsen gute Karten, auf der umkämpften Rechtsverteidiger-Position wieder Oberwasser gegenüber seinem Konkurrenten Fabian Koch zu gewinnen.

An seiner Ambition, sich seinen Stammplatz zurückerobern zu wollen, lässt er jedenfalls keinen Zweifel aufkommen: „Ich möchte in jedem Spiel auflaufen und dem Trainer zeigen, dass ich bereit bin und es ihm schwer machen, auf meiner Position jemanden anderen zu wählen.“

Mental sei die unfreiwillige Auszeit eine sehr lehrreiche gewesen, vor allem weil es die erste schwere Verletzung in seiner Karriere war.

Mentale Härte ist nun auch im Titelkampf gefordert. Wichtig sei die Qualifikation für den Europacup, nennt auch Stryger Larsen artig das offizielle Saison-Ziel der drittplatzierten Austria.

Doch die zuletzt wenig souveränen Auftritte von Salzburg und Rapid sind auch ihm nicht entgangen.

„Aber auch wir hätten in Graz einen größeren Schritt machen können. Dennoch sind noch genügend Punkte zu vergeben. Auf uns warten noch viele aufregende Spiele in dieser Saison.“

Peter Altmann

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