Gewinner und Verlierer: SK STURM GRAZ

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Es war ein Sommer mit Seltenheitswert beim SK Sturm. Mehreren Neuzugängen standen keine namhaften Abgänge gegenüber.

Die Grazer starteten mit dementsprechend großen Erwartungen in die neue Saison, wurden diesen aber nicht gerecht. Neben einem mehr als vermeidbaren Europa-League-Quali aus gegen Rubin Kazan lief man auch in der Liga konstanten Leistungen hinterher. Nur gute Phasen waren oft zu wenig, um Spiele zu gewinnen.

Auch die viel gepriesene Heimstärke ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar hat man in der UPC-Arena nur eine einzige Niederlage kassiert, aber auch fünf Unteschieden (u.a. gegen Admira (2), Mattersburg, Grödig) hinnehmen müssen.

Da Sturm zum Jahreskehraus doch noch auf Platz vier geschlüpft ist, mag die aktuelle Tabelle auf den ersten Blick vieles kaschieren. Man sei weiterhin voll auf Kurs Europacup-Platz, habe sogar eine gute Herbstsaison gespielt, war da zu hören. 

Das sehen viele Fans anders. Die letzten beiden Heimspiele fanden trotz Ticketaktion vor absoluten Minuskulissen mit knapp über 5.000 Zuschauern statt. Dazu fordern die Fangruppen unter anderem vehement ein Bekenntnis zum Attribut "Karriereplattform", einen Sportdirektor und prangern die Verhaberung mit den steirischen Leitmedien an.

Nicht zuletzt stand "Ehrliche Kommunikation statt Schönreden" in dicken Lettern auf einem Transparent. Präsident Christian Jauk, dessen erneute Kandidatur bei der bevorstehenden Generalversammlung im Jänner offen ist, reagierte darauf mit dem Satz: "Wir haben Strukturen geschaffen, von denen wir überzeugt sind."

Zur Höchstform liefen im Sturm-Kader nur wenige auf, manchen wurde dazu nicht einmal die Chance gegeben.

Wer prägte den Sturm-Herbst und wer muss sich Gedanken machen?

DAUERBRENNER:

Spieler Position Spielminuten Einsätze Startelf
Michael Esser Torhüter 1800 20 20
Thorsten Schick Mittelfeld 1710 20 19
Michael Madl Verteidigung 1600 18 18
Lukas Spendlhofer Verteidigung 1530 17 17
Marvin Potzmann Verteidigung 1288 15 15

Hier geht's zur kompletten Einsatzstatistik-Liste:

GEWINNER:

MICHAEL ESSER:

Ein absoluter Top-Transfer! Der 28-Jährige war von Beginn an ein wichtiger Rückhalt im Trikot der Grazer, strahlte eine enorme Ruhe aus und war dementsprechend stark im Eins-Gegen-Eins. Ihm unterlief nur ein echter Patzer im Heimspiel gegen Salzburg, ansonsten lieferte der Ex-Bochumer einen tadellosen Herbst ab. Kein anderer Goalie spielte so oft zu Null wie er (7 Mal), dazu hat Sturm auch dank seiner kräftigen Mithilfe die zweitwenigsten Gegentore erhalten (24). Kurzum: In diesem Herbst war Esser wohl der stärkste Keeper der Liga.

WILSON KAMAVUAKA:

Der Kongolese erwies sich als wertvoller Spieler im üppig besetzten Kader von Franco Foda. Seine Polyvalenz kam ihm und dem Team des Öfteren zugute, passen seine Fähigkeiten doch sowohl auf den Job des Innenverteidigers, als auch auf jenen des klassischen Sechsers, wobei er deutlich öfter in die Rolle vor der Abwehr schlüpfte. Kein anderer Sturm-Spieler hat so viele Zweikämpfe bestritten wie er (248), das spricht für seinen Einsatz und seine Robustheit.

SASCHA HORVATH:

Es war kein einfacher Herbst für das von der Wiener Austria verpflichtete Talent. Zunächst verpasste er Teile der Vorbereitung aufgrund der U19-WM, später setzte ihn eine Knöchelverletzung außer Gefecht. Allerdings konnte er bei seinen Einsätzen in Ansätzen zeigen, wie wertvoll er für Sturm werden kann. Unter anderem bei den beiden Treffern gegen seinen Ex-Klub. Gemeinsam mit dem ebenfalls wieder fitten Marko Stankovic könnte Horvath einen möglichen Abgang von Donis Avdijaj im Winter kompensieren.

TOPSCORER:

Spieler Position Tore Assists Scorerpunkte
Roman Kienast Angriff 7 0 7
Josip Tadic Angriff 4 2 6
Sascha Horvath Mittelfeld 3 0 3
Donis Avdijaj Mittelfeld 2 3 5
Anel Hadzic Mittelfeld 2 1 3

Hier geht's zur kompletten Torschützen-Liste:

VERLIERER:

LUKAS SPENDLHOFER:

Nach einer starken Debüt-Saison in schwarz-weiß geriet die Entwicklung des Innenverteidigers ins Stocken. Plötzlich fehlte in wichtigen Situationen die Ruhe im Spielaufbau und die Stärke im Stellungsspiel, dazu unterliefen ihm unerklärliche Fehler. Es hatte auch den Anschein, als ob er sich zu sehr an seinen Nebenmann Michael Madl orientieren würde. Ging dieser in die Vertikale, wurde die Unsicherheit des 23-Jährigen augenscheinlich. Ein Mann mit seinem Talent kann definitiv mehr.

KRISTIJAN DOBRAS:

Nach einer auffälligen Saison bei Absteiger Wiener Neustadt wurde Dobras als vielversprechender und universell einsetzbarer Offensivspieler an die Mur gelotst. In seinem ersten Halbjahr in Graz konnte er dem Angriffssspiel des SK Sturm aber viel zu selten seinen Stempel aufdrücken. Darüber hinaus gehört er zu jenen Spielern seines Klubs, die eine negative Zweikampfbilanz aufweisen, auch in Dribblings konnte er sich zu selten durchsetzen und provozierte dadurch einige Ballverluste.

BRIGHT EDOMWONYI:

Apropos Offensive. Sturms Angriffsspiel ließ in diesem Herbst einiges zu wünschen übrig. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die Tabelle. Nur 26 erzielte Treffer sind für ein vermeintliches Topteam einfach zu wenig. Zu Beginn konnte Josip Tadic für wichtige Tore sorgen, danach hatte Roman Kienast seinen Lauf. Nur Bright Edomwonyi kam nie in Schwung. Der Nigerianer fristete zumeist sein Dasein auf der Ersatzbank, leidiglich in den letzten beiden Liga-Runden - als absoluter Not am Mann war - durfte er von Beginn an auflaufen. Dabei gelangen ihm auch ein Tor und ein Assist. Das lässt zumindest hoffen.

BAD BOYS:

Spieler Position Gelbe Karten Gelb-Rot Rot
Marvin Potzmann Verteidigung 1 1 1
Michael Madl Verteidigung 6 1 -
Anel Hadzic Mittelfeld 4 - -
Donis Avdijaj Mittelfeld/Angriff 3 - -
Lukas Spendlhofer Verteidigung 3 - -

Hier geht's zur kompletten Kartenstatistik-Liste:


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