"Ich habe einfach die Zähne zusammengebissen"

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„Einen Moment noch, ich will dem Philipp noch zuschaun.“

Anna Gasser lässt sich von den zahlreichen Journalisten, die sie umzingeln, nicht aus der Ruhe bringen.

Das Daumendrücken für ihren Kollegen Philipp Kundratitz hat zwar nicht geholfen - er musste sich mit Platz acht begnügen - Anna Gasser strahlte aber dennoch mit der Sonne um die Wette.

Die 23-Jährige hat im Slopestyle-Bewerb der Snowboarderinnen für die erste rot-weiß-rote Medaille bei der WM am Kreischberg gesorgt.

Und das, obwohl die Vorzeichen alles andere als optimal waren. Ihr Handgelenk, das nach einem Trainings-Sturz in der Vorwoche operiert werden musste, bereitete der Kärntnerin Probleme.

Bei LAOLA1 lässt die Silbermedaillen-Gewinnerin ihren Triumph noch einmal revue passieren:

 

ANNA GASSER ÜBER...

… IHR GEFÜHL VOR DEM FINALE:

Das erste Training heute in der Früh ist nicht optimal gelaufen. Ich habe mich wegen der Verletzung nicht richtig getraut, meine schwierigsten Tricks zu machen. Ich habe mich am Anfang sehr schwer getan.

 

… NERVOSITÄT:

Im letzten Run war es extrem. Ich habe gewusst, ich bin Vierte und ich will nicht Vierte werden, schon gar nicht hier vor eigenem Publikum.

 

… IHRE GEDANKEN NACH DEM DRITTEN RUN:

Ich habe gewusst, dass der Run stark war. Allerdings habe ich in der Mittel-Section ein bisschen gepatzt. Man weiß ja nicht, wie streng die Jury bewertet. Aber ich habe mir schon gedacht, dass es vielleicht für eine Medaille reicht.

 

… DIE SCHMERZEN IN IHRER HAND:

Ich war im Finale so aufgeregt, da habe ich es einfach vergessen und die Zähne zusammengebissen. Ich konnte es komplett ausblenden.

 

… DEN RUMMEL UM IHRE PERSON:

Das nehme ich sehr gerne in Kauf. Ich werde das heute in vollen Zügen genießen. Eine Medaille bei einer Heim-WM zu gewinnen, das passiert einem nur einmal im Leben.

 

… WELTMEISTERIN MIYABI ONITSUKA:

Ich weiß, dass Miyabi extrem stark ist. Sie ist fünf Jahre jünger als ich, ich kenne sie mittlerweile seit vier Jahren und sie wird jedes Jahr besser und besser. Ich glaube, das ist auch die Richtung, in die unser Sport geht. Die Mädls werden immer besser. Ich freue mich einfach für sie, sie hat es verdient.

… DIE STIMMUNG AM KREISCHBERG:

Ich hätte mir nie gedacht, dass an einem Mittwoch so viele Leute kommen. Ich bin positiv überrascht. Es sind auch viele meiner Freunde hier, das freut mich besonders.

 

… DIE ERSTE MEDAILLE FÜR DEN ÖSV:

Es ist einmal ein guter Start. Ich hoffe, es ist erst der Anfang. Ich bin mir sicher, es werden noch einige Medaillen folgen.

 

...DAS NÄCHSTE SAISON-HIGHLIGHT:

Ich fliege schon morgen in der Früh zu den X-Games. Dort habe ich einige Trainings verpasst, daher ist es schwer zu sagen, was für mich möglich ist. Ich will einfach einen guten Run zeigen. Aber heute werde ich erst einmal noch ein bisschen feiern.

 

Vom Kreischberg berichtet Daniela Kulovits

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